Startseite / Aktuelle Presseinformationen /
Presseinfo

Nr. 222: 30.08.2013 
„Kaufmann für Büromanagement“ – ein lang ersehnter Allrounder wird ab 2014 Ausbildungsrealität

Nach langen Diskussionen und steigendem Reformdruck heißt es nach über 20 Jahren von drei altgedienten Berufsbildern Abschied zu nehmen. Der Bürokaufmann, der Kaufmann für Bürokommunikation und der Fachangestellte für Bürokommunikation verschmelzen zu einem Beruf. Der neue Kaufmann für Büromanagement ist der lang ersehnte Allrounder, der von Ausbildungsbetrieben und von den Berufsschulen gefordert wird. Am Ende entsteht dadurch Deutschlands größter kaufmännischer Beruf, der über 90.000 Ausbildungsverträge aus Industrie, Handel, Handwerk, aus dem Dienstleistungssektor und dem öffentlichen Dienst zählen wird. In der Oberpfalz ist mit 1.600 Auszubildenden zu rechnen, die an sieben Standorten beschult werden.

Experten sind sich einig, dass in den vergangenen Jahren zu viele Berufe entstanden sind. Derzeit wird in 140 von 349 anerkannten Ausbildungsberufen lediglich 1 % der Jugendlichen ausgebildet. Diese Zersplitterung hat gravierende Folgen. Vor allem in ländlichen Gegenden wird es vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen immer schwieriger, das komplette berufliche Bildungsangebot aufrechtzuerhalten. Beschulungsangebote müssen großflächig gebündelt werden, was für viele Jugendliche zu langen Schulwegen führt und somit zu einem Attraktivitätsverlust für den einzelnen Beruf.

Mit dem neuen „Kaufmann für Büromanagement“ soll dies verhindert werden. Das Berufsprofil ist gekennzeichnet durch grundlegende Büro- und Geschäftsprozesse, die durch mindestens zwei Wahlqualifikationen ergänzt werden sollen. Der Ausbildungsbetrieb kann aus einem Pool von ca. 10 – 12 Modulen die Qualifikationen wählen, welche er für seine betrieblichen Belange besonders braucht. Dadurch gelingt es, vor allem dem Ausbildungsbedarf kleinerer Betriebe gerecht zu werden. Die Abschlussprüfung wird künftig "gestreckt", das heißt in zwei Teilen abgelegt. Der erste Teil wird Mitte des zweiten Ausbildungsjahres und der zweite Teil am Ende der dreijährigen Ausbildung absolviert. Somit entfällt die Zwischenprüfung, die bislang nicht Eingang in die Abschlussnote fand. Was den schulischen Teil betrifft, so wird die bisherige Fächerorientierung zugunsten einer verstärkten Handlungsorientierung aufgegeben. Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit ist die Vermittlung von berufsbezogenen und berufsübergreifenden Kompetenzen. Sie sollen den jungen Menschen befähigen, sich in einer immer schneller verändernden Wissensgesellschaft zurechtzufinden. Zahlen belegen, dass fünf Jahre nach Abschluss der Ausbildung nur noch etwa 50 % der Auszubildenden in ihrem erlernten Beruf tätig sind. Von daher ist es wichtig, dass in der beruflichen Erstausbildung eine breite Wissensbasis vermittelt wird, auf deren Grundlage ein lebenslanges Lernen gelingen kann. Der Kaufmann für Büromanagement scheint hierfür die idealen Voraussetzungen zu bieten. Die Regierung der Oberpfalz bereitet ab kommenden Herbst in verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen ihre Lehrkräfte auf den neuen Beruf vor.

Druckversion


Pressestelle der Regierung der Oberpfalz
Briefanschrift: 93039 Regensburg, Dienstgebäude: Emmeramsplatz 8
Pressesprecher: Markus Roth (Telefon: 0941 5680-1105 oder -1195)
Vertreterin: Kathrin Kammermeier (Telefon: 0941 5680-1152)
Telefax: 0941 5680-1106
E-Mail: presse@reg-opf.bayern.de
Internet: www.regierung.oberpfalz.bayern.de

 
Unser Angebot

Stichwortsuche:


[zur erweiterten Suche]

Alphabetisch suchen:

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P, Q | R | S | T | U | V | W | X, Y, Z

© Regierung der Oberpfalz
93039 Regensburg
[Impressum]
[Datenschutzerklärung]