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Presseinfo

Nr. 112: 09.10.2017 
Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz verliehen

Die ersten Preise gingen an den CampusAsyl e.V., die Grundschule Altenstadt an der Waldnaab und den Markt Lappersdorf

Regensburg. Bayerns Integrationsministerin Emilia Müller und Regierungspräsident Axel Bartelt verliehen den Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz im Spiegelsaal der Regierung der Oberpfalz. Insgesamt hatten sich 18 Projekte beworben. Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr die drei Gewinnkategorien Vereine, Schulen und Kommunen gebildet. Die Erstplatzierten wurden jeweils mit einem Preisgeld von 1.000 Euro ausgezeichnet. Die Zweitplatzierten durften sich jeweils über ein Preisgeld in Höhe von 700 Euro freuen. Alle weiteren Bewerber wurden mit einer Anerkennungsurkunde gewürdigt. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.100 Euro wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration zur Verfügung gestellt.

Der erste Preis in der Kategorie Vereine ging an den CampusAsyl e.V., der sich mit insgesamt 16 unterschiedlichen Projekten in vielfältiger Form für etwa 600 Geflüchtete einsetzt. Der zweite Preis in dieser Kategorie ging an den Sportverein Schönhaid e.V.. Dieser bietet jugendlichen Flüchtlingen die Möglichkeit, durch gemeinsame sportliche Aktivitäten Anschluss zu finden. In der Kategorie Schulen wurde der erste Preis an die Grundschule Altenstadt an der Waldnaab verliehen, welche unter dem Leitbild „Schule der Begegnung“ die Integration und Partizipation von Flüchtlingskindern in das tägliche Schulleben einbindet. Den zweiten Preis in der Kategorie Schulen erhielt die Josef-Voit-Grundschule in Freihung, eine weltoffene, aktive und tolerante Schule mit dem Leitbild „Wir sind gemeinsam unterwegs“. In der Kategorie Kommunen ging der erste Preis an den Markt Lappersdorf, der durch das Netzwerk Integration unter dem Motto „Aus Fremden werden Freunde“ eine Vielzahl von Aktionen und Hilfsangeboten für Geflüchtete anbietet. Der Zweitplatzierte in dieser Kategorie, die Stadt Sulzbach-Rosenberg, setzt mit der Initiative „Sulzbach-Rosenberg hilft!“ neben einem Hilfsangebot für die Geflüchteten vor allem auch auf die Vermittlung von Werten und Normen.

Bayerns Integrationsministerin Emilia Müller erklärte: „Integration ist eine Aufgabe, die unsere gesamte Gesellschaft betrifft. Als Oberpfälzerin freut es mich besonders, dass sich in meiner Heimat so viele Menschen für die Integration engagieren. Mein Dank gilt vor allem den heutigen Preisträgern, denn sie zeigen: Ob im Verein, der Schule oder vor Ort in der Gemeinde – hier in der Oberpfalz halten die Menschen zusammen. So bleibt Bayern auch in Zukunft das Land der gelingenden Integration.“

Regierungspräsident Axel Bartelt wies darauf hin, dass in den letzten Jahren viele Menschen in die Oberpfalz gekommen seien, um hier in Frieden und Freiheit leben zu können. „Damit Integration funktionieren kann müssen aber beide Seiten aufeinander zugehen“, so Bartelt. Einerseits müsse der Wille der „Neubürger“ vorhanden sein, sich in eine freiheitlich demokratische Gesellschaft integrieren zu wollen und keine Parallelgesellschaften zu bilden. Andererseits seien wir alle dazu aufgefordert, uns in unserem direkten Umfeld aktiv am Prozess der Integration zu beteiligen. Regierungspräsident Axel Bartelt sprach allen Bewerbern ein großes Lob und Anerkennung aus, für die vielen kreativen, engagierten und innovativen Ideen und Aktionen zur Förderung der Integration in der Region. „Wir brauchen Initiativen und Impulse von der Basis. Empathische Menschen mit gegenseitigem, ehrlichem Interesse füreinander, wie es die Bewerber um den Integrationspreis zeigen“, so der Regierungspräsident.

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Bildunterschrift: Alle Preisträger des Integrationspreises 2017 zusammen mit Staatsministerin Emilia Müller (5. v. r.) und Regierungspräsident Axel Bartelt (4. v. r.)(Foto: Regierung der Oberpfalz)


Die Preisträger in der Kategorie Vereine:

1. Preis: CampusAsyl e.V.

CampusAsyl wurde Ende 2014 zunächst als Initiative gegründet. Seit Frühjahr 2016 ist CampusAsyl auch offiziell ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der sich mit unterschiedlichen Projekten für Geflüchtete von Beginn ihrer Ankunft bis zur vollständigen Integration in unsere Gesellschaft einsetzt. Hilfe und Begegnungen ermöglichen, Engagement stärken und Forschung fördern zählen dabei zu den Zielen des Vereins. Diese werden mit Hilfe von 300 Freiwilligen umgesetzt, die durch 16 unterschiedliche Projekte circa 600 Geflüchtete in vielfältigster Form regelmäßig erreichen. Dazu zählen unmittelbare Sachhilfen durch Kleiderspenden genauso wie die Stabilisierung in psychologisch angespannten Situationen, die Vermittlung von grundlegenden Deutschkenntnissen oder die Beratung und Unterstützung bei Behördenprozessen.

