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Presseinfo

Nr. 096: 06.04.2011 
2. Bayerische Impfwoche vom 04.04. bis 09.04.2011

Die 2. Bayerische Impfwoche findet vom 04. April bis 09. April 2011 statt. Dieses Jahr werden ausdrücklich die Masern- und Keuchhustenimpfung in den Mittelpunkt gestellt, da bei beiden Impfungen im Jugend- und Erwachsenenalter große Impflücken klaffen, die durch die intensivierte Aufklärung geschlossen werden sollen.

Im Zusammenhang mit den erweiterten Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird verstärkt auf die "Kokon-Strategie" hingewiesen, die verdeutlicht, dass bereits ungeimpfte Säuglinge oder immungeschwächte Personen von einer guten Durchimpfungsrate der Erwachsenen profitieren und von impffähigen Erkrankungen verschont bleiben.

Masern werden gelegentlich noch als harmlose Kinderkrankheit verkannt; sie können jedoch schwere, bisweilen tödliche Verläufe nehmen. In den Entwicklungsländern zählt die durch das Masernvirus ausgelöste, hochansteckende Erkrankung noch zu den häufigsten Todesursachen für Kinder. Aber auch in Deutschland kommen immer noch masernbedingte Todesfälle vor. So erkranken z.B. jährlich noch ca. 3 Kinder an der sehr seltenen, stets tödlich verlaufenden Spätfolge von Masern, einer erst Jahre nach der Infektion auftretenden Gehirnentzündung (subakute sklerosierende Panenzephalitis, SSPE). An Masern erkrankte Säuglinge scheinen für eine spätere SSPE-Erkrankung ein erhöhtes Risiko zu haben. Da Säuglinge aufgrund Ihres Alters noch nicht gegen Masern geimpft werden können, sind sie im besonderen Maße auf ein geschütztes Umfeld angewiesen.

Ein wichtiges Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO ist es daher, die komplikationsreiche Erkrankung Masern über hohe Impfraten aus Europa bis zum Jahr 2015 zu verdrängen. Dank ansteigender Impfraten sind die Masernerkrankungszahlen in Deutschland deutlich zurückgegangen, jedoch führen Impflücken immer noch zu regional begrenzten Ausbrüchen. Allein in Bayern wurden im Jahr 2010 über 200 Masernerkrankungen registriert, von denen ungefähr ein Drittel im Krankenhaus meist aufgrund von Komplikationen wie z.B. Lungenentzündung, behandelt werden mussten. In den letzten Jahren ist der Anteil von erkrankten Jugendlichen und junge Erwachsenen gestiegen – ein Hinweis auf Immunitätslücken in dieser Altersgruppe. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat daher aktuell die Impfempfehlungen zu Masern erweitert: So wird die Impfung nicht nur für Kinder, sondern auch für alle jungen Erwachsenen ab dem Geburtsjahr 1970 empfohlen, die bisher nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft wurden bzw. die ihren Impfstatus nicht wissen. Als Impfstoff der Wahl gilt der Kombinationsimpfstoff mit Mumps- und Röteln- sowie ggf. auch Windpockenimpfung. Nur die zweimalige Impfung bietet einen optimalen Schutz.

Keuchhusten ist eine hoch ansteckende bakteriell ausgelöste Atemwegserkrankung, die bei Kindern meist über Wochen andauernde, schwere quälende Hustenattacken verursacht. Säuglinge zeigen oft nicht den typischen Husten, sie sind durch einen Atemstillstand besonders gefährdet. Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft Keuchhusten oftmals als lang dauernder Husten ohne die typischen Hustenanfälle.

Komplikationen des Keuchhustens sind u.a. begleitende Lungenentzündungen durch andere Erreger, Krampfanfälle und Gehirnbeteiligungen mit bleibenden Dauerschäden. Die Infektion hinterlässt oft keine andauernde Immunität, erneute Erkrankungen sind möglich. Auch die Impfung, welche in der Regel in Kombination mit Tetanus- und Diphtherie-Impfung verabreicht wird, hinterlässt keine lebenslange Immunität und je eine Wiederauffrischimpfung im Vorschul- und Schulalter sind seit Jahren empfohlen.

In den letzten Jahren kam es zu einer Verschiebung der Erkrankung in das Jugend- und Erwachsenenalter, daher ist diese Altersgruppe auch vermehrt zu einer Ansteckungsquelle für Säuglinge geworden. Die STIKO hat daher aktuell auch die Impfempfehlungen zu Keuchhusten erweitert: Die nächste fällige Auffrischimpfung gegen Tetanus im Erwachsenenalter sollte als Kombinationsimpfung Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten erfolgen. Das bedeutet, dass bei jeder Diphtherie-Tetanusauffrischimpfung geprüft werden muss, ob nicht eine Kombination mit Keuchhusten anzuwenden ist. Zusätzlich sollten alle Personen mit engem Kontakt zu Neugeborenen und Säuglingen ihren Impfschutz gegen Keuchhusten vorab überprüfen lassen und an eine regelmäßige Auffrischung denken.

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