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AIDS-Präventionsprojekt JANA

Bayerisch-tschechisches AIDS-Präventions-Projekt der Regierung der Oberpfalz im Auftrag des Bayerischen Gesundheitsministeriums

Projekt

Das Gesundheitspräventionsprojekt des Freistaates Bayern arbeitet in der Prostitutionsszene entlang der bayerisch-tschechischen Grenze mit dem Ziel, die Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten (STDs), vor allem HIV/AIDS, zu verringern.

Die Klientinnen leben in Strukturen, die von Abhängigkeit und Ausbeutung geprägt sind. Häufig ist der Weg in die Prostitution eine Folge von Armut und der Migration in wirtschaftlich privilegierte Länder. Durch das zielgruppenorientierte, freiwillige und anonyme Beratungsangebot ermöglicht JANA Zugang zum Gesundheitssystem und vermittelt weiterführende Hilfen.

Träger dieses Projektes ist die Regierung der Oberpfalz. In der Tschechische Republik ist Träger der Bürgerverein Network East-West o.s. Die Zusammenarbeit und Finanzierung zwischen den beiden Projektträgern wird in einem Vertrag geregelt.

Das Projekt JANA ist in der Tschechischen Republik über den Verein Network East-West o.s. als Sozialdienst Zentrum JANA und Träger einer nichtstaatlichen Gesundheitseinrichtung seit dem Jahr 2007 offiziell installiert.

Anlass

Foto: Freudenhaus

Die Grenzöffnung, der ehemals hinter dem "Eisernen Vorhang" liegenden Länder, brachte - neben der Freiheit und einem demokratischen Rechtsstaat für die dort lebenden Menschen - auch eine Reihe von sozialen Veränderungen.

Die entstandenen Prostitutionsszene entlang der bayerisch-tschechischen Grenze und der damit einhergehenden Gefahr der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten (STDs) war für das Bayerische Gesundheitsministerium Anlass, sich im Rahmen des EU-Programms "Europa gegen AIDS" mit dem Aidspräventionsprojekt JANA (Projektstart 1997) dieser Problematik anzunehmen.

Seit dem Jahr 2001 wird das Projekt vom Freistaat Bayern (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit) finanziert.

Die Zuschüsse aus der Tschechischen Republik verändern sich jährlich. Seit August 2010 bis Juli 2013 sind die Zuschüsse durch den Europäischen Sozialfonds der Tschechischen Republik (program for human resources and employment) über den Partnerverein Network East-West gesichert.

Im Juni 2007 unterzeichneten die drei beteiligten Stellen (Regierung der Oberpfalz, Network East-West o.s., Universitätsklinik Pilsen) einen Kooperationsvertrag, der die Grundlagen für eine freiwillige und dauerhafte Zusammenarbeit offiziell besiegelt.

Ziele

Das Hauptanliegen des AIDS-Präventionsprojekts JANA ist es, der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten - insbesondere die Übertragung der Immunschwächekrankheit AIDS - vorzubeugen. Das Projekt befasst sich besonders mit der Situation von Frauen in der Prostitution.

Ziele des Projekts

  • Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von HIV/AIDS und sexuell übertragbarer Krankheiten (STDs) in der Prostitutionsszene entlang der bayerisch-tschechischen Grenze.
  • Verbesserung der medizinischen, sozialen und psychischen Situation der Frauen in der Prostitution.
  • Entwicklung neuer Konzepte in der AIDS-Präventionsarbeit und Sexualaufklärung für verschiedene Zielgruppen in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern
  • Grenzüberschreitende Netzwerkarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Wissensaustausch mit Fachkräften der Sexualaufklärung, Freierprävention, Aidsprävention und Medizin.

Angebote

Angebote für Sexarbeiterinnen im Grenzgebiet

  • Aufsuchende Präventions- und Aufklärungsarbeit (Streetwork) in den Bordellen, Clubs und Straßenstrichbereichen entlang der ca. 300 km langen bayerisch-tschechischen Grenze. Das Streetwork-Gebiet umfasst vier Landkreise West- und Südböhmens.
  • Prävention von HIV/AIDS und sexuell übertragbarer Krankheiten (STDs) mit der Weitergabe von Kondomen und Gleitmitteln.
  • Entwicklung und Weitergabe zielgruppenspezifischer Informationsmaterialien über Gesundheitsrisiken (HIV/AIDS & STD) und safer-sex-Regeln.
  • Psychosoziale Beratung und Begleitung in der Beratungsstelle in Domažlice und direkt bei den Streetworkeinsätzen in der mobilen Ambulanz.
  • Vermittlung konkreter Hilfsangebote, z. B. Vermittlung von Kontakten zum Arbeitsamt, Sozialamt und Versicherungen.
  • Medizinische Beratung und Betreuung (kostenlos, freiwillig und anonym): HIV-Tests, Hepatitis-B-, Syphilis u.a. STD-Tests.
  • Begleitung im Krankheitsfall, Beratung in allen gesundheitlichen und präventionsspezifischen Fragen.

