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Presseinfo

Nr. 105: 07.09.2017 
Afrikanische Schweinepest in der Tschechischen Republik

Spitzengespräch bei der Regierung der Oberpfalz: Alle Präventionsmaßnahmen ausschöpfen, um ein Ausbreiten der Tierseuche zu verhindern

Regensburg. Die Regierung der Oberpfalz hat zu einer Besprechung zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) eingeladen, um zusammen mit Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes, des Bayerischen Jagdverbandes und der Unteren Jagdbehörden mögliche Präventionsmaßnahmen zu erörtern. Die ASP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nicht. Seit Januar/Februar 2014 wird der Erreger der Afrikanischen Schweinepest auch bei Wildschweinen in Staaten der östlichen EU (Estland, Lettland, Litauen, Polen) nachgewiesen, in keinem der Länder konnte die Tierseuche bisher erfolgreich bekämpft werden. Auch Ausbrüche bei Hausschweinen wurden dort gemeldet. Ende Juni 2017 wurden erste Fälle bei Wildschweinen in der Tschechischen Republik festgestellt sowie bei Hausschweinen in Rumänien.

„Wir nehmen das Thema ernst und treffen die notwendigen Vorbereitungen um im Fall des Übergreifens der ASP auf die Oberpfalz gut gerüstet zu sein. Darüber hinaus tun wir alles, damit dieser Fall nicht eintritt“, betonte Regierungspräsident Axel Bartelt bei der gemeinsamen Besprechung, die vom Bayerischen Bauernverband angeregt wurde. Zum Schutz vor Weiterverbreitung des Erregers wurde bayernweit die Überwachung intensiviert, krank erlegte oder verendet aufgefundene Wildschweine werden im Rahmen eines Monitoring-Programms verstärkt untersucht.

Vor allem Landwirte sehen durch die Ausbreitung der Tierseuche eine Bedrohung für Betriebe mit Schweinehaltung. „Einige sehen ihre Existenz bedroht“, so Ely Eibisch, stellvertretender Bezirksvorsitzender des Bayerischen Bauernverbands. Die Erkrankung bei den Schweinen geht mit einer sehr hohen Sterblichkeitsrate bei den infizierten Tieren einher. Ein Impfstoff ist nicht verfügbar. Die im Ausbruchsfalle von den Behörden zu ergreifenden Maßnahmen sind umfassend. Weitreichende Handelsrestriktionen in den einzurichtenden Schutzzonen wären die Folge.

Bei der Gesprächsrunde bei der Regierung der Oberpfalz herrschte auch Einigkeit, dass die intensive Bejagung und Reduzierung des Schwarzwildbestandes eine wichtige Rolle bei der Präventionsarbeit und Seuchenvermeidung spielt. Seit 2014 betreibt der Bayerische Jagdverband über seine Medien Aufklärungsarbeit über die ASP. Dr. Günther Baumer, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Jagdverbandes Oberpfalz betonte, dass die Jägerschaft bereits seit geraumer Zeit verstärkt das Schwarzwild bejage. Die Abschüsse stiegen in den letzten Jahren deutlich an (allein in den letzten drei Jahren von ca. 65.000 auf ca. 85.000 Stück pro Jahr in Bayern).

Die Regierung der Oberpfalz hat bereits veranlasst, dass alle schweinehaltenden Betriebe in der Oberpfalz von den Veterinärämtern angeschrieben und auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen hingewiesen werden, wie sie in der Schweinehaltungshygieneverordnung dargelegt sind.

Dazu gehören:

  • eine strikte Sicherung vor unbefugtem Betreten,
  • die Unterbindung jeglichen Kontaktes von Hausschweinen zu Wildschweinen,
  • wirksame Desinfektionsmaßnahmen vor Betreten der Stallungen
  • die strenge Kontrolle des Personen- und Tiertransportfahrzeugverkehrs.
  • In diesem Zusammenhang wird insbesondere darauf hingewiesen, dass die Verfütterung von Speiseabfällen an Schweine (auch an sog. Hobbyschweine) verboten ist.

