Ziele


Allgemein

Ziel der Regionalkooperation ist eine vertiefte grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Region Pilsen und der Oberpfalz sowie ggf. Teilen Niederbayerns in Fragen von beiderseitigem Interesse. Grundsätze und Ziele der Zusammenarbeit sind in der gemeinsamen Pilsener Deklaration vom 9.11.2001 niedergelegt. Wesentliche Kooperationsgremien sind die fachlich ausgerichteten Arbeitsgruppen und die jährlich stattfindende Konferenz der regionalen Repräsentanten. Soweit die Kooperation als Projekt ausgerichtet ist, wird sie von der Europäischen Union im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative INTERREG IV A / Ziel 3 gefördert und durch den Freistaat Bayern kofinanziert.

Bisherige Entwicklung

Am 1.1.2001 trat die im Zuge der Verwaltungsreform in Tschechien neu geschaffene Verwaltungsbehörde der Region Pilsen ihr Amt an. Auf Einladung des Regierungspräsidenten der Oberpfalz, Dr. Wilhelm Weidinger, fand am 25.5.2001 ein erstes Treffen mit dem Präsidenten der Region Pilsen, Dr. Petr Zimmermann, in Regensburg statt. Dabei wurde vereinbart, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu sondieren.

Das in der Folge erarbeitete Konzept wurde auf der 1. Regionalkonferenz über grenzüberschreitende Zusammenarbeit am 8. und 9.11.2001 in Pilsen in Form einer gemeinsamen Deklaration verabschiedet. Auf dieser Basis wurden die geplante Regionalkooperation als Projekt der Europäischen Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A angemeldet und paritätisch besetzte Arbeitsgruppen für die wichtigsten Handlungsfelder eingerichtet. Damit begann die Regionalkooperation mit Förderung der EU als Projekt zur Schaffung grenzüberschreitender Netzwerke.

Ende 2006 wurde das mit EU-Mitteln geförderte Projekt "Geografisches Informationssystem für die Region Pilsen und die Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz" erfolgreich abgeschlossen. Weitere Informationen.

Im Zuge der Landesausstellung 2007 Bayern-Böhmen konnte eine eindrucksvolle zweisprachige Wanderausstellung mit beispielhaften Projekten aus den Arbeitsgruppen der Regionalkooperation erstmalig präsentiert werden.

Die jährlichen Regionalkonferenzen oder -foren besitzen eine fast schon institutionalisierte Rolle für die Weiterentwicklung des Kooperationsraumes. Dort kommen die Fachgruppen und Vertreter wichtiger Institutionen sowie sonstige Akteure zu Leitthemen zusammen. Im Herbst 2007 trafen sich in diesem Rahmen in Pilsen Innenminister Joachim Herrmann und sein Kollege Ivan Langer unmittelbar vor dem Beitritt Tschechiens zur Schengenzone bevor die Grenzkontrollen am 21.12.2007 aufgehoben wurden. Letztlich erfüllt die Regionalkooperation auch eine wichtige Rolle im Zuge der bayerisch-tschechischen Kontakte, die auf Staatsebene im November 2014 in der Schaffung einer bayerischen Repräsentanz in Prag einen beinahe historischen Ausdruck gefunden haben. Die stetig intensivere Zusammenarbeit im Kooperationsraum hat nach vielfacher Einschätzung ein beispielgebendes Niveau erreicht und entwickelte sich unter folgenden Dachprojekten:

2002 - 2004 Interreg III A -Initiativprojekt:
"Regionalkooperation Oberpfalz/Region Pilsen"; Art des Projektes "Raumplanung und Raumentwicklung"
Highlight: Regionalkonferenz 2004 mit Festakt in Regensburg anlässlich EU-Beitritt Tschechiens zum 1.5.2004

2004 - 2007
"Netzwerk zur Regionalentwicklung im Gebiet Oberpfalz/Niederbayern -Region Pilsen"
Highlights: Beteiligung an Landesausstellung Bayern-Böhmen in Zwiesel;
Pilotprojekt grenzüberschreitendes GIS;
Treffen Staatsminister des Innern Herrmann und Langer anlässlich Regionalkonferenz zum Schengenabkommenbeitritt der Tschechischen Republik Ende 2007 in Pilsen

2008 - 2011
"Schaffung eines gemeinsamen Aktionsraumes";
zwischenzeitlich 10 paritätisch besetzte ständige Arbeitsgruppen;
Auftaktkonferenz mit Staatsministerin Emilia Müller und Tschech. Minister für Regionale Entwicklung;
"Bildung als Brücke" mit Staatsminister Dr. Spänle und StM Müller

