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Presseinfo

Nr. 103: 01.09.2017 
Regierungspräsident und Vertreter des Bayerischen Bauernverbands besichtigen Bauarbeiten an Erdgasleitung

Hemau/Regensburg. Regierungspräsident Axel Bartelt besichtigte gemeinsam mit Josef Wutz, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV) in der Oberpfalz, BBV-Kreisobmann Johann Mayer, BBV-Referent Hubert Hofmann und Mitarbeitern der Regierung der Oberpfalz die Bauarbeiten an einer Erdgastrasse. Verlegt wird diese von Schwandorf bis ins oberbayerische Forchheim bei Pförring über eine Gesamtlänge von rund 62 Kilometern. Die Bauarbeiten des Vorhabenträgers Open Grid Europe, die im August 2016 begonnen haben, stehen kurz vor dem Abschluss. Ende 2017 soll die Erdgasleitung in Betrieb genommen werden. Wie sich die Teilnehmer der Besichtigung selbst überzeugen konnten, finden nur auf einem kurzen Teilbereich von rund 300 Metern in der Nähe von Hemau derzeit noch letzte Bauarbeiten an der Rohrleitung statt. Ein Großteil der Gasleitung ist bereits wieder im Erdreich vergraben. Hier wird, wie beispielsweise im Bereich Machtlwies westlich von Burglengenfeld, der zweiten Station der Informationsfahrt, das Erdreich für die landwirtschaftliche Nutzung wieder aufbereitet und rekultiviert.

„Ziel der Besichtigung war es, sich persönlich vor Ort ein Bild von diesen umfangreichen Bauarbeiten zu machen und zu sehen, wie die während der Bauphase in Mitleidenschaft gezogenen Flächen für die spätere Nutzung wieder ertüchtigt werden“, betonte Regierungspräsident Axel Bartelt. Besonders für die Vertreter des Bayerischen Bauernverbands sei dies von Bedeutung. „Für uns Landwirte ist der Boden die wichtigste Wirtschaftsgrundlage für unsere Betriebe. Deshalb muss bei erdgebundenen Leitungsbaumaßnahmen Sorge dafür getragen werden, diesen zu schützen und seine Funktionsfähigkeit zu erhalten“, so BBV-Bezirkspräsident Josef Wutz. „Der Bodenschutz darf angesichts der Größe und der geplanten Umsetzungsgeschwindigkeiten der Leitungsbauprojekte nicht leiden.“ Nicht nur für die Erdgasleitung, auch für die geplante Stromtrasse des erdverkabelten „SuedOstLinks“ würden land- und forstwirtschaftliche Flächen in erheblichem Umfang in Anspruch genommen. Ausgleichsflächen für die temporäre Beeinträchtigung landwirtschaftlicher Flächen bieten in diesen Fällen produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen die durch die neue Bayerische Kompensationsverordnung ermöglicht werden. Damit wird aus naturschutzfachlicher Sicht nicht nur die Förderung eines höheren Artenreichtums, sondern auch gleichzeitig die landwirtschaftliche Nutzung der Kompensationsflächen ermöglicht. Mindererträge bzw. höhere Aufwendungen, die durch spezielle Auflagen in der Bewirtschaftung anfallen, werden dabei vom Verursacher des Eingriffs monetär ausgeglichen. Zum Abschluss der Informationsfahrt wurden nördlich von Burglengenfeld solche Flächen von den Teilnehmern besichtigt.

Da mit knapp 38 Kilometern der Großteil der Erdgastrasse durch die Oberpfalz führt, wurde unter Federführung der Regierung der Oberpfalz die Raumverträglichkeit der Erdgastrasse wie auch deren raumbedeutsame Auswirkungen in einem Raumordnungsverfahren geprüft und mit einer landesplanerischen Beurteilung im Frühjahr 2015 abgeschlossen. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung war zudem Teil des darauf folgenden Planfeststellungsverfahrens, welches ebenfalls von der Regierung der Oberpfalz durchgeführt und mit Planfeststellungbeschluss vom 19. August 2016 abgeschlossen wurde.

„Mit dem Raumordnungsverfahren und dem Planfeststellungsbeschluss wurde im Vorfeld der Maßnahme unter dem Einbringen aller betroffenen Belange die Verträglichkeit des Verlaufs und des Baus der Gastrasse für die Umwelt und den Menschen in den Fokus gerückt“, so Regierungspräsident Axel Bartelt. Von der Professionalität und der Sensibilität, mit der das Bauvorhaben vor Ort durchgeführt wird, zeigte er sich darüber hinaus sehr beeindruckt. Noch vor wenigen Jahrzehnten hätte die Aufarbeitung des Bodens nach dem Bau von Erdgastrassen beispielsweise nur eine sehr geringe Rolle gespielt. „Heute wird nicht nur auf den Boden geachtet, es werden von Unternehmen wie der Open Grid Europe zudem Fachabteilungen für Naturschutz, Landwirtschaft und Forsten, insbesondere für die bodenkundliche Baubegleitung, beschäftigt“. Zielvorstellung sei es, Schäden für den Boden zu vermeiden und seine Ertragsfähigkeit bestmöglich zu erhalten. Diesen Bewusstseinswandel und das Bemühen um einen intensiven Austausch zwischen Unternehmen und den von der Baumaßnahmen Betroffenen werteten Regierungspräsident Bartelt wie auch die Vertreter des Bayerischen Bauernverbands als positiv. Angesichts der bevorstehenden Leitungsbaumaßnahmen in Ostbayern müsse der Dialog zwischen den Beteiligten auch in Zukunft intensiv geführt werden. „Eine vergleichbar gute Zusammenarbeit ist für die Zukunft auch für den Bau des erdverkabelten ‚SuedOstLink‘ wünschenswert“, so Regierungspräsident Axel Bartelt.

Anlage: Bild

Bildunterschrift: Regierungspräsident Axel Bartelt im Gespräch mit Norbert Dirscherl, Sachgebietsleiter Naturschutz an der Regierung der Oberpfalz. Foto: Regierung der Oberpfalz

Anlage: Bild

Bildunterschrift: Gruppenbild mit Regierungspräsident, Regierungsmitarbeitern, Vertretern des Bauernverbands und Mitarbeitern von Open Grid Europe. Foto: Regierung der Oberpfalz

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