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Presseinfo

Nr. 346: 27.08.2014 
Grund- und Mittelschulen - Inklusion im Regierungsbezirk Oberpfalz

Auch im kommenden Schuljahr 2014/2015 wird die Umsetzung des Art. 24 der UN-Behindertenrechts-Konvention mit vier neuen Schulen mit dem „Profil Inklusion“ weitergeführt. Die vier "Neuen" sind die Mittelschule Ursensollen (Lkr. Amberg-Sulzbach), die "Max-Reger-Mittelschule" in Weiden, die "Hans-Herrmann-Grundschule" in Regensburg und die Mittelschule Lappersdorf im Landkreis Regensburg. In den sieben Schulaufsichtsbezirken der Oberpfalz unterrichten dann insgesamt bereits 15 Schulen Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf auf der Grundlage eines gemeinsamen Bildungs- und Erziehungskonzeptes. Im Sinne einer kontinuierlichen Höherführung halten dann auch fünf Mittelschulen dieses Angebot bereit.

Unterrichtsformen und Schulleben, Lernen und Erziehung sind auf die besonderen Anforderungen dieser Schülerinnen und Schüler ausgerichtet, wobei den Bedürfnissen der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in besonderem Maß Rechnung getragen wird.

Als erste und gemeinsame Schule für unsere Kinder ist die Grundschule ein Bildungsort, der mit seinen unterschiedlichsten Begabungen, individuellen Lern- und Unterstützungsbedürfnissen, verschiedensten kulturellen Hintergründen und vielen weiteren Gegebenheiten eine besonders hohe Heterogenität aufweist. Daher benötigt sie passgenaue Antworten und Lösungen, die unseren Schülerinnen und Schülern mit und ohne Förderbedarf gerecht werden.

Nahtlos anschließend, bieten auch die Schulen mit Profil Inklusion an den Mittelschulen individuelle und differenzierte Förderung, entsprechend den Fähigkeiten und Möglichkeiten und unabhängig vom sozioökonomischen und kulturellen Hintergrund. Der Gedanke und die Möglichkeiten einer inklusiven Beschulung tragen in Grund- und Mittelschule gleichermaßen zur Persönlichkeitsbildung bei.

Entsprechend der jeweiligen Situation vor Ort halten unsere Schulen im Rahmen der Inklusion verschiedene Klassenformen vor.

Das neue Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sichert zunächst die Fortführung und Weiterentwicklung der bewährten Formen kooperativen Lernens, wie sie seit Jahren an unseren Schulen intensiv gepflegt werden.

Die Zahl der Kooperationsklassen, Partnerklassen und Schulen mit Inklusion einzelner Schülerinnen und Schüler in Regelklassen haben auch im neuen Schuljahr zugenommen. Sie bringen ihre wertvollen Erfahrungen verstärkt in unsere Schulen mit Profil „Inklusion“ ein. An sehr vielen Schulen gibt es zwischenzeitlich immer mehr Regelklassen, in denen Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf betreut und unterrichtet werden. Diese Schulen haben sich seit Jahren dem inklusiven Gedanken verschrieben und praktizieren in gewinnbringender Form und hohem Engagement mit beachtlichen Erfolgen für die gesamte Schulfamilie einzelintegrative Maßnahmen.

Es gibt auch weiterhin an der Theobald-Schrems-Grundschule Mitterteich und an der Konrad-Grundschule Regensburg Klassen mit einem festen Lehrertandem, die sog. „Tandemklassen“. Schülerinnen und Schüler mit sehr hohem sonderpädagogischen Förderbedarf werden hier im gemeinsamen Unterricht mit Kindern ohne Förderbedarf unterrichtet. Je eine Lehrkraft der allgemeinen Schule und eine Lehrkraft für Sonderpädagogik arbeiten in diesen Klassen gemeinsam.

Das multiprofessionelle Zusammenwirken verschiedener Professionen ist für die gewinnbringende Verwirklichung dieser inklusiven Bildung eine zwingende Notwendigkeit. Nur so kann das spezifische Lernangebot kompetent im ständigen Miteinander gestaltet und umgesetzt werden. In all diesen Schulen greifen somit inklusive Maßnahmen, die stets die Vorlage eines Bildungs- und Erziehungskonzepts, das von der gesamten Schulfamilie gemeinsam getragen werden muss, eine enge Kooperation mit den Förderzentren und die herausragende Gewichtung des Themas Inklusion im Schulentwicklungsprozess voraussetzen. Lehrkräfte der Förderzentren werden in das Kollegium der allgemeinen Schule mit entsprechendem Stundenbudget fest eingebunden, wobei die Schulen insgesamt mit zusätzlichen Lehrerstunden ausgestattet werden.

Der gemeinsame Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung versteht sich im Sinne von einbeziehend und dazugehörig. Individueller Bildungserfolg, umfassende Persönlichkeitsentwicklung, selbstbestimmte Lebensführung und insbesondere die Teilhabe an der Gesellschaft sind die anzustrebenden Ziele. Die Förderzentren unterstützen als Kompetenzpartner die Regelschulen bei der Inklusion, sind aber zugleich auch weiterhin Lernort für Schülerinnen und Schüler mit spezifischem sonderpädagogischem Förderbedarf.

Für alle Schülerinnen und Schüler und die gesamte Schulfamilie erweist sich die Beschulung in inklusiver Form als großer Zugewinn.

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