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Presseinfo

Nr. 100: 28.06.2016 
Neues Naturschutzgebiet „Wald- und Heidelandschaft östlich von Bodenwöhr und Bruck i.d.OPf.“

Der ehemalige Truppenübungsplatz ist Lebensraum für landesweit seltene Tiere und Pflanzen

Bruck i.d.OPf. / Bodenwöhr. Regierungspräsident Axel Bartelt hatte zu einem Ortstermin eingeladen, um zusammen mit Landrat Thomas Ebeling, 1. Bürgermeister Richard Stabl (Bodenwöhr) und 1. Bürgermeister Hans Frankl (Bruck i.d.OPf.) sowie Fachleuten und Medienvertretern die Besonderheiten des neuen Naturschutzgebiets „Wald- und Heidelandschaft östlich von Bodenwöhr und Bruck i.d.OPf.“ zu erkunden.

Die Regierung der Oberpfalz hat am 17. Juni das Naturschutzgebiet „Wald- und Heidelandschaft östlich von Bodenwöhr und Bruck i.d.OPf.“ unter Schutz gestellt. Mit einer Fläche von etwa 283 Hektar gehört es zu den größten Naturschutzgebieten in der Oberpfalz. Es ist das 61. Naturschutzgebiet in der Oberpfalz und das 6. im Landkreis Schwandorf. Das Gebiet zählt zu den schutzwürdigsten Sandlebensräumen im Landkreis Schwandorf und der Oberpfalz. Es beherbergt ein einzigartiges Mosaik an wärmeliebenden Sandkiefernwäldern, trockenen Saumstrukturen, Zwergstrauchheiden und wechselfeuchten Lebensräumen und ist damit Lebensraum für landesweit seltene Tiere und Pflanzen. Das offene Heideland und die Kieferwälder sind beispielsweise Heimat für Kreuzottern, den weißen Waldportier (Tagfalterart), für die blauflüglige Ödlandschrecke oder die Heidelerche. Alle diese Arten sind in Bayern stark gefährdet. „Hier gibt es noch mehrere Brutpaare der Heidelerche“, erklärte Wolfgang Nerb, von der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz.

„Es ist unendlich wichtig, dass wir uns auch um die Natur kümmern“, betonte Regierungspräsident Axel Bartelt bei der Begehung des neuen Naturschutzgebietes. Tiere und Pflanzen hätten insgesamt nur wenige Rückzugsmöglichkeiten. Dies zeige ein Blick in die Statistik. In Bayern gibt es 593 Naturschutzgebiete (ca. 164.000 Hektar). Dies entspricht 2,3 Prozent der Landesfläche. In der Oberpfalz sind es 0,66 Prozent (6.431 Hektar) als Naturschutzgebiet ausgewiesen. „Es ist also Luft nach oben“, erklärte der Regierungspräsident, auch wenn es natürlich eine Begründung für diese ungleiche Verteilung innerhalb Bayerns gebe. Der Großteil der Bayerischen Naturschutzgebiete liegt in den Alpen.

Norbert Dirscherl, Sachgebietsleiter der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung der Oberpfalz, bedankte sich bei Landrat Thomas Ebeling, den beiden Bürgermeistern Richard Stabl (Bodenwöhr) und Hans Frankl (Bruck i. d. Oberpfalz) und Hubert Meier von den Bayerischen Staatsforsten für die Unterstützung der Idee, aus dem ehemaligen Truppenübungsplatz ein Naturschutzgebiet entstehen zu lassen. Botaniker Rainer Woschée erklärte während der Begehung die botanischen Besonderheiten des Gebiets und Landespfleger Markus Kurz, Gebietsbetreuer für den Naturpark Oberpfälzer Wald, erläuterte, dass auch dieses Naturschutzgebiet nicht sich selbst überlassen bleiben kann, sondern, ganz im Gegenteil, bestimmte Pflegemaßnahmen erforderlich sind, um seltene Arten zu erhalten. In diesem Zusammenhang wurde auch das Engagement angehender Forstwirte vom Berufsschulzentrum Neunburg vorm Wald gelobt, die zum Beispiel eine Entbuschung übernommen hatten und auch am Ortstermin teilgenommen haben.

Information für die Bürger:

In der Zeit zwischen 15. Februar und 15. Juli gilt zum Schutz der gefährdeten Arten ein Betretungsverbot des Naturschutzgebiets. Die Zentralwege, die durch das Naturschutzgebiet führen, dürfen in dieser Zeit nicht verlassen werden. Für Hunde herrscht generell eine Anleinpflicht.

Flyer

Anlage: Bild

Bildunterschrift: Neues Naturschutzgebiet in Kraft gesetzt: Norbert Dirscherl, 1. Bürgermeister Richard Stabl, Landrat Thomas Ebeling, Regierungspräsident Axel Bartelt, Forstbetriebsleiter Hubert Meier und 1. Bürgermeister Hans Frankl. (v. l.) Foto: Regierung der Oberpfalz.

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