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Presseinfo

Nr. 286: 29.08.2011 
Schulprojekt "Inklusion" in der Oberpfalz

Mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 starten die ersten 41 Schulen in Bayern mit dem Profil „Inklusion“. Im Regierungsbezirk Oberpfalz wurden vier Standorte genehmigt:

- die Theobald-Schrems Grundschule Mitterteich
- die Marien-Grundschule Tirschenreuth
- die Konrad-Grundschule Regensburg
- die Johann-Michael-Sailer-Schule Barbing
.

Die Einführung von Schulen mit dem Schulprofil „Inklusion“ zählt zu einer Reihe von Maßnahmen, die sich die Umsetzung der UN-Behindertenrechts-Konvention zum Ziel setzen. Diese Schulen wurden mit Konsens der gesamten Schulgemeinschaft eingerichtet, Schulaufsichtsbehörden und Schulaufwandsträger mussten zustimmen.

In einer Schule mit dem Schulprofil „Inklusion“ werden Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf auf der Grundlage eines gemeinsamen Bildungs- und Erziehungskonzeptes in Unterricht und Schulleben individuell gefördert. Unterrichtsformen und Schulleben, Lernen und Erziehung müssen auf die Vielfalt dieser Schülerinnen und Schüler ausgerichtet sein, wobei den Bedürfnissen der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in besonderem Maß Rechnung getragen wird.

Alle vier genannten Schulen arbeiten nach einem Bildungs- und Erziehungskonzept, das von der gesamten Schulfamilie insgesamt getragen wird. Lehrkräfte der Förderschule werden in das Kollegium der allgemeinen Schule mit entsprechendem Stundenbudget fest eingebunden, wobei die Schule insgesamt mit zusätzlichen Lehrerstunden ausgestattet wird.

An zwei der genannten Schulen mit dem Profil „Inklusion“ gibt es Klassen mit einem festen Lehrertandem, die sog. „Tandemklassen“.

Es sind dies die Theobald-Schrems-Grundschule Mitterteich und die Konrad-Grundschule Regensburg. In jeweils einer 1. Klasse an diesen Schulen werden Schülerinnen und Schüler mit sehr hohem sonderpädagogischen Förderbedarf im gemeinsamen Unterricht mit Kindern ohne Förderbedarf unterrichtet. Je eine Lehrkraft der allgemeinen Schule und eine Lehrkraft für Sonderpädagogik arbeiten in diesen Klassen gemeinsam.

Der gemeinsame Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung versteht sich im Sinne von einbeziehend und dazugehörig. Individueller Bildungserfolg, umfassende Persönlichkeitsentwicklung, selbstbestimmte Lebensführung und insbesondere die Teilhabe an der Gesellschaft sind die anzustrebenden Ziele.

Die Förderschulen bleiben selbstverständlich Kompetenzzentren, unterstützen die Regelschulen bei der Inklusion und sind zugleich auch weiterhin Lernort für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Die Umsetzung zur inklusiven Schule erfolgt dabei schrittweise. Auch bisher hatten sich in der Oberpfalz schon viele Regelschulen dem inklusiven Gedanken verschrieben und Kinder mit Förderbedarf als einzelintegrative Maßnahmen mit großem Erfolg für die gesamte Schulfamilie praktiziert.

Der Entwurf zur Änderung des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sichert selbstverständlich auch die Fortführung und Weiterentwicklung der bewährten Formen kooperativen Lernens, wie sie seit Jahren an unseren Schulen intensiv gepflegt werden. Die Erfahrungen in den bestehenden Kooperationsklassen, den Partnerklassen (ehemals Außenklassen), den offenen Klassen der Förderschule und der Inklusion einzelner Schülerinnen und Schüler kommt der Arbeit an den Schulen mit Profil „Inklusion“ und in den „Tandemklassen“ zugute.

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