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Demografischer Wandel

Unter dem Begriff "Demografischer Wandel" versteht man strukturelle gesellschaftliche Veränderungsprozesse, die aus Veränderungen der Anzahl, der Altersstruktur, des Wanderungsverhalten, der Zusammensetzung und der sozialen Struktur der Bevölkerung resultieren.

Weiter führende Informationen finden Sie beim
Demografiebeauftragten für die Oberpfalz sowie im
Demografie-Leitfaden der Bayerischen Staatsregierung.

Die Bevölkerungsentwicklung verläuft dabei in der Oberpfalz teilräumlich sehr unterschiedlich (Bevölkerungsverluste in der nördlichen Oberpfalz, Bevölkerungswachstum im Raum Regensburg), so dass die jeweiligen Auswirkungen auf den Raum und die damit verbundenen Herausforderungen auch für die Landes- und Regionalplanung vielfältig sind

Aus landesplanerischer Sicht sind jedoch insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Bevölkerungsentwicklung und Siedlungsentwicklung von Interesse:

Abnehmende Bevölkerungszahlen führen nicht zwangsläufig auch zu abnehmendem Flächenverbrauch. Aufgrund schrumpfender Haushaltsgrößen und steigender Ansprüche an die Wohnqualität werden (insbesondere höherwertige) Neubauten weiterhin stark nachgefragt. In Verbindung mit dem kommunalen Wettbewerb um Einwohner werden daher in vielen Regionen trotz negativer Bevölkerungsentwicklung weiterhin neue Baugebiete ausgewiesen.
Dabei sollten vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gerade die Wechselwirkungen von Siedlungsstrukturen und Bevölkerungsdichte auf Infrastruktureinrichtungen und deren Kosten beachtet werden:
Die vereinfachte Formel "halbierte Dichte, doppelte Infrastrukturkosten" ist zwar nicht zwingend wörtlich zu nehmen, die dahinterliegende Grundaussage erklärt jedoch die Bedeutung kompakter Siedlungsstrukturen für die Funktionsfähigkeit und Kosteneffizienz bestehender Infrastrukturnetze - sowohl bei steigenden wie auch bei abnehmenden Bevölkerungszahlen. Geringe Nutzungshäufigkeiten mindern die wirtschaftliche Tragfähigkeit sozialer und technischer Infrastruktureinrichtungen. Dies führt zu höheren Pro-Kopf-Kosten und belastet die kommunalen Haushalte bzw. die Bürger. Dabei sind die Effekte auf technische, insb. leitungsgebundene, Infrastrukturen aufgrund der hohen Fixkostenanteile häufig noch stärker als bei sozialen Infrastrukturen.

Aus diesen Gründen verfolgt die bayerische Landesentwicklung konsequent die Leitvorstellungen einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung. Dies verdeutlichen die Ziele und Grundsätze zum Flächensparen, zum Prinzip Innen- vor Außenentwicklung sowie das Anbindungsgebot neuer Siedlungsflächen an bestehende Einheiten im Landesentwicklungsprogramm Bayern, Kapitel 3. Gemäß LEP, Ziel 1.2.1 ist außerdem der demografische Wandel bei allen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen, insbesondere bei der Daseinsvorsorge und der Siedlungsentwicklung, zu beachten.

In der Praxis sollten Kommunen im Rahmen ihrer kommunalen Planungshoheit zur nachhaltigen Stärkung der Ortskerne die räumliche Bündelung von Infrastrukturen und Einrichtungen der Daseinsvorsorge unterstützen. Durch Nutzungskopplungen können die Frequentierung bestehender Infrastrukturen erhöht, Verkehrswege reduziert und die Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln effizienter und wirtschaftlicher gewährleistet werden. Gerade im Hinblick auf die veränderten Mobilitätsbedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft ist das Prinzip der gebündelten und kurzen Wege schon heute verfolgenswert.

 
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