2011 -2014
"Regierungsbezirk Oberpfalz und Bezirk Pilsen - europäische Nachbarn"
"Vorsprung durch Kooperation" mit StM Müller und StM Zeil für Wirtschaft, Infrastruktur Verkehr und Technologie
Fachkonferenzen/Partnerforen zum Schienenwegeausbau sowie zu Innovationsstrategien und Vernetzung;
Kooperationsbeiträge in Blick auf "Pilsen 2015" Europäische Kulturhauptstadt

Region Pilsen und Oberpfalz - europäische Nachbarn

Das Ziel3-Projekt 2011-2014 "Region Pilsen und Oberpfalz - europäische Nachbarn" beinhaltete einen innovativen Ansatz zu neuen Möglichkeiten von Kooperationen zwischen Partnern, die noch keine Chance zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nutzen konnten oder auch neue Themen der möglichen Kooperation für bereits bestehende Partnerschaften in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit insbesondere durch:

  • Tagungen der fachlichen Arbeitsgruppen als sog. Gestionsgruppen deren Ziel es ist, Impulse aufzugreifen, Problembereiche zu identifizieren, Ideen zu entwickeln und Themen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und für Projekte zu begleiten (Arbeitsgruppen Kommunale Zusammenarbeit; Tourismus; Kultur; Verkehr; Landwirtschaft/Dorferneuerung; Umweltschutz; Wirtschaft; Raumplanung und Raumentwicklung; Schulwesen/berufl. Bildung; Gesundheitswesen und Sozialdienste),
  • beidseits jährliche Partnerforen zur Partnerschaftszusammenführung und zum zielorientierten Erfahrungsaustausch.

Unter der Projektträgerschaft der Regierung der Oberpfalz und der Region Pilsen - letztere als Leadpartner - war das grenzübergreifende Projekt auch für weitere Kooperationsinteressierte offen.


Weitergehende Projekte

Wir sind Europa/My jsme Evropa

Das aus dem Arbeitsgruppe Wirtschaft vorbereitete gemeinsame Projekt von IHK Regensburg und Wirtschaftskammer Pilsen "Wir sind Europa" ist ein weiterer Meilenstein in der grenzüberschreitenden Kooperation und gemeinsamen Entwicklung. Zur Positionierung im Wettbewerb europäischer Regionen lassen sich noch große Potenziale heben. Gemeinsame Aktionsfelder der Regionalkooperation und der Kammerinitiative erstrecken sich von beruflicher Bildung und Öffnung der Arbeitsmärkte bis hin zu besseren Schienenverbindungen für eine gemeinsame Zukunft.

Die Fortführung des Projektes ist eine gemeinsame Initiative des Regionalmarketing Oberpfalz und der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim. Auf den Internetseiten findet man viele praktische Informationen rund um die Region Pilsen-Oberpfalz, zum Beispiel, welche Branchen erfolgreich sind, wie Sie Kontakte knüpfen können oder welche Hochschulen internationale Projekte anbieten. Damit werden insbesondere auch Perspektiven für Berufseinsteiger in der grenzübergreifenden Wirtschaftsregion aufgezeigt.

Pilsen 2015

Die Unterstützung durch herausragende Institutionen der Regionalkooperation für die Kandidatur der Stadt Pilsen als Europäische Hauptstadt der Kultur 2015 und die Bereitschaft für dieses Projekt gemeinsam zusammen zu arbeiten erfolgt vor allem zur Verfolgung der nachfolgenden Ziele:

Erhöhung der Attraktivität der beteiligten Städte und Regionen für den Tourismus und die Ansiedlung neuer kreativer Wirtschaftszweige, aber auch für junge Künstler und Nachwuchskünstler sowie für neue Genres und Festigung der interdisziplinären Zusammenarbeit im gesamteuropäischen Umfeld.

