Altlasten der Fa. Maxhütte
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 - Luftbild des Sanierungsbereichs
Das Ortsbild von Sulzbach-Rosenberg wird heute zu einem nicht unwesentlichen
Teil durch den Schlackenberg der ehemaligen Maxhütte bestimmt. Das Volumen des
bis zu 55 Meter hohen "Berges" beträgt ca. 4,5 Mio. m3 auf einer Fläche von etwa
21,5 ha. Bereits seit 1893, das heißt weit vor dem Inkrafttreten des
Abfallgesetzes 1972, wurden am Schlackenberg Produktionsrückstände aus der Eisen-
und Stahlproduktion der Maxhütte abgelagert. Im Wesentlichen handelt es sich
dabei um Hüttensande und -schutt, Hochofen- und Stahlwerksschlacken sowie
Gichtgas- und Konverterstäube.
Als umweltrelevante Probleme sind zeitweilig deutlich sichtbare
Staubverwehungen, Ölaustritte und Standsicherheitsprobleme an der Südböschung,
die stark ölhaltigen Schlammteiche 3 und 4 und die in den Messstellen
nachgewiesenen Grundwasserverunreinigungen zu nennen.
Im Oktober 1994 wurden Bewegungen an der Südböschung festgestellt. Um einem
Deponierutsch entgegen zu wirken, wurde eine 1. Stützfußsicherung (Vorschüttung
aus Hochofen- und Stahlwerksschlacken) ausgeführt. Bereits im Herbst 1996
zeigten sich auf der Deponiekrone, insbesondere im Bereich der Schlammteiche 3
und 4, erneut Rissbildungen, die eine weitere Stützfußsicherung
erforderlich machten. Diese 2. Vorschüttung umfasste etwa 109.000 Tonnen Hochofen- und
Stahlwerksschlacken und war auf die Gewährleistung einer mittelfristig
ausreichenden Standsicherheit der Südböschung ausgelegt. Die Arbeiten für die 2.
Stützfußsicherung wurden 1998 abgeschlossen.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass aufgrund der gutachtlich festgestellten
Gefährdungssituation die Notwendigkeit zur Durchführung von umfassenden
Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen am Schlackenberg außer Frage steht.
Grundlage für die Sanierungsplanung ist die Gutachterstudie "Favorisiertes
Sanierungs-/Sicherungskonzept für den Schlackenberg in Sulzbach-Rosenberg" des
Geotechnischen Büros Prof. Dr. Schuler/ Dr.-Ing. Gödecke vom 15.07.2003. Die
geschätzten Kosten für die Umsetzung des favorisierten Sanierungskonzeptes
betragen ca. 91 Mio. Euro netto. Die Bauzeit umfasst ca. 6 Jahre.
Das favorisierte Sanierungskonzept sieht unter anderem folgende Arbeiten vor:
- Erstellung einer neuen Schlammdeponie auf dem Schlackenberggelände mit
kombinierter Basisabdichtung und Sickerwasserfassung
- Umlagerung von Schlammteichdeponat mit Schlammentölung mittels Zentrifuge
(ca. 160.000 t),
- Konditionierung von Schlämmen (ca. 50.000 m3).
- Externe Entsorgung von kontaminierten Schlämmen (ca. 130.000 m3)
- vertikale Entwässerungsbohrungen (ca. 600 m).
- Oberflächenprofilierung mit Umlagerung von Schlacken und Sanden (ca.
295.000 m³)
- Erstellung einer mineralischen Oberflächenabdichtung mit Aufbringen einer
Vegetationsschicht (ca. 152.000 m3)
- Anspritzbegrünung als Erosionsschutz (ca. 220.000 m2).
Sofortmaßnahmen und Gesamtsanierung
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- Seilzugmessanlage
Hinsichtlich der Sanierung des Schlackenberges ist zwischen der
Gesamtsanierung und den Maßnahmen im Vorgriff auf die Gesamtsanierung
(Sofortmaßnahmen) zu unterscheiden.
Mit den Sofortmaßnahmen, die bereits umgesetzt werden oder zum Teil schon
abgeschlossen sind, soll zum einen die Standsicherheit des Schlackenberges und
zum anderen dessen geordnete Erschließung gewährleistet werden.
