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Presseinfo

Nr. 072: 14.06.2017 
Auftaktveranstaltungen für zwei Natura 2000-Gebiete in Cham und Furth i. Wald

Regensburg. Das FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) „Chamb, Regentalaue und Regen zwischen Roding und Donaumündung“ und das Vogelschutzgebiet „Regentalaue und Chambtal mit Rötelseeweihergebiet“ gehören zum europäischen Netz besonderer Schutzgebiete. Diese sind auch bekannt als „NATURA 2000“-Gebiete. Die höhere Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz beabsichtigt, zusammen mit der Forstverwaltung und der Fachberatung für Fischerei in der Oberpfalz, einen Managementplan für diese Gebiete zu erarbeiten.

Als erster Schritt wird eine Kartierung der Gebiete durchgeführt. Auf dieser Grundlage werden dann Maßnahmen festgelegt, um einen günstigen Erhaltungszustand der dort lebenden Pflanzen- und Tierarten sowie der bestehenden Lebensräume gewährleisten zu können sowie die wertvolle Natur der Oberpfalz auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz lädt alle Interessierten herzlich zur Auftaktinformationsveranstaltungen ein. Diese finden statt

am Freitag, 23. Juni 2017 um 14:00 Uhr im Saal des „Hotels am Regegenbogen“ Schützenstraße 14, Cham

sowie am Mittwoch, 28. Juni 2017 um 15:00 Uhr im Rathaussaal Furth im Wald Burgstraße 1, Furth i. W.

Das Gespräch mit den Eigentümern, Bewirtschaftern, Kommunen und Verbänden ist wichtig, um gemeinsam künftige Maßnahmen festzulegen und Umsetzungsmöglichkeiten für die Gebiete zu finden. Daher beabsichtigt die Regierung der Oberpfalz, die Beteiligten frühzeitig zu informieren und bei der Erarbeitung des Managementplans einzubeziehen. Auch Vertreter von Presse und Fernsehen sind herzlich eingeladen.

Informationen zu den Schutzgebieten

Mit einer Fläche von rund 3300 Hektar und einer Ausdehnung von der tschechischen Grenze bis zur Donau zählt das FFH-Gebiet „Chamb, Regentalaue und Regen zwischen Roding und Donaumündung“ zu den größten der Oberpfalz. Für die Meldung als FFH-Gebiet waren vor allem die naturnahen Flussläufe und die dazu gehörenden Flussauen mit ihrem wechselnden Wasserstand, den Altwässern und Teichen sowie den blütenreichen Wiesen ausschlaggebend. Als besondere Tierarten kommen Gewässerbewohner wie das Neunauge und die Bachmuschel vor, aber auch Schmetterlinge wie der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling und Libellen wie die Grüne Keiljungfer.

Auch die Vögel des über 2800 Hektar großen Vogelschutzgebiets „Regentalaue und Chambtal mit Rötelseeweihergebiet“ profitieren von der vielfältigen Mischung aus Gewässern, Wiesen und Feuchtlebensräumen. Die Liste der hier vorkommenden seltenen und hoch bedrohten Arten der bayerischen Vogelwelt ist lang. Von den 28 nach der Roten Liste Bayerns vom Aussterben bedrohten Vogelarten brüten 11 regelmäßig in diesem Gebiet. Darunter sind Rohrdommel, Schwarzhalstaucher, Schilfrohrsänger, Wachtelkönig und Großer Brachvogel. Das Regental spielt aber auch eine wichtige Rolle als Rastplatz für eine Vielzahl von Zugvogelarten.

Was ist Natura 2000?

In den europäischen Mitgliedsstaaten soll die Vielfalt der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Pflanzen und Tiere für zukünftige Generationen aufrechterhalten werden. Grundlage für den Aufbau des europäischen Biotopverbundnetzes mit der Bezeichnung Natura 2000 sind die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und die Vogelschutz-Richtlinie (VS-RL).

Das Netz Natura 2000 umfasst in Bayern 753 Gebiete mit einer Fläche von gut 8.000 Quadratkilometern. Dies entspricht 11,4 Prozent der Landesfläche Bayerns. Davon befinden sich 108 Gebiete in der Oberpfalz mit einer Fläche von knapp 800 Quadratkilometern.

Warum ein Managementplan?

Die EU fordert einen guten Erhaltungszustand für die Natura 2000-Gebiete. Im Managementplan werden die vorhandenen Lebensräume und Arten erfasst und bewertet. Auf dieser Grundlage werden Vorschläge für zweckmäßige Erhaltungsmaßnahmen formuliert. Für Grundstückseigentümer und Nutzer hat der Managementplan Hinweischarakter, sie dürfen die Flächen entsprechend der guten fachlichen Praxis auch weiterhin bewirtschaften. Der Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten darf sich jedoch nicht verschlechtern (Verschlechterungsverbot). So müssen bestimmte Vorhaben, die in solchen Gebieten verwirklicht werden sollen, wie z.B. Verkehrswege, in einem förmlichen Verfahren auf ihre Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen der betroffenen Schutzgebiete untersucht werden. Die Umsetzung des Managementplans ist für die Eigentümer und Nutzer freiwillig und soll vorrangig durch Förderprogramme finanziert werden.

Nähere Informationen zum europäischen Biotopverbund Natura 2000 sowie die amtlichen Gebietsabgrenzungen finden Sie im Internetauftritt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz unter www.natur.bayern.de.

Anlage: Bild

Bildunterschrift:Impressionen aus der Regentalaue

Anlage: Bild

Bildunterschrift:Großer Brachvogel in der Regentalaue Foto: Peter Zach

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