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Presseinfo

Nr. 045: 31.03.2016 
Sensationsfund in der Walhalla

Bislang unbekannte handschriftliche Aufzeichnungen von König Ludwig I. entdeckt

Regensburg. In den Kellergewölben der Walhalla in Donaustauf wurde in einer mehr als 150 Jahre alten Truhe ein wahrer Schatz entdeckt: drei bisher unbekannte Tagebücher des zweiten bayerischen Königs Ludwig I., der von 1825 bis 1848 regierte. Enthalten sind dort u.a. Erinnerungen an seine Liebesbeziehung zu Lola Montez sowie seine erstmals niedergeschriebene Forderung zur Erhebung von Regensburg als Hauptstadt des Deutschen Bundes.

Im Zuge der Renovierung der Walhalla (2004 bis 2014) unter Federführung des Staatlichen Bauamtes Regensburg wurde die Truhe kurz vor Abschluss der Renovierungsarbeiten in einem bis dato unentdeckten Kellergewölbe gefunden und an die Regierung der Oberpfalz übergeben. Regierungspräsident Axel Bartelt gab den Inhalt dieser Truhe, welcher ausschließlich aus alten Schriftstücken bestand, Anfang 2015 zu einer ersten fachlichen Begutachtung weiter an Klemens Unger, Kulturreferent der Stadt Regensburg, und Dr. Bernhard Lübbers, Leiter der Staatlichen Bibliothek Regensburg. Diese konnten die Begutachtung kürzlich abschließen, nachdem auch weitere Experten zu Rate gezogen wurden. Die Expertise der fachlichen Gutachter ist eindeutig: "Die grafologische Analyse der handgeschriebenen Bücher hat ergeben, dass es sich zweifelsfrei um die Handschrift von König Ludwig I handelt. Das heißt, wir haben hier drei echte Tagebücher von König Ludwig I. vor uns, seine ‚‚Oberpfälzer Trilogie‘‘. Diese sind nicht nur von unschätzbarem Wert, sondern eine historische Sensation", so Regierungspräsident Bartelt.

Die beiden Gutachter bestätigen den Sensationsfund und vermuten, dass wohl ein Teil der bayerischen Geschichte des 19. Jahrhunderts neu interpretiert werden müsse: ausführlich beschreibt Ludwig I. in seinen Tagebüchern unter anderem auch seine verhängnisvolle Liebesaffäre mit der jungen irischen Tänzerin Lola Montez, wegen der er letztlich im Revolutionsjahr 1848 sogar abdanken musste. Zudem sind detailgetreue Handskizzen des bayerischen Monarchen für den Bau der Walhalla und die Vollendung des Regensburger Doms enthalten. Als herausragend kann die in den Tagebüchern erstmalig in Schriftform festgehaltene Forderung von König Ludwig I. angesehen werden, Regensburg zur Hauptstadt des Deutschen Bundes zu erheben. In einem späteren Brief an Fürstin Therese von Thurn und Taxis, übrigens die Tante seiner Frau, schrieb der Monarch, diese Forderung auch auf dem Wiener Kongress 1815 vorgebracht zu haben.

Eines der Tagebücher der ‚‚Oberpfälzer Trilogie‘‘ von König Ludwig I. von Bayern kann

am Freitag um 13.00 Uhr im Großen Sitzungssaal der Regierung der Oberpfalz

besichtigt werden. Die beiden weiteren Bücher müssen aufgrund ihres angegriffenen Zustands zunächst am Institut für Bestandserhaltung und Restaurierung der Bayerischen Staatsbibliothek restauriert werden. Neben Vertretern der Medien sind auch geschichtlich interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, diese einmalige Gelegenheit wahrzunehmen. Da die Schriften sehr empfindlich sind wird um Verständnis gebeten, dass das Tagebuch nur hinter einem sicherheitsgeschützten Glas präsentiert wird und Fotoaufnahmen nicht möglich sind.

Regierungspräsident Axel Bartelt beabsichtigt, die ‚‚Oberpfälzer Trilogie‘‘ dem Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg zur Verfügung zu stellen, dessen Errichtung bis zum Jahr 2018 abgeschlossen sein wird. Erforderlich ist hierfür noch eine Klärung insb. der eigentumsrechtlichen Fragen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst sowie dem Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. "Durch eine Präsentation der Tagebücher im Museum der Bayerischen Geschichte könnte dieser historische Schatz den Bürgerinnen und Bürgern der Oberpfalz erhalten bleiben und würde nur wenige Kilometer entfernt zu seinem Fundort einen würdigen Platz finden", so Regierungspräsident Bartelt.

Anlage: Bild

Bildunterschrift: Regierungspräsident Axel Bartelt (rechts) mit Bibliotheksleiter Dr. Bernhard Lübbers (Mitte) und Kulturreferent Klemens Unger (links)

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