Besonders wertvoll an der Arbeit des Vereins sind die persönlichen Beziehungen, die zwischen Geflüchteten und Einheimischen entstehen. Gerade auf diesem Weg erleichtert der Verein vielen Migranten den Weg in einen geregelten Alltag vor Ort und stellt die Weichen in Richtung einer langfristigen Integration.

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Bildunterschrift: Die Preisträger von Campus Asyl e.V. zusammen mit Staatsministerin Emilia Müller (2. v. r.), Regierungspräsident Axel Bartelt (r.), Bürgermeisterin Gertrud Malz-Schwarzfischer (2. v. l.) und den Landtagsabgeordneten Jürgen Mistol (l.) und Dr. Franz Rieger(3. v. l.)(Foto: Regierung der Oberpfalz)


2. Preis: Sportverein Schönhaid e.V.

Der Sportverein Schönhaid e.V. definiert sich über sportliche Aktivitäten mit der Intension zur Einbindung unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge.

Am Anfang standen dabei vor allem gemeinsame Feierlichkeiten, Ausflüge und Sport im Vordergrund, wodurch immer mehr Jugendliche auch für das Fußballspielen begeistert werden konnten. Gemeinsam mit den aktiven Spielern, der Stiftung „Lichtblicke“ und durch freiwillige Spenden aus dem Verein, wurden Sportbekleidung, Schuhe und Schienbeinschoner für die Jugendlichen besorgt, Spielerpässe beantragt und Spielerberechtigungen erteilt. Der Sportverein zeichnet sich des Weiteren besonders dadurch aus, dass hier Integration nicht nach dem Training oder dem Schlusspfiff endet, sondern die Jugendlichen auch bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen und bei der Wohnungssuche für volljährig gewordene Flüchtlinge intensiv unterstützt werden.

Zudem unterstützt der Verein eine kleine Frauen-Gymnastikabteilung, wo bereits daran gearbeitet wird, auch geflüchtete Mädchen und Frauen für die regelmäßig stattfindenden Gymnastikstunden zu gewinnen. Somit leistet der Sportverein Schönhaid in vielerlei Hinsicht einen wertvollen Beitrag zu einer erfolgreichen Integration.

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Bildunterschrift: Die Preisträger vom Sportverein Schönhaid e.V. zusammen mit Staatsministerin Emilia Müller (2. v. l.), Regierungspräsident Axel Bartelt (r.), Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (l.), Bürgermeister Roland Grillmeier (3. v. l.) und Bürgermeister Toni Dutz (4. v. l.)(Foto: Regierung der Oberpfalz)


Die Preisträger in der Kategorie Schulen:

1. Preis: Grundschule Altenstadt an der Waldnaab

Besonders verdient gemacht um die Partizipation und Integration der Schüler mit Migrationshintergrund und vor allem von Flüchtlingskindern, hat sich die Grundschule Altenstadt an der Waldnaab. Die Grundschule ist eine offene Ganztagsschule mit 174 Kindern. Etwa ein Drittel der Kinder hat einen Migrationshintergrund. Das alltägliche Schulleben steht hier unter dem Leitbild „Schule der Begegnung“ und zeichnet sich unter anderem durch intensive Sprachförderung und Werteerziehung unter ethnischen Aspekten sowie Workshops für Lehrkräfte zum Verständnis im Umgang mit traumatisierten Kindern aus. Unterstützung fand man hier besonders durch die ehrenamtlich tätige Dr. Dalal Makari-Pausch, die sich nicht nur um die Flüchtlingskinder, sondern auch um deren Familien kümmert. Dr. Makari-Pausch bezieht in ihre Arbeit mit den Schülern vor allem auch Theater- und Schattenspiel mit ein und ermöglicht den Kindern so, traumatische Erlebnisse besser zu verarbeiten. Durch diese kontinuierlichen Aktionen und pädagogischen Maßnahmen fördert die gesamte Schulfamilie mit allen Beteiligten nachhaltig die Integration und Partizipation der Flüchtlingskinder innerhalb und außerhalb des Schulbetriebs und hilft ihnen sich in der für sie anfänglich fremden Kultur zurechtzufinden, ohne jedoch ihre eigene Identität zu verlieren.

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Bildunterschrift: Die Preisträger der Grundschule Altenstadt zusammen mit Staatsministerin Emilia Müller (l.), Regierungspräsident Axel Bartelt (r.), Dr. Dalal Makari-Pausch (4. v. r.) und stellv. Landrat Albert Nickl (2. v. l.). (Foto: Regierung der Oberpfalz)


2. Preis: Josef-Voit-Grundschule in Freihung

Die weltoffene, aktive und tolerante Josef-Voit-Grundschule mit 87 Schülern aus elf Nationen mit dem Leitbild „Wir sind gemeinsam unterwegs“ macht Mut, Fremdes zuzulassen und Ansichten und Vorurteile zu überdenken. Ebenso will die Schule nicht nur Kinder untereinander integrieren, sondern auch deren Eltern miteinbeziehen, um den Kontakt und das gegenseitige Kennenlernen zu initiieren und zu fördern. Die alljährliche Teilnahme an der „Klösterlichen Weihnacht“ im Kurfürstlichen Zeughaus in Amberg unter dem Motto „Multikulti“ verkörpert das Leitbild der Schule mit Inhalt.

