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Presseinfo

Nr. 047: 05.05.2017 
Natur- und Tierschutz im Fokus

Regierungspräsident Bartelt im Gespräch mit dem LBV-Vorsitzenden Dr. Schäffer

Regensburg. Zu einem Gespräch über den Natur- und Tierschutz in der Oberpfalz empfing Regierungspräsident Axel Bartelt den Vorsitzenden des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV), Dr. Norbert Schäffer. Auf der Agenda stand unter anderem das europäische Naturschutzprojekt „Natura 2000“, das als größtes Schutzgebietssystem der Welt gilt. Seit Inkrafttreten der Bayerischen Natura 2000-Verordnung im April 2016 zählen auch Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und Vogelschutzgebiete der Oberpfalz dazu. Insgesamt umfasst das Natura 2000-Gebiet in der Oberpfalz eine Fläche von rund 791 Quadratkilometern, das entspricht 8,2 Prozent der Bezirksfläche. Ziel von Natura 2000 ist es, die vorhandene biologische Vielfalt zu erhalten und wildlebende Tiere und Pflanzen sowie gefährdete Lebensräume zu schützen. „Indem wir besonders wertvolle und seltene Gebiete schützen und in gutem Zustand erhalten, stellen wir sicher, dass auch folgende Generationen die heimische Artenfülle, eine reichhaltige Natur und die einzigartigen Lebensräume der Oberpfalz vorfinden werden“, betonte Regierungspräsident Axel Bartelt.

Räume schaffen und erhalten, in denen Pflanzen- und Tierwelt ungestört sind und sich ausbreiten dürfen – ein Konzept mit großem Erfolg, besonders in der Oberpfalz. Denn hier gelang eine echte Sensation: der Luchs kehrte zurück. So sind beispielsweise die felsenreichen Gebiete und ausgedehnten Wälder rund um Lohberg geradezu prädestiniert als Lebensraum für die scheuen Großkatzen. „Damit besitzt die Oberpfalz eine der wenigen Gegenden in Deutschland, in denen Luchse wieder frei leben“, so der Regierungspräsident. Auch wenn der Bestand des Luchses in der Oberpfalz noch sehr klein und daher extrem verwundbar ist, wie der Vorsitzende des LBV, Dr. Norbert Schäffer, feststellte, befinde man sich dennoch auf einem guten Weg. „Große Beutegreifer sind keine einfachen ‚Nachbarn‘. Umso mehr freut es uns, dass der weitaus größte Teil der Bevölkerung voll hinter der Anwesenheit der Luchse steht.“

Wie wichtig diese Offenheit ist, zeigt sich bei einem anderen Thema: der Umweltkriminalität. „Auch in der Oberpfalz gibt es leider immer wieder Fälle illegaler Verfolgung bedrohter Arten“, so der LBV-Vorsitzende. Die Zusammenarbeit mit Polizei und Jagdverband funktioniere hervorragend. „Wir sind darüber hinaus aber auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.“ Spaziergänger, die entsprechende Beobachtungen machen, mehrere tote Tiere oder verdächtige Köder finden, sollen unverzüglich die örtliche Polizei verständigen. Zudem empfiehlt es sich, Fundort und Beweismittel zu fotografieren. Vorsicht: Hautkontakt mit toten Tieren und Ködern ist wegen Vergiftungsgefahr zu vermeiden! „Das illegale Töten von zum Teil hochbedrohten Tieren kann nicht toleriert werden“, unterstrich Regierungspräsident Bartelt. „Die Regierung hat großes Interesse an der Aufklärung dieser Fälle.“ Tiertötungen oder quälerische Misshandlungen von Tieren sind strafbar und werden mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe mit bis zu 25.000 Euro geahndet. Die gesetzlichen Grundlagen dafür finden sich im Bundesnaturschutzgesetz, hier vor allem § 71 Abs. 1 Nr. 1, in den § 17 und 18 des Tierschutzgesetzes, aber auch im Strafgesetzbuch und dem Bundesjagdgesetz.

Anlage: Bild

Bildunterschrift: Christoph Bauer, Leiter der LBV-Bezirksgeschäftsstelle, LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer, Regierungspräsident Axel Bartelt und Norbert Dirscherl, Leiter des Sachgebiets Naturschutz der Regierung der Oberpfalz (v.li.)

Ansprechpartner:
Regierung der Oberpfalz (Höhere Naturschutzbehörde)
Christine Rapp, Tel.; 0941/5680-1843

Ansprechpartner vor Ort sind die Unteren Naturschutzbehörden (Landratsämter)

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