Entsprechend des Konzeptes der Stadt Pilsen zur regionalen Vernetzung konnte die Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2015 auch mit Unterstützung von oberpfälzer/niederbayerischer Seite erfolgen - ganz im Sinne der EU-Regionalpolitik, Städte und Regionen für zukünftige Herausforderungen fit machen. Insbesondere über die Arbeitsgruppe Kultur wurden durch das CeBB / Bavaria Bohemia e.V. (Leadpartner) Ende 2011 die Ziel3-Projekte "Impuls 2015!" und daran anschließend zur Umsetzung und Finanzierung "regio2015" aufgesetzt. "Impuls2015!" diente zur Vorbereitung der bayerischen Beiträge für Pilsen 2015 und das Marketing für das Kulturhauptstadtjahr. Aus der beachtlichen Breitenwirkung von über hundert Ideen bayerischer Kulturakteure ist die bayerische Seite mit über 40 Veranstaltungen und Aktionen beteiligt. Hierzu werden mit regio2015 die Beiträge umgesetzt und finanziert sowie die Koordination und das Marketing der beiden Dachprojekte vorgenommen. Über das Jahr 2014 gab es die zentrale Aktion 365 mit Statements von Schlüsselpersönlichkeiten und Kulturinteressierten für Pilsen 2015, die im Internet wie auch als tägliche Projektionen im Stadtzentrum von Regensburg und Pilsen erschienen. Das bayerische Projekt wird von den Partnern Centrum Bavaria Bohemia, der (Partner-)Stadt Regensburg und der Organisationsgesellschaft umgesetzt. Das gesamte Veranstaltungsprogramm wird durch die Region Pilsen mitfinanziert. Die Konzerte, Ausstellungen, Kunstaktionen, Lesungen und Ballettaufführungen bayerischer und tschechischer Ensembles reichen weit in die grenzübergreifende Region.

Transeuropäisches Schienenprojekt (TEN-V)

Nach sehr erfolgreich koordinierten Ausbaumaßnahmen der grenzüberschreitenden Straßenverbindungen liegt der Schwerpunkt bei der Verbesserung der Bahnverbindungen von München/Regensburg bzw. Nürnberg über Schwandorf und Furth i.W. nach Pilsen/Prag. Neben erzielten kleineren Verbesserungen ist durch Aufnahme in das transeuropäische Netz nun die solche in den Bundesverkehrswegeplan 2015 Voraussetzung für grundlegende beidseitige Ertüchtigungen.

Die Projekte sind aktuell für den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) angemeldet, die politische Unterstützung geht inzwischen bis weit in das Bayerische Kabinett hinauf. In nachhaltiger Wirkung zur Ziel3-Periode 2011 - 2014 konnte zum Jahresanfang 2015 erstmals unter gleichzeitiger Anwesenheit hochrangiger Vertreter des Bundes- und des tschechischen Verkehrsministeriums ein Treffen an der bayerisch-tschechischen Grenze Furth im Wald/Folmava stattfinden, zu dem der stellvertretende Pilsener Regionspräsident und bisherige AG-Leiter der Arbeitsgruppe Verkehr eingeladen hatte, und so weiterer Schub aus der demonstrierten Zusammenarbeit erreicht werden.

Fernradweg München - Pilsen - Prag

Offiziell vorgestellt in der Messe München wurde der Fernradwanderweg München - Regensburg - Cham - Pilsen - Prag. Das Projekt wurde von der Arbeitsgruppe Tourismus aktiv begleitet. Weitere Informationen www.bayerischer-wald.org

Zusammenarbeit innerhalb der Europaregion

Anfang 2010 einigten sich auf bayerischer Seite in Straubing über 20 Landräte und Oberbürgermeister oder deren Vertreter aus Niederbayern und der Oberpfalz im Beisein beider Regierungspräsidenten sowie der bayerischen Europaministerin darauf, im Rahmen einer Potenzial- und Netzwerkanalyseanalyse die Option einer Europaregion Donau-Moldau vertiefend zu untersuchen zu lassen.

Die Europaregion Donau-Moldau (EDM) kooperiert zwischenzeitlich als trilateral tätige Arbeitsgemeinschaft der sieben Partnerregionen Oberösterreich, niederösterreichisches Most- und Waldviertel, Niederbayern mit dem Landkreis Altötting, Bezirk Oberpfalz, Regionen Pilsen, Südböhmen und Vysočina. Jede der sieben Mitgliedsregionen übernimmt federführend die Betreuung einer Wissensplattform und entsendet Fachexperten in die anderen Wissensplattformen. Die regionale Kontakt- und Koordinierungsstelle Oberpfalz hat beim Bezirk Oberpfalz ihren Sitz. Der Oberpfalz obliegt die Leitung der Wissensplattform "Forschung" und Innovation", Niederbayern ist für Hochschulen zuständig. Die Region Pilsen ist für die Wissensplattform "Tourismus" verantwortlich - nicht zuletzt mit Blick auf Pilsen 2015 wegen der Bedeutung für eine nachhaltige überregionale Vernetzung und das Standortmarketing. Die Kooperationspartner Region Pilsen und Regierungsbezirk Oberpfalz sehen sich innerhalb der EDM als starker impulsgebender Teilraum, um sich im Wettbewerb der Regionen und neben den Metropolen zukunftsorientiert ganz im Sinne des europäischen Gedankens zu entwickeln.

