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Presseinfo

Nr. 220: 21.06.2011 
Oberpfälzer Einsatzkräfte übten in Unterfranken

100 Einsatzkräfte aus dem Regierungsbezirk Oberpfalz haben am vergangenen Wochenende im unterfränkischen Landkreis Miltenberg den Einsatz von Hilfeleistungskontigenten geprobt. Im gesamten Landkreis waren hierfür Einsatzszenarien entwickelt worden, die von Vorauskommandos aus der Oberpfalz erkundet und bewertet werden mussten.

Zum Einsatz kommen Hilfskontingente immer dann, wenn Großschadenslagen auftreten und die Einsatzkräfte vor Ort die Situation nicht mehr beherrschen. Im Landkreis Miltenberg würde in einem solchen Fall ein Hilfsersuchen an die Regierung von Unterfranken gerichtet. Das Innenministerium würde anschließend Hilfskontingente in Marsch setzen. Solche Kontingente wurden mittlerweile in allen bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten gebildet. Diese Hilfsverbände, die aus Feuerwehren sowie Kräften des Technischen Hilfswerks bestehen können, sollen binnen eines Tages einsatzbereit sein.

Wie ein solcher Einsatz aussehen könnte, hat das Hilfskontingent des Landkreises Miltenberg schon bei einer Übung im April 2011 im Landkreis Bad Kissingen erfahren. "Diese Übung hat ganz wichtige Erkenntnisse gebracht", sagte Landrat Roland Schwing bei der Begrüßung der Einsatzkräfte am Freitagabend im Innenhof des Miltenberger Johannes-Butzbach-Gymnasiums. Um das Engagement aller Helfer an diesem Abend zu würdigen, hatte der Landrat seinen geplanten Urlaubsantritt eigens um einen Tag verschoben. Die überörtliche Hilfe sei sehr wichtig, betonte der Landrat und verwies darauf, dass der Landkreis selbst schon davon profitiert habe. Beim Hochwasser im Jahr 1995 hätten auswärtige Kräfte in Miltenberg geholfen, im Gegenzug seien Helfer aus Miltenberg im Jahr 2002 beim Oderhochwasser im Einsatz gewesen. "Dieses solidarische Hilfeleistungssytem kann sich sehen lassen", sagte Schwing und verwies auf bestens ausgebildete und hochmotivierte Mitarbeiter in den Hilfsorganisationen.

Die 100 Hilfskräfte aus der Oberpfalz waren am Freitagvormittag um 10 Uhr alarmiert worden; die ersten trafen am Freitag um 14.30 Uhr ein. Sie schlugen in der Turnhalle des Gymnasiums ein Feldlager auf und wurden am Samstagmorgen mit zahlreichen Katastrophenszenarien im gesamten Landkreis konfrontiert. Die Vorauskommandos von Landkreis und Stadt Amberg sowie des Landkreises Tirschenreuth erkundeten ausgefallene Wasserversorgungssysteme in Eichenbühl und Stadtprozelten, die Einheit aus dem Landkreis Neumarkt erkundete Ölschäden in Kleinheubach und Amorbach. Das Vorauskommando aus der Stadt Weiden hatte es mit Sturmschäden in Eschau, Wildensee und Altenbuch zu tun. Eine höchst anspruchsvolle Aufgabe hatten die Kräfte aus dem Landkreis Regensburg: Sie sollten nach der Explosion einer sogenannten schmutzigen Bombe in Niedernberg eine Auffangstelle für Pendler vorbereiten. Kreisbrandrat Meinrad Lebold bezeichnete diesen Übungsteil als „höchst interessant“; die Feuerwehrführung erhoffte sich dabei wichtige Erkenntnisse.

Natürlich war auch das Hochwasser Thema eines Szenarios: So hatten es die Kräfte aus dem Landkreis Cham mit Hochwassereinsätzen in Wörth, Kleinheubach und Miltenberg zu tun. In Miltenberg trafen sich der Chamer Kreisbrandinspektor Michael Stahl und Feuerwehrkommandant Matthias Roider (Lam) am Morgen im Feuerwehrgerätehaus mit dem Miltenberger Kommandanten Matthias Rudolf und Kreisbrandinspektor Erich Reis (Obernburg). Von hier aus fuhr die Gruppe zusammen mit Silvio Wolny und Benjamin Zeller (beide Feuerwehr Miltenberg) das Miltenberger Schwarzviertel ab, wo es mehrere Einsatzszenarien zu erkunden gab. Zettel, die an verschiedenen Gebäuden angebracht waren, beschrieben dabei die Schadenslage.

Ob Wasserrückstau, Gasaustritt in der Alten Volksschule, im Überschwemmungsgebiet treibende Gasflaschen, ein beschädigter Quickdamm oder gar 20 Menschen mit Atemnot – die beiden Fachleute machten an jeder Station Halt und übertrugen die Lage akribisch in eine eigens hierfür entwickelte Checkliste. Anschließend mussten Stahl und Roider über das weitere Vorgehen entscheiden. Akutsituationen meldeten sie sofort an die Einsatzzentrale im Miltenberger Landratsamt. Im Ernstfall würden von dort aus die Einsatzkräfte in Marsch gesetzt. Alle anderen Schadensfälle, die keine akuten Handlungen erforderten, wurden in der örtlichen Einsatzzentrale der Chamer Helfer in Kleinheubach in den Computer eingegeben und danach an die zentrale Einsatzstelle weitergemeldet. Im Ernstfall würden kurz nach der Bewertung aller Szenarien die Hilfskontigente aus der Oberpfalz vor Ort eingetroffen sein, um die einheimischen Helfer zu unterstützen. Am späten Nachmittag trafen sich alle Übungsteilnehmer im Miltenberger Gymnasium, um die Übung zu besprechen und Lehren daraus zu ziehen.

Voll eingebunden in die Übung waren das Landratsamt Miltenberg sowie die Feuerwehren in den betroffenen Ortschaften mit Kreisbrandrat Meinrad Lebold an der Spitze. Sie hatten den Oberpfälzer Einheiten die Erkundungsaufgaben zugewiesen, vor Ort die Übernachtung und die Verpflegung organisiert sowie zusammen mit der Übungsleitung – Kreisbrandmeister Johann Glötzl und Bezirksfeuerwehrverbandsvorsitzender und Kreisbrandrat Waldemar Knott (beide Landkreis Regensburg) –die Übung koordiniert. Zur Übungsbeobachtung waren auch Vertreter der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg sowie der Fachberater der Regierung der Oberpfalz, Norbert Koller, vor Ort.

Foto.

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