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Presseinfo

Nr. 161: 27.10.2015 
Grenzüberschreitende Partnerschaft mit unseren Nachbarn in Tschechien ausbauen – ohne die Wurzeln in der Heimat zu vergessen

Sudetendeutsche Landsmannschaft besuchte den Regierungspräsidenten

Regensburg. „Wir wollen gemeinsam die grenzüberschreitende Partnerschaft mit unseren Nachbarn in Tschechien ausbauen“, betonte Regierungspräsident Axel Bartelt bei einem Treffen mit einer 16-köpfigen Delegation der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Steffen Hörtler, Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft, war zusammen mit Bezirksobmann Dr. Christian Weber, Kreisobmann Friedrich Kaunzner und einer Reihe von Bezirksvorstandsmitglieder in die Regierung der Oberpfalz gekommen, um die Arbeit der Sudetendeutschen Landsmannschaft vorzustellen und mögliche gemeinsame Projekte zu erläutern. Zwischen dem Regierungsbezirk Oberpfalz und der Region Pilsen gibt es seit 2001 bereits eine Regionalkooperation mit dem Ziel einer vertieften grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beider Regionen, informierte der Regierungspräsident. Diese gilt es zu vertiefen und auszubauen.

„Wir Sudetendeutsche wollen uns aktiv am Prozess der Aussöhnung mit Tschechien beteiligen“, erklärte Landesobmann Steffen Hörtler. Es gäbe mittlerweile viele positive Erfahrungen mit den Nachbarn, berichteten einige Zeitzeugen, die die Vertreibung selbst noch miterlebt hatten. Bei Fahrten in die ehemalige Heimat kam es zu Gesprächen und Einladungen und sogar Freundschaften wurden geschlossen. „Vor allem junge Tschechen kommen auf uns zu“, berichtete Hörtler, der dafür warb, unverkrampfter miteinander umzugehen. Ziel sei es, sich an die Geschichte zu erinnern und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Dieses Erinnern solle in zwei Sprachen geschehen, schlug Bezirksobmann Dr. Christian Weber vor.

Regierungspräsident Axel Bartelt, dessen Mutter selbst aus dem ehemaligen Sudetenland stammt, regte ein Austauschprojekt zwischen tschechischen und sudetendeutschen Jugendlichen für die Zukunft an. „Die Jugend ist der Schlüssel zur Aussöhnung und zu Freundschaften über die alten Grenzen hinweg“, betonte der Regierungspräsident. Heinrich May, der bei der Regierung der Oberpfalz für verschiedene Förderprogramme der EU zuständig ist, stellte in diesem Zusammenhang das Kooperationsprogramm Ziel ETZ zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Bayern und der Tschechischen Republik vor. Dort gäbe es auch für die Sudetendeutsche Landsmannschaft die Möglichkeit, dass grenzüberschreitende Projekte zur Aufarbeitung der Geschichte beider Länder mit einem hohen Fördersatz bezuschusst werden. Auf das hier geplante Projekt „Auf den Spuren der verschwundenen Dörfer im Böhmerwald“ bei Waldmünchen wies der Regierungspräsident hin. „Ich wünsche mir, dass hier in Zukunft weitere Projekte auch unter Beteiligung der Sudetendeutschen Landsmannschaft entstehen“, so Axel Bartelt.

Auch die aktuelle Situation der Asylbewerber wurde gemeinsam diskutiert. Zwar sei hier vieles nicht vergleichbar, es gebe aber durchaus auch Parallelen. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft kämpfe seit über 70 Jahren gegen Flucht und Vertreibung und setzte sich dafür ein, dass sich so etwas nie mehr wiederholen dürfe, so Dr. Christian Weber. Gegenwärtig seien mit ca. 60 Millionen jedoch noch mehr Menschen auf der Flucht als nach dem 2. Weltkrieg. Zusammen mit dem Regierungspräsident war er sich einig, dass man hier nicht einfach zur Tagesordnung übergehen dürfe, sondern gemeinsam in Europa aber auch weltweit nach Lösungen suchen müsse.

Kontakt für das Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit:

Heinrich May, Wirtschaftsförderung bei der Regierung der Oberpfalz, Tel.: 0941/5680-380. Email: heinrich.may@reg-opf.bayern.de

Anlage: Bild 1

Bildunterschrift: Regierungspräsident Axel Bartelt, Dr. Christian Weber, Steffen Hörtler beim Gespräch (v. r.). (Foto: Regierung der Oberpfalz).

Anlage: Bild 2

Bildunterschrift: Regierungspräsident Axel Bartelt (4. v. r.), Dr. Christian Weber (5. v. r.), Steffen Hörtler (6. v. r.), Heinrich May (3. v. r.) zusammen mit weiteren Vertretern der Sudetendeutschen Landsmannschaft. (Foto: Regierung der Oberpfalz).

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