Geschichtspark Bärnau-Tachov

Ein beispielgebendes grenzüberschreitendes Kultur- und Tourismusprojekt im Kooperationsraum ist nach längerer Vorbereitungszeit im Gebiet des Aktionsbündnisses "Bayerisch-Böhmische Innovationsallianz" entstanden. Die "Goldenen Straße" führte einst als wichtigstes europäisches Handelswegenetz des Mittelalters zwischen Nürnberg und Prag auf verschiedene Routen durch die Oberpfalz und die Region Pilsen. Daran anknüpfend wurde unter wissenschaftlicher Begleitung ein "Erlebnispark Geschichte" in der Stadt Bärnau (Landkreis Tirschenreuth) und Tachov (Tachau) geschaffen, in dem Besucher eine weite historische Zeitreise unternehmen können.

Natur- und Umweltschutz

Verschiedene Projekte sind aus der Arbeitsgruppe Umweltschutz hervorgegangen und von Mitgliedern der Arbeitsgruppe getragen worden. Unter Nachhaltigkeitsaspekten hervorzuheben wären das Übereinkommen für eine unbürokratische Lösung von Problemen mit Bibern an Grenzgewässern (Praxis-Beispiel: Biber baut auf der einen Seite der Grenze einen Damm, auf der anderen Seite ist "Land unter"); solche Angelegenheiten werden jetzt von den zuständigen Behörden vor Ort (ggf. unter Einbindung der Regierung) gelöst, ohne dass - mit entsprechendem Aufwand und zeitlichem Verzug - die Grenzgewässerkommission beteiligt werden muss.

Eine breite nachhaltige Wirkung geht vom simulierten Windkraftprojekt aus, weil daraus eine Handlungsanleitung für die Beteiligung des Nachbarstaates bei grenznahen Projekten hervorging. Pilotcharakter entfaltete ein Ortstermin an der Grenze für eine gemeinsame grenzüberschreitende Abfallverbringungskontrolle.

Das noch in 2014 angestoßene Fisch- und Seeadlerprojekt soll fortgeführt werden, um gezielten Schutz und Förderung der Vogelpopulation zu erreichen. Auch das Wachtelkönigprojekt wird noch mindestens in das Jahr 2015 hinein wirken: im Herbst 2015 wird wegen der großen Resonanz, die das Projekt in Fachkreisen fand, in Pilsen eine internationale Konferenz dazu stattfinden. Bei entsprechender Finanzierung könnte Vogelzug noch weiterhin verfolgt werden.

Entwicklungskonzept für den bayerisch-tschechischen Grenzraum

Im Vorlauf für ein grenzüberschreitendes Entwicklungskonzept hat die Arbeitsgruppe Raumplanung/ Regionalentwicklung ganze Arbeit geleistet. Staatsminister Dr. Söder konnte Anfang Juni 2014 in Pilsen mit seiner tschechischen Kollegin in einem "Letter of Intent" ein solches für den bayerisch-tschechischen Grenzraum vereinbaren. Im Dezember 2014 konnte nach einer Ausschreibung der Startschuss für das Gutachten gegeben werden. Es soll die bayerischen Regierungsbezirke Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern sowie die tschechischen Regionen Karlsbad, Pilsen, Südböhmen umfassen und bereits im Laufe eines Jahres vorliegen. Auf dieser Basis sollen dann die regionale Infrastruktur besser vernetzt sowie regionale Kooperationen in Bildung und Wissenschaft sowie für ein starkes Technologienetzwerk gestärkt bzw. entwickelt werden. Es wird besonders darauf geachtet, neben umfangreichen Expertengesprächen auch Vertreter der Regionen in Regionalforen einzubeziehen.

Zukunftsthemen Regionalentwicklung und Regionalmarketing

Bildung - Infrastruktur - Innovationen - Vernetzung bilden zentrale Grundlagen für einen zukunftsfähigen gemeinsamen grenzübergreifenden Lebens- und Wirtschaftsraum und zu einer Wirtschafts-, Technologie- und Wissenschaftsregion. Dies wird die Kooperationsperiode 2015 -2017 wesentlich prägen. Unterstützt werden die Schwerpunkte der Zusammenarbeit vor allem auch durch ein grenzübergreifendes Regionalmarketingprojekt und die Umsetzung von Ergebnissen des Gutachtens für ein grenzübergreifendes Entwicklungskonzept sowie Synergieeffekte innerhalb der EDM. Die Oberpfalz wie die Region Pilsen haben sich zu führenden Aufsteigerregionen entwickelt, so dass es gilt gegenüber den ebenso wichtigen Metropolen nicht nachzulassen.