Herausragend in der Arbeit der Schule sind auch zwei Theaterstücke, die von der Arbeitsgemeinschaft Schulspiel eingeübt wurden. In dem Stück „Rabatz wegen Gröhatz“ wird gezeigt, wie leicht es ist, durch Vorurteile Unfrieden, Verunsicherung und Angst zwischen Menschen zu säen. Das Theaterstück „Jan sucht einen Freund“ handelt davon, wie wichtig zwischenmenschliche Kontakte sind.

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Bildunterschrift: Die Preisträger der Josef-Voit-Grundschule zusammen mit Staatsministerin Emilia Müller (2. v. l.), Regierungspräsident Axel Bartelt (r.), Landrat Richard Reisinger (3. v. l.) und Bürgermeister Norbert Bücherl (3. v. r.) (Foto: Regierung der Oberpfalz)


Die Preisträger in der Kategorie Kommunen:

1. Preis: Markt Lappersdorf

Unter dem Motto „Aus Fremden werden Freunde“ steht das Netzwerk Integration und die vielen Initiativen und Aktivitäten im Gemeindegebiet Lappersdorf.

Im November 2013 wurden hier die ersten Flüchtlinge in einem Haus in Hainsacker einquartiert und schnell fanden sich Nachbarn zu einer Gruppe zusammen, um den Neuankömmlingen zu helfen. Dieses Nachbarschaftsprojekt war der Anfang eines Netzwerks, das sehr schnell immer größer wurde. Ein Patensystem mit Ehrenamtlichen begleitet eingewanderte Familien und Einzelpersonen und sorgte dafür, dass vieles reibungslos funktioniert. Eine Vielzahl von Projekten, Aktionen, Festen und Hilfsangeboten entwickelte sich. Eine wesentliche Rolle spielt für das Netzwerk auch die offene Ganztagsschule der Mittelschule Lappersdorf. Diese bietet eine große Anzahl von Aktionen, Hilfsangeboten, Koch- und Kunstaktionen für die Kinder und Jugendlichen zusammen mit deutschsprachigen Kindern der Regelklassen an.

Seit 2015 treffen sich haupt- und ehrenamtliche Helfer, Familienpaten und Interessierte einmal im Monat, um Aktionen zu planen, Hilfsangebote zu organisieren und Probleme zu besprechen und gemeinsam zu lösen.

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Bildunterschrift: Die Preisträger des Marktes Lappersdorf zusammen mit Staatsministerin Emilia Müller (5. v. r.), Regierungspräsident Axel Bartelt (r.), Bürgermeister Christian Hauner (4. v. r.) und den Landtagsabgeordneten Jürgen Mistol (2. v. r.) und Dr. Franz Rieger (3. v. r). (Foto: Regierung der Oberpfalz)


2. Preis: Stadt Sulzbach-Rosenberg

Die Initiative „Sulzbach-Rosenberg hilft!“ engagiert sich beim Thema Flüchtlinge mit dem Ziel, Neunankömmlingen Hilfe in Form von Sprachkursen, Sachspenden und Unterstützung bei Behördengängen bis hin zur Wohnungs- und Jobsuche anzubieten. Zudem soll das öffentliche Klima in Bezug auf die Aufnahme von Flüchtlingen durch die Arbeit der Initiative positiv beeinflusst werden.

Das Besondere in Sulzbach-Rosenberg ist, dass mit Hilfe der Mitbürger eine gelungene Initiative aufgebaut werden konnte, die neben allen Stadtratsparteien, Vereinen, Kirchen, sozialen Einrichtungen und befreundeten Initiativen Hilfe anbietet, um Flüchtlinge nachhaltig integrieren zu können. Dabei verstehen die Mitwirkenden unter Integration nicht nur die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge, sondern insbesondere auch die Vermittlung und Umsetzung unserer Werte und Normen.

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Bildunterschrift: Die Preisträger der Stadt Sulzbach-Rosenberg zusammen mit Staatsministerin Emilia Müller (2. v. r.), Regierungspräsident Axel Bartelt (r.) und Landrat Richard Reisinger (3. v. l.). (Foto: Regierung der Oberpfalz)

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Pressestelle der Regierung der Oberpfalz
Briefanschrift: 93039 Regensburg, Dienstgebäude: Emmeramsplatz 8
Pressesprecher: Markus Roth (Telefon: 0941 5680-1105 oder -1195)
Vertreterin: Kathrin Kammermeier (Telefon: 0941 5680-1152)
Vertreter: Dr. Robert Feicht (Telefon: 0941 5680-1375)
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E-Mail: presse@reg-opf.bayern.de
Internet: www.regierung.oberpfalz.bayern.de

 
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