Mobile Ambulanz

mobiler Untersuchungsbus
Mobiler Untersuchungsbus;
Foto: Johannes Paffrath

Mit dem mobilen Untersuchungsbus werden seit 2007 die Clubs, Bordelle und Straßenstrichbereiche angefahren und die Möglichkeit zur Testung und Untersuchung direkt bei den Streetworkeinsätzen angeboten. Dieses niederschwellige Angebot wird sehr gut von den Klientinnen angenommen und so kann der Zugang zu Beratung und Behandlung weiter erleichtert werden.

Angebote für Schüler und Jugendliche

  • Präventionsveranstaltungen in Schulen zu den Themen Aidsprävention, Sexualaufklärung und Menschenhandel, die in enger Kooperation mit den grenznahen Gesundheitsämtern und Beratungsstellen.
  • Fachliche Begleitung zu diesen Themen bei deutsch-tschechischen Jugendgruppen

Angebote für eine interessierte Öffentlichkeit

Wir bieten Informationsveranstaltungen und Workshops zu Themen aus Bereichen der Sexualpädagogik z. B. Sexuelle Gesundheit, Prostitution, Sexuelles Gewerbe, Freierprävention oder Frauenhandel an. Unsere Ansprechpartner sind dabei alle Bevölkerungsgruppen insbesondere aber junge Erwachsene.
Das Ziel ist neben der Wissensvermittlung zu HIV/AIDS und STDs auch die Auseinandersetzung mit eigenen und gesellschaftlichen Normen und Werten.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit der Zusammenarbeit!!!

Die deutsch-tschechische Zusammenarbeit in der AIDS-Prävention

Zu den Zielen gehört der strukturelle Aufbau eines multinationalen Netzwerkes zwischen den auf unterschiedlichen Ebenen mit der Problematik befassten staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen und Organisationen. Langfristig soll hier ein Verbundangebot vielfältiger Hilfen entstehen, das sowohl psychosoziale wie medizinische Angebote umfasst. Nur so ist es möglich, qualifizierte Präventionsarbeit zu leisten.

Netzweke

In einem binationalen Netzwerk arbeitet das AIDS-Präventionsprojekt JANA mit Institutionen, Einrichtungen und Projekten zusammen, die sich mit den gleichen Problemstellungen beschäftigen Zum Beispiel:

Die "Dermatologisch-venerologische Klinik" der Universitätsklinik Pilsen unterstützt und begleitet das AIDS-Präventionsprojekt JANA in medizinischen Fragen und bei der Behandlung erkrankter Frauen.

Die gesundheitspräventiven Ziele und Aufgaben des AIDS-Präventionsprojektes JANA sollen der Öffentlichkeit vorgestellt werden, um Verständnis für die schwierige Lebenssituation vieler Frauen in den Prostitutionsszenen zu wecken.

Als Beispiel gut funktionierender deutsch-tschechischer Zusammenarbeit informieren wir gerne über die Strukturen des Projektes, unsere Arbeitansätze und Arbeitsmethoden.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!!!!

Streetwork in Regensburg in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Regensburg und der Aidsberatungsstelle Oberpfalz

Die Grundlage des Angebots einer Beratungs- und Untersuchungsstelle für sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) am Gesundheitsamt in Regensburg begründet sich durch §19 IfSG. Das Aufgabengebiet der Streetworkerinnen konzentriert sich vorwiegend auf Infektionsprävention und Bekanntmachung der Beratungsstelle am Gesundheitsamt. Durch die enge Zusammenarbeit mit JANA werden die Angebote in Regensburg und der Tschechischen Republik vernetzt.

Der Förderkreis JANA e.V.

Logo Jana

Auf deutscher Seite besteht seit April 1998 der Förderkreis JANA e.V., der dem Projekt ein breiteres Fundament im Grenzbereich verschaffen soll. Der Verein stellt zum einen zusätzliche finanzielle Mittel für das Projekt bereit, unterstützt aber auch, durch gezielte praktische Hilfen einzelne Frauen.


So kann die Arbeit des Förderkreises JANA e.V. unterstützt werden:

  • durch Mitgliedschaft
    Förderkreis JANA e.V., Wera Müller, Fichtenstr. 23
    93437 Furth im Wald
  • durch Spenden
    weitere Informationen

Ansprechpartner

Deutschland

  • Projektleitung und -koordination
    Regierung der Oberpfalz
    D-93039 Regensburg
    Frau Regina Ulrichová
    Tel.: 0049-941 5680-649
    Fax: 0049-941 5680-9649
    E-Mail:

Tschechische Republik

 
 
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