Sprache als Brücke

Vorreiter und führender Platzhalter in Sachen Sprachkompetenz bleibt die Regionalkooperation Oberpfalz-Region Pilsen. An über 100 Schulen in der Oberpfalz wird tschechisch als Wahlfach unterrichtet, und die Zahl der Realschüler, die tschechisch lernen bleibt mit 600 Jugendlichen konstant, während in anderen Regierungsbezirken es kaum noch Sprachangebote für Tschechisch gibt. Wie auch anlässlich des Leitthemas der Regionalkonferenz 2011 mit Kultusminister Dr. Spänle gewürdigt, sind die Anstrengungen zur Überwindung der Sprachbarriere ein Schlüsselinstrument für einen grenzübergreifenden Zukunftsraum. Der Arbeitskreis Schulen/Berufliche Bildung lässt in dieser Hinsicht nicht nach. Den Hauptakteuren der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und darunter besonders den Wirtschaftskammern ist dieses Thema ein prioritäres Anliegen, das durch Errichtung einer Sprachakademie auf Berufsschulebene in Weiden i.d.OPf. ab Schuljahr 2012 zusätzliche staatliche Unterstützung erfahren hat. (Quelle: Bayer. Staatszeitung)

Ziel ETZ (Europäische territoriale Zusammenarbeit) 2014 - 2020

Weiteres über Link zum Bayerischen Wirtschaftsministerium www.by-cz.eu/


EU-Strukturförderung 2014-2020 in Bayern

Die Kohäsions- und Strukturpolitik ist mit ungefähr einem Drittel des EU-Budgets einer der zentralen Politikbereiche der Europäischen Union. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen in den verschiedenen europäischen Regionen durch Investitionen in zentrale Handlungsfelder zu verbessern. Die dafür notwendigen Finanzmittel stellt die Europäische Union über verschiedene Strukturfonds bereit. Einer dieser Fonds ist der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Der EFRE unterstützt in Bayern in der Förderperiode 2014 bis 2020 die Förderziele Investitionen in Wachstum und Beschäftigung und Europäische territoriale Zusammenarbeit (INTERREG V). Im Ziel IWB stehen dabei EU-Mittel in Höhe von rund 495 Millionen Euro für Investitionen in Bayern zur Verfügung. Für grenzübergreifende Projekte im Rahmen von INTERREG werden insgesamt 197 Millionen Euro aus Europa speziell in den bayerischen Grenzräumen wirksam.
EFRE-finanzierte Maßnahmen tragen dazu bei, den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt durch Ausgleich der wichtigsten regionalen Ungleichgewichte zu stärken. Einerseits sollen dabei die Regionalwirtschaften entwickelt und strukturell angepasst werden. Andererseits soll die grenzübergreifende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit gefördert werden, um zu einer nachhaltigen räumlichen Entwicklung beizutragen.

Projektantrag 2016

Der eingereichte Projektantrag im Rahmen des Programms zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit Freistaat Bayern - Tschechische Republik Ziel ETZ 2014-2020 trägt den Projektnamen:
Oberpfalz und Region Pilsen - Gemeinsam in der Mitte Europas / Horní Falc a Plzeňský kraj - společně ve středu Evropy
Die Partnerregionen haben 2016 einen Förderantrag im Rahmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (ETZ) mit einem Finanzvolumen von ca. 320.000 Euro gestellt. Mit der Förderung sollen in den nächsten drei Jahren in beiden Regionen zahlreiche gemeinsame Projekte realisiert werden. So ist beispielsweise die Unterstützung von Sprachanimationen und Kurse für die Deutsche und Tschechische Sprache an Kindergärten und Schulen geplant. Auch soll es für die Bewohner der Oberpfalz und der Region Pilsen leichter werden, Informationen von Behörden und öffentlichen Institutionen des Nachbarlandes in deutscher und tschechischer Sprache zu bekommen. Dazu ist geplant, das Informations- und Hilfsangebot auf beiden Seiten auf Homepages, Formularen etc. in der jeweils anderen Sprache auszubauen. Ein weiteres Projekt ist der Austausch von Mitarbeitern der Regierung der Oberpfalz und des Bezirksamts Pilsen im Rahmen von Praktika, um die Arbeit der jeweiligen Nachbarbehörde kennenzulernen.



 

Stand: März 2016

Kofinanziert von der Europäischen Union aus Fonds für regionale Entwicklung und vom Freistaat Bayern