    Viehhändler und Transporteure sind aufgerufen, nach Durchführung von Schweinetransporten die Transportfahrzeuge besonders gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, die Transporte lückenlos zu dokumentieren und Transporte in von ASP betroffene Regionen zu unterlassen. Auch die Jägerschaft ist aufgerufen, Präventionsmaßnahmen umzusetzen, verstärkt auf Hygienemaßnahmen zu achten und verendete oder vor dem Erlegen auffällige Wildschweine dem zuständigen Veterinäramt zu melden, damit die erforderliche Untersuchung auf ASP veranlasst werden kann. Der Kontakt zu Hausschweinebeständen ist zu vermeiden. Weitere Maßnahmen zur sicheren Entsorgung von Jagdabfällen werden in die Wege geleitet. Der Jagdtourismus in Regionen, die in den genannten Ländern von ASP betroffen sind, sollte unterbleiben.

    Die Regierung der Oberpfalz hat auf ihrer Homepage Informationen zur ASP bereitgestellt und auch die Veterinärämter erteilen weitere Auskünfte.

    In den nächsten Wochen werden weitere Gespräche auf Ebene der Kreisverwaltungsbehörden stattfinden, um vor Ort weitere lokale Präventionsmaßnahmen zusammen mit den Vertretern des Bauernverbandes und der Jägerschaft zu erörtern.

    Anlage: Bild

    Bildunterschrift:Besprechung bei der Regierung der Oberpfalz: Alle Beteiligten ziehen an einem Strang um das Ausbreiten der ASP auf die Oberpfalz zu verhindern.


    ++++++

    Wie wird die Afrikanische Schweinepest übertragen?

    Die Übertragung erfolgt direkt von Schwein zu Schwein oder indirekt über kontaminierte Gegenstände und Erzeugnisse von Schweinen.

    Potenziell kann die Seuche durch das Mitbringen von infizierten tierischen Lebensmitteln (v.a. Rohwürste Salami, Schinken, Mett- oder Teewurst) im privaten Reiseverkehr aus den von der Seuche bereits betroffenen Gebieten - Polen, Estland, Lettland, Litauen, Moldawien, Weißrussland, Ukraine, Tschechische Republik und Sardinien – verbreitet werden. Das ASP-Virus ist sehr stabil und überlebt beispielsweise in Schweinefleischerzeugnissen bis zu 400 Tage.

    Falls durch unsachgemäße Entsorgung Reste von diesen Lebensmitteln dann zu Haus- oder Wildschweinen gelangen, besteht ein hohes Infektionsrisiko. Aus diesem Grund kommt der ordnungsgemäßen Entsorgung von Speiseabfällen über den Hausmüll bzw. verschlossene Abfallbehälter (Autobahnraststätten) besondere Bedeutung zu.

    Unbehandelte Jagdtrophäen aus betroffenen Ländern stellen ebenfalls ein Einschleppungsrisiko dar.

    Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesinstitut für Tiergesundheit, schätzt in einer aktuellen Risikobewertung das Risiko des Eintrags von ASP nach Deutschland durch illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material als hoch ein.

    Appell an die Bevölkerung

    • Das Mitbringen von nicht durcherhitzten tierischen Lebensmitteln aus den betroffenen Gebieten muss unterbleiben. Dies gilt sowohl für Reisende als auch für Personen, die z.B. als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft oder als Transitfahrer beschäftigt sind.
    • Zur schnellstmöglichen Erkennung einer möglichen Einschleppung des ASP-Virus ist insbesondere die Verstärkung der Überwachungsmaßnahmen bei Wildschweinen durch Untersuchung jedes tot aufgefundenen Wildschweines (sog. Falltiere) unerlässlich. Wachsamkeit ist geboten. Alle Bürger, insbesondere Jäger, Landwirte, Tierärzte, aber auch Spaziergänger sind aufgefordert, entsprechende Funde unter möglichst genauer Angabe der Fundstelle unverzüglich beim örtlich zuständigen Veterinäramt zu melden. Dieses wird die Beprobung, Untersuchung auf ASP sowie die unschädliche Entsorgung veranlassen.
    • Alle Schweinehalter werden um stringente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen gebeten.
    • Die Mitbürger werden eindringlich gebeten, beim Aufenthalt in der Natur, wie z.B. Spaziergänge im Wald, Besuch von Wildparks, Tiergärten und Schaugehegen mit Wildschweinen, sowie auf Park- und Rastplätzen, keine Lebensmittel oder Essensreste wegzuwerfen, sondern diese nur in gesicherte Abfallbehältnisse zu verbringen bzw. der ordnungsgemäßen Hausmüllentsorgung zuzuführen.Weitere Infos gibt es hier.

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