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Presseinfo

Nr. 526: 23.12.2014 
Hilfe für Schwangere:

Caritas, Donum Vitae, Gesundheitsamt und Pro Familia bauen anonymes Beratungsangebot weiter aus und vernetzen sich mit Kooperationspartnern zur vertraulichen Geburt in Stadt und Landkreis Regensburg

Eine Schwangerschaft ist nicht immer nur ein Grund zur Freude: Frauen, die ihre Schwangerschaft verheimlichen, befinden sich in einer schwerwiegenden, mit Angst und Rückzug verbundenen Krise. Sie haben große Angst sich jemandem zu offenbaren, sie sind verzweifelt und isoliert. Aber keine Frau in Stadt und Landkreis Regensburg muss allein bleiben mit ihrer Angst oder ihr Kind heimlich, ohne medizinische Begleitung, zur Welt bringen. Das Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt hat zum Ziel den Frauen rechtssicher zu helfen – Deswegen bauen Schwangerschaftsberatungsstellen in Stadt und Landkreis Regensburg ihre anonymen Hilfen weiter aus und beziehen wichtige Kooperationspartner mit ein. Sie bieten eine professionelle, jederzeit auch anonyme Beratung und einfühlsame, kontinuierliche Begleitung vor und nach der Geburt. Sie unterstützen Frauen, wenn diese die vertrauliche Geburt wünschen innerhalb des Spektrums anonymer Hilfs- und Beratungsangebote, damit eine geschützte und medizinisch begleitete Entbindung ermöglicht und einem Kind die Chance gegeben wird, mit 16 Jahren seine Herkunft zu erfahren. Ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Die Mitarbeiterinnen der Schwangerschaftsberatungsstellen von Caritas, Donum Vitae, Gesundheitsamt und Pro Familia sind kompetent und besonders für diese Aufgabe geschult. Gemeinsam mit betroffenen Frauen suchen sie gute Lösungen für individuelle Lebenslagen.

Schwangerschaftsberatungsstellen spielen bei der Begleitung der vertraulichen Geburt eine zentrale Rolle. Sie steuern und organisieren das gesamte Verfahren. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sehen jedoch auch eine intensive Kooperation zwischen allen beteiligten Einrichtungen vor. Es müssen Abstimmungen und Absprachen getroffen werden, damit im Falle eines Falles alles reibungslos für die Frauen verläuft. Auf Anregung der vier Beratungsstellen und auf Einladung der Regierung der Oberpfalz hatten am 16.12. alle Akteure zur Umsetzung der vertraulichen Geburt in Regensburg Gelegenheit zum Austausch. Neben den drei staatlich anerkannten Beratungsstellen von Donum Vitae, Gesundheitsamt und Pro Familia und der kath. Schwangerschaftsberatungsstelle der Caritas, waren Vertreter der beiden großen Geburtskliniken St. Hedwig und St. Josef ebenso geladen, wie die Adoptionsvermittlungsstellen von Stadt bzw. Landkreis Regensburg und der kath. Jugendfürsorge. Vertreterinnen des Bayerischen Hebammenverbandes sowie eine Vertreterin des Standesamtes komplettierten die Runde.

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Wie verläuft eine vertrauliche Geburt?

Ideal ist es, wenn sich eine Frau in Not zuerst an eine Schwangerschaftsberatungsstelle wendet. Nach einer ausführlichen Beratung wird ein Pseudonym gesucht, das die Anonymität der Schwangeren für den weiteren Verlauf sicherstellt. Die Adoptionsvermittlungsstelle kann zu diesem Zeitpunkt schon mit einbezogen werden. Die Suche nach geeigneten Eltern für das Kind beginnt, wobei die Vorstellungen der Schwangeren mit einfließen. Die Mutter kann einen Brief für das Kind hinterlassen und auch ein kleines Geschenk. Auch dabei muss die Frau ihre Anonymität nicht aufgeben.

Der Weg zur gewünschten Geburtshilfe wird angebahnt. Die Frauen werden auf Wunsch dorthin von einer Beraterin begleitet. Nach der Entbindung wird dem Kind von der Kreisverwaltungsbehörde ein Name gegeben. Dieser wird in das Geburtenregister eingetragen. Das Kind wächst bei der ausgewählten Familie auf.

Mit 16 Jahren kann sich das Kind an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) wenden, um dort den Namen der Mutter zu erfahren. Im Gesetz ist jedoch vorgesehen, dass die Mutter rechtzeitig eine Erklärung abgeben kann um dies zu verhindern, wenn auch nach 16 Jahren die Aufgabe der Anonymität aus gewichtigen Gründen nicht möglich ist. Allerdings muss dafür das Familiengericht mit einbezogen werden. Die Entscheidung darüber liegt nicht mehr alleine in den Händen der Frau.

Das kostenlose Hilfetelefon „Schwangere in Not – anonym & sicher“: 0800 40 40 020 ist rund um die Uhr erreichbar und hilft in mehreren Sprachen sowie barrierefrei. Es bietet den Schwangeren erste Unterstützung und vermittelt an die lokalen Schwangerschaftsberatungsstellen weiter.

Umfassende Informationen finden sich auf: www.geburt-vertraulich.de

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Anhang:

Scan zur Durchführung des Verfahrens zur vertraulichen Geburt

Pressekontakt:

Marianne Spahn, Regierung der Oberpfalz, marianne.spahn@reg-opf.bayern.de

Barbara Altenburg , Schwangerschaftsberatung der Caritas, regensburg@caritas-schwangerschaftsberatung.de

Sira Pilzecker, Pro Familia Regensburg, regensburg@profamilia.de

Annemarie Rödl, Schwangerschaftsberatung Gesundheitsamt, schwangerenberatung@landratsamt-regensburg.de

Bianca Winkler, Donum Vitae Regensburg, regensburg@donum-vitae-bayern.de

Gerne vermitteln wir Ihnen Kontakte und Interviews.

Weitere Informationen und Bildmaterial finden Sie unter www.bmfsfj.de.

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