Regentalaue

Karte: Regentalaue

Größe: 1.427 ha
NSG-Nr.: 300.66

Die Regentalaue ist mit 1427 ha das größte Naturschutzgebiet der Oberpfalz. Es umfasst das Flusstal und Auengebiet des Regen zwischen Cham und Pösing. Durchsetzt von mehreren größeren Weihern sowie kleineren Tümpeln bietet das Gebiet eine Vielzahl an Lebensräumen. Aufgrund des niedrigen Gefälles des Flusses und der Mäander besitzen viele Flächen einen relativ hohen Grundwasserstand. Die alljährliche Schneeschmelze oder größere Regenereignisse überfluten das Gebiet darüber hinaus regelmäßig. Bruchwälder mit Erlen und Weiden sind an diese Bedingungen gut angepasst und bilden einen Lebensraum für viele auentypische Arten. Das Gebiet ist durch seine hohe Anzahl an Tier- und Pflanzenarten sowie seiner Funktion als natürliches Rückhaltebecken für Hochwasser und als biologische Selbstreinigungstrecke von nationaler Bedeutung.

Das relativ natürliche Flussbett des Regens durchzieht in großen Mäanderbögen die weitläufige Aue zwischen Cham und Pösing. Durch Geschiebeablagerungen während der Eiszeiten wurde der weite Talraum geschaffen. Die heute weitgehend grünlandgenutzte Auenlandschaft wurde ab 1989 im Rahmen eines Naturschutzgroßprojektes sukzessive zu auentypischem Grünland mit einem Relief aus Buckeln und Seigen sowie sogenannten Schlenken umgebaut. Das Gebiet ist auch von zahlreichen Altwässern, Gräben und Feuchtmulden sowie Kleingewässern und Tümpeln, die vor allem Amphibien und Insekten beherbergen, geprägt. Im Rahmen des Projektes wurden weitere Flächen zur dauerhaften Unterschutzstellung gekauft. Große Teile des Gebietes sind heute im Eigentum des Landkreises Cham und von Naturschutzverbänden. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen werden zudem über das Vertragsnaturschutzprogramm extensiv bewirtschaftet.

Die Aue ist Rückzugsgebiet vieler Vogelarten wie Wiesenbrütern, davon mehrere stark gefährdete Arten. Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel, Blaukehlchen und Kiebitz sind nur einige Beispiele. Insgesamt wurden seit 1970 276 Vogelarten gezählt, was 70% der bayerischen Vogelarten entspricht. Diese teils sehr störungsempfindlichen Arten finden hier einen geeigneten Lebensraum wie er in ganz Bayern einzigartig ist. Neben der hohen Bedeutung als Brutgebiet spielt das Regental eine wichtige Rolle als Rastplatz für Zugvogelarten. Die außergewöhnliche Funktion als „Trittstein“ während des Vogelzuges wird durch die hohen Durchzugszahlen bei vielen Singvogelarten dokumentiert. Zu den Zughöhepunkten nutzen bis zu 120.000 Stare und 20.000 Rauchschwalben das Gebiet als Übernachtungsplatz. Umfassende Forschungen und Monitoring zum Bestand der Arten zeigen die Wichtigkeit des Gebietes auf. Das Regental gehört hinsichtlich der Vögel und Amphibien zu den am besten untersuchten Gebieten in Bayern.

Tier- und Pflanzenarten: Die Regentalaue ist Rückzugsgebiet des Laub- und Moorfrosches, vieler Heuschrecken- und Libellenarten sowie der kleinen Gehäuse-Moorwindelschnecke. Spezialisierte Pflanzarten wie Schlammling, Braunes Zypergras, Zypergras-Segge und Wurzelnde Simse finden hier ebenfalls geeignete Lebensräume. Von herausragender Bedeutung und international bekannt wurde das Gebiet aber wegen seiner Vogelwelt. Sieben bayernweit vom Aussterben bedrohte Brutvogelarten gehören zu den Charakterarten des Gebietes, nämlich die Wasservogelarten Schwarzhalstaucher und Knäkente, die Wiesenbrüterarten Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Wachtelkönig und Tüpfelsumpfhuhn sowie der in Verlandungszonen lebende Schilfrohrsänger. Der Regen gilt außerdem als einer der fischreichsten Flüsse Deutschland mit über 30 Fischarten.

Begehbarkeit: Nördlich des Regens führt ein ausgeschilderter Weg durch das Gebiet. Aussichtspunkte bieten die Möglichkeit die Vogelwelt zu beobachten ohne diese zu stören. Bitte bleiben Sie unbedingt auf dem Weg, da die Tiere durch Störungen in ihrem Brut- und Rastverhalten gestört werden. Beachten Sie bitte die vor Ort ausgeschilderten Betretungsregelungen und halten Sie Ihren Hund an der kurzen Leine.