Die Sofortmaßnahmen umfassen folgende Arbeiten:
Stützfußschüttung an der Südböschung
Die im Frühjahr 2005 festgestellten Verformungen an der Südböschung des
Schlackenberges machten eine weitere Stützfußschüttung erforderlich, um die
Standsicherheit zu gewährleisten.
Die Bauarbeiten für die neue Vorschüttung mit ca. 90.000 Tonnen Hochofen- und Stahlwerksschlacken wurden Anfang Oktober 2005 begonnen und im Dezember 2005 abgeschlossen. Die Verformungen der Südböschung werden mit Inklinometern und Seilzugmesssystemen kontinuierlich überwacht.
Entwässerung
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- Bereich Sickerwasserbehandlung
Die Entwässerung umfasst die Behandlung des anfallenden Sickerwassers und die
Ableitung des Oberflächenwassers. Die Sickerwasseraufbereitungsanlage wurde
unter Federführung des Landkreises Amberg-Sulzbach errichtet und ist am
20.09.2005 in Betrieb gegangen. Die Oberflächenentwässerung umfasst den Bau
eines Regenrückhalte- und Absetzbeckens mit Kanalleitung zum Spitzerbach. Die Bauarbeiten wurden im Oktober 2005 begonnen und im Dezember 2005 weitgehend abgeschlossen.
Umzäunung des Schlackenberges
Der Flächenumgriff für die Sanierung des Schlackenberges erstreckt sich auf
die so genannten "Herrenlosen Grundstücke", für die aufgrund der
Standsicherheitsprobleme der Südböschung ein Betretungs- und Befahrungsverbot
durch die Stadt Sulzbach-Rosenberg erlassen ist. Zur Durchsetzung dieses
Verbotes werden die "Herrenlosen Grundstücke" umzäunt. Die Bauarbeiten wurden im November 2005 abgeschlossen.
Erschließung des Schlackenberges
Für die verkehrliche Erschließung des Schlackenberges wurden zwei Zufahrten
errichtet. Die Bauarbeiten wurden zusammen mit der Umzäunung ausgeführt und im
November 2005 abgeschlossen. Im Dezember 2005 wurde auch eine eigene
elektrotechnische Versorgung fertig gestellt.
Seit 01.07.2005 wurden von der neuen Baudienststelle Schlackenberg Aufträge
für Bau- und Ingenieurleistungen mit einem Gesamtvolumen von ca. 2,2 Mio. Euro
öffentlich ausgeschrieben. Der überwiegende Teil dieser Aufträge konnte dabei
an Büros und Firmen vergeben werden, die in der Region ansässig sind.
Gesamtsanierung
Die Bekanntmachung für die europaweite Ausschreibung der Planungsleistung für die Gesamtsanierung (VOF-Verfahren) wurde am 28.06.2005 versandt. Mit Ablauf der Bewerbungsfrist am 07.08.2005 sind 32 Bewerbungen eingegangen. 5 Büros wurden in die engere Wahl gezogen und aufgefordert, ein Angebot anzugeben. Nach Durchführung der Bietergespräche am 04./05.10.2005 kam das Entscheidungsgremium einstimmig zu der Auffassung, dass die AEW Plan GmbH, Köln, die bestmögliche Leistungserfüllung erwarten lässt. Mit Beschluss vom 25.11.2005 hat die Vergabekammer Nordbayern den Nachprüfungsantrag eines nicht berücksichtigten Bewerbers wegen Unzulässigkeit zurück gewiesen. Der Ingenieurvertrag zur Sanierung des Schlackenberges wurde am 15.12.2005 durch Herrn Regierungsvizepräsident Peißl unterzeichnet.
Projektorganisation
Projektbezeichnung: Sanierung Schlackenberg Sulzbach-Rosenberg
Projektleitung: Leitender Regierungsdirektor
Bernhard Hülsmann, Regierung der Oberpfalz
Lenkungsgruppe:
- Regierung der Oberpfalz (Bereich 5, Baudienststelle Schlackenberg)
- Landesamt für Umwelt
- Landratsamt Amberg-Sulzbach
- Wasserwirtshaftsamt Amberg
Ansprechpartner
Dr. Richard Bosl, Leiter der Baudienststelle
Regierung der Oberpfalz
Baudienststelle Schlackenberg
Archivstr. 1
92224 Amberg
Tel.: 09621 307-130
Fax: 09621 307-199
E-Mail:
bds-schlackenberg@wwa-am.bayern.de
Stand: Juli 2007
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