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Presseinfo

Nr. 131: 05.08.2015 
Grund- und Mittelschulen - Inklusive Schullandschaft im Regierungsbezirk Oberpfalz

Die inklusive Schullandschaft in der Oberpfalz stellt sich zwischenzeitlich sehr differenziert dar. Die Zahl der Kooperationsklassen, Partnerklassen und Schulen mit Inklusion einzelner Schülerinnen und Schüler in Regelklassen hat stetig zugenommen. Zusammen mit den Schulen mit Profil Inklusion, teilweise auch mit Tandemklassen, bilden sie im Sinne der Umsetzung des Art. 24 der UN-Behindertenrechts-Konvention eine breite Angebotspalette für Eltern mit Kindern, die einen sonderpädagogischen Bedarf haben.

An der überwiegenden Zahl der Schulen in der Oberpfalz gibt es zwischenzeitlich immer mehr Regelklassen, in denen Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf betreut und unterrichtet werden. Seit Jahren haben sie sich dem inklusiven Gedanken verschrieben und praktizieren in gewinnbringender Form und hohem Engagement mit beachtlichen Erfolgen für die gesamte Schulfamilie einzelintegrative Maßnahmen. Sie bringen auch verstärkt ihre wertvollen Erfahrungen in unsere Schulen mit "Profil Inklusion" ein.

Im Schuljahr 2015/2016 wird die Umsetzung des Art. 24 der UN-Behindertenrechts-Konvention mit drei neuen Schulen mit dem "Profil Inklusion" weitergeführt. Es sind dies die Grundschule Mitterdorf im Landkreis Cham, die Mittelschule Vohenstrauß im Landkreis Neustadt und die Mittelschule Mitterteich im Landkreis Tirschenreuth.

In den sieben Schulaufsichtsbezirken der Oberpfalz unterrichten dann bereits insgesamt 18 Schulen Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf auf der Grundlage eines gemeinsamen Bildungs- und Erziehungskonzeptes. Im Sinne einer kontinuierlichen Höherführung bieten dann bereits sechs Mittelschulen dieses Angebot, insbesondere auch im Sinne einer nahtlosen Höherführung für Schülerinnen und Schüler, die aus der Grundschule kommen und dort bereits inklusiv beschult wurden.

Auch die Mittelschulen mit Profil Inklusion bieten die gleiche individuelle und differenzierte Förderung, entsprechend den Fähigkeiten und Möglichkeiten und unabhängig vom sozioökonomischen und kulturellen Hintergrund. In Grund- und Mittelschule tragen der Gedanke und die Möglichkeiten einer inklusiven Beschulung gleichermaßen zur Persönlichkeitsbildung bei.

Neu ist im kommenden Schuljahr eine Klasse mit festem Lehrertandem an der Mittelschule Lappersdorf, die schon seit einem Jahr Schule mit "Profil Inklusion" ist. Erfreulicherweise genehmigte das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst auch die (Wieder)-Einrichtung einer Tandemklasse an der Konrad-Grundschule Regensburg in der 1. Jahrgangsstufe. Zusammen mit der Grundschule Mitterteich waren beide im Schuljahr 2011/2012 die ersten Schulen in der Oberpfalz mit dieser Einrichtung. Entsprechend groß ist deren Erfahrung.

Zur Begriffsklärung: In den sog. "Tandemklassen" werden Schülerinnen und Schüler mit sehr hohem sonderpädagogischen Förderbedarf im gemeinsamen Unterricht mit Kindern ohne Förderbedarf unterrichtet. Je eine Lehrkraft der allgemeinen Schule und eine Lehrkraft für Sonderpädagogik arbeiten in diesen Klassen gemeinsam.

Der gemeinsame Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung versteht sich dabei ganz im Sinne von einbeziehend und dazugehörig. Individueller Bildungserfolg, umfassende Persönlichkeitsentwicklung, selbstbestimmte Lebensführung und insbesondere die Teilhabe an der Gesellschaft sind die anzustrebenden Ziele.

Das multiprofessionelle Zusammenwirken verschiedener Professionen ist für die gewinnbringende Verwirklichung dieser inklusiven Bildung eine zwingende Notwendigkeit. Nur so kann das spezifische Lernangebot kompetent im ständigen Miteinander gestaltet und umgesetzt werden. In all diesen Schulen greifen somit inklusive Maßnahmen, die stets die Vorlage eines Bildungs- und Erziehungskonzepts, das von der gesamten Schulfamilie gemeinsam getragen werden muss, eine enge Kooperation mit den Förderzentren und die herausragende Gewichtung des Themas Inklusion im Schulentwicklungsprozess voraussetzen.

Lehrkräfte der Förderzentren werden in das Kollegium der allgemeinen Schule mit entsprechendem Stundenbudget fest eingebunden, wobei die Schulen insgesamt mit zusätzlichen Lehrerstunden ausgestattet werden.

Die Förderzentren unterstützen als Kompetenzpartner die Regelschulen bei der Inklusion in hohem Maße, sind aber zugleich auch weiterhin Lernort für Schülerinnen und Schüler mit spezifischem sonderpädagogischem Förderbedarf.

Für alle Schülerinnen und Schüler und die gesamte Schulfamilie erweist sich die Beschulung in inklusiver Form als großer Zugewinn.

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