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Enterohämorrhagische Escherichia coli-Infektionen (EHEC)

Bild EHEC

Hier erhalten Sie Hinweise und weiterführende Informationen zum Thema:
Enterohämorrhagische Escherichia coli-Infektionen
(EHEC)

Allgemeines

EHEC gehören zu den E.coli-Bakterien, die normalerweise den Darm von Mensch und Tier besiedeln. Sie sind in der Regel harmlos. Sie gelten aber allgemein bei Nachweis in Trinkwasser und Lebensmitteln als Hinweis auf eine Verunreinigung durch Fäkalien. Es gibt jedoch eine größere Anzahl von sogenannten Serovaren (Serovarianten), die beim Menschen, vor allem bei Säuglingen, Durchfälle auslösen können. Dies sind die sogenannten Durchfall-Coli (enteropathogene E.coli). E.coli sind mit die häufigsten Erreger bakterieller Infektionen des Menschen.

Ein weiterer Stamm der E.coli ist der enterohämorrhagische Escherichia coli, der erstmals 1977 beschreiben worden ist. Diese hochpathogenen Bakterien (krankmachenden) Varianten der E.coli zeichnen sich durch eine sehr hohe Ansteckungsfähigkeit aus. Bereits einige wenige Keime genügen um Darmerkrankung auszulösen. Das Besondere des EHEC ist, dass dieser Keim

  • eine besondere Haftungsfähigkeit an der Darmwand aufweist
  • ein Toxin (Gift) ausscheidet.

Dieses Toxin bewirkt letztendlich eine Auflösung der roten Blutkörperchen (Hämolyse). In Folge der massiven Zerstörung der roten Blutkörperchen und Ausscheidung von den entstehenden Abbauprodukten durch die Nieren, kommt es dann zu einer Verstopfung der der Nierenkörperchen und letztendlich zum Nierenversagen. Als Folge einer EHEC-Erkrankung kann es dann zum Auftreten des lebensgefährlichen Krankheitsbildes eines Hämolytisch-urämieschen Syndroms - kurz HUS genannt - kommen.

Infektionsweg

In der Regel exogene, von außen eindringende Infektion direkt durch eine Schmierinfektion (von Mensch zu Mensch, verschmutzte Oberflächen) oder indirekt über Lebensmittel, Trinkwasser, Oberflächenwasser (z.B. beim Baden).

Inkubationszeit

Zeit von der Infektion -Keimaufnahme- bis zum Ausbruch der Erkrankung ca. 2 bis 10 Tage (durchschnittlich 3 bis 4 Tage). Bei HUS-Erkrankungen ca. 7 Tage (5 bis 12 Tage nach Beginn des Durchfalls.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit

Solange der Keim im Stuhl nachgewiesen werden kann. Bei Kindern wird der Keim oft länger im Stuhl nachgewiesen. Mit einer Ausscheidungsdauer von über einem Monat muss man daher rechnen.

Klinischer Verlauf

Oft ohne klinisch akute Erscheinungen. Mehrzahl der Fälle mit wässerigen Durchfällen, Übelkeit, Erbrechen, zunehmend Bauchschmerzen, selten Fieber.
10 bis 20 % der Erkrankten entwickeln schwere Verlaufsformen mit krampfartigen Bauchschmerzen und blutigen Durchfällen, teilweise auch mit Fieber.
Säuglinge, Kleinkinder und ältere oder abwehrschwache Personen erkranken häufiger schwer.

Als schwerste Komplikation kommt es zu dem oben erwähnten HUS, das bei etwa 5 bis 10 % der klinisch Erkrankten auftreten kann. Dabei entsteht dann häufig eine kurzfristige Dialysepflicht, seltener ein dauerhafter Nierenfunktionsverlust mit dauernder Dialysepflicht. In der Akutphase Letalität ungefähr 2% (Letalität: Verhältnis der Todesfälle zur Anzahl der Erkrankten).

Behandlung

Nur symptomatisch. Antibiotikatherapie ist nicht angezeigt, kann die Bakterienausscheidung sogar verlängern.
Bei HUS, forcierte Ausscheidung oder Dialyse.

Vorbeugung, Vermeidung zur Weiterverbreitung

  • Vermeidung von Tierkontakten (Streichelzoos, Bauernhöfen mit Publikumsverkehr)
  • Besondere Beaufsichtigung von Kindern nach Tier- und Bodenkontakten in solchen Einrichtungen: Finger nicht in den Mund stecken lassen. Gründliches Händewaschen (warmes Wasser und Seife). Speisen nur außerhalb der Tierkontaktzonen einnehmen
  • Fleisch gut durchbraten (Kerntemperatur 70°, 10 Min.)
  • Milch nicht in rohem Zustand, sondern nur nach Wärmebehandlung verzehren
  • Rohe Lebensmittel tierischer Herkunft und andere leicht verderbliche Lebensmittel (z.B. Fleisch, Mettwurst, Wurstaufschnitt, Milch und Milcherzeugnisse, Feinkostsalate) stets bei Kühlschranktemperatur lagern
  • Rohkost gut waschen und schälen
  • Exakte Hände-Hygiene - während der Erkrankungsdauer ist eine regelmäßige Desinfektion von Handkontaktflächen (z. B. Gegenstände, Flächen, Sanitäranlagen) durchzuführen, die mit infektiösen Ausscheidungen des Kranken in Berührung gekommen sind oder sein könnten.

Informationen

Weitere Informationen

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