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Presseinfo

Nr. 208: 10.06.2010 
Regierung erweitert erneut die Möglichkeiten zum Abschuss von Kormoranen

Die auch in der Oberpfalz anhaltend hohen Kormoranbestände verursachen teilweise gravierende Einbrüche bei den Fischbeständen der gewerblich genutzten Teichanlagen. Sie bedrohen darüber hinaus zunehmend gefährdete Fischarten in Fließgewässern.

Obwohl der Kormoran (Phalacrocorax carbo) eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Tierart ist und als europäische Vogelart auch unter dem allgemeinen Schutz der Vogelschutzrichtlinie steht, ist er aufgrund einer bestehenden artenschutzrechtlichen Ausnahmeverordnung (AAV) der Bayer. Staatsregierung bereits weitgehend bejagdbar. Ausgenommen sind wegen des Schutzes anderer, oft hochgradig gefährdeter Vogelarten nur Natur- und Vogelschutzgebiete sowie aus Tierschutzgründen die Brutzeit. Hier können jedoch die Bezirksregierungen zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der heimischen Tierwelt weitere Ausnahmen genehmigen.

Die Regierung der Oberpfalz hat in der Vergangenheit solche Ausnahmen durch Allgemeinverfügung vom 02. April 2009 über den Abschuss von Kormoranen an erwerbswirtschaftlich genutzten Teichanlagen und die Verhinderung der Neugründung von Brutkolonien in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Cham, Neustadt a.d. Waldnaab, Schwandorf und Tirschenreuth zugelassen. Außerdem wurden zahlreiche Abschussgenehmigungen in Einzelfällen erteilt.

Im Hinblick auf die trotzdem weiterhin bestehende Kormoranproblematik hat die Regierung der Oberpfalz nunmehr zum Schutz der besonderen Teichkultur in der Oberpfalz, zur Vermeidung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden, zum Schutz gefährdeter Fischarten aber auch zur Vereinfachung und Beschleunigung der bislang in kostenpflichtigen Einzelbescheiden erteilten Ausnahmen eine erweiterte Allgemeinverfügung erlassen. Diese ersetzt die o.g. Allgemeinverfügung vom 02. April 2009, die im Amtsblatt der Regierung der Oberpfalz vom 07. April 2009 veröffentlicht wurde (siehe hierzu Pressemitteilung Nr. 128 vom 07. April 2009).

Die neue Allgemeinverfügung vom 25. Mai 2010 wird im Amtsblatt der Regierung der Oberpfalz vom 11. Juni 2010 veröffentlicht und tritt am 12. Juni 2010 in Kraft. Sie erlaubt jetzt einen nochmals deutlich erweiterten Abschuss von Einzeltieren und eine noch umfassendere Verhinderung des Entstehens neuer Brutkolonien.

Gegenüber der bisherigen Allgemeinverfügung ergeben sich im Wesentlichen folgende Änderungen:

  • Der Geltungsbereich der Allgemeinverfügung erstreckt sich nunmehr über die Teichanlagen in den o.g. Landkreisen hinaus auch auf Teilabschnitte der Fließgewässer Donau, Naab mit Haidenaab, Regen mit Chamb und Vils mit Lauterach. Die jeweiligen Gewässerabschnitte sind in Karten dargestellt, die Bestandteil der Allgemeinverfügung sind. Zum Abschuss von Kormoranen im erlaubten Umfang befugt sind die Jagdausübungsberechtigten in einem Umkreis von 200 m um die genannten Teichanlagen bzw. Fließgewässerabschnitte.
  • Außerhalb von Naturschutzgebieten, Europäischen Vogelschutzgebieten und bestimmten Brutzonen für gefährdete Vogelarten wurde die zeitliche Beschränkung der Bejagung von Kormoranen grundsätzlich aufgehoben. Der Vergrämungsabschuss von Kormoran-Altvögeln ist jedoch aus Tierschutzgründen in der Zeit vom 01. April bis 15. August (Brut- und Aufzuchtzeit) nur außerhalb eines 30 km-Umkreises um die beiden in der Oberpfalz bestehenden Kormoran-Brutkolonien erlaubt.
  • Soweit die Allgemeinverfügung Europäische Vogelschutzgebiete erfasst, wurde dort, jedoch nur außerhalb von Naturschutzgebieten, der Abschuss von Kormoranen in der Zeit vom 01. September bis 15. Januar zugelassen. Durch den zusätzlichen Abschuss von Kormoranen während der ansonsten in dieser Zeit erlaubten Wasservogeljagd ist keine erhebliche Beeinträchtigung des Schutzzwecks und der Ziele der Vogelschutzrichtlinie in diesen Europäischen Vogelschutzgebieten zu erwarten.
  • Neugründungen von Brutkolonien dürfen von den Betreibern erwerbswirtschaftlich genutzter Teichanlagen bzw. den Fischereiberechtigten nach Maßgabe der hierzu im Einzelnen getroffenen Regelungen vor der Eiablage verhindert werden.

Ausgenommen von der Abschusserlaubnis sind die in der Allgemeinverfügung genannten Ruhezonen für gefährdete Brutvögel. Auch dort ist jedoch ein Vergrämungsabschuss des Kormorans nach den Bestimmungen der eingangs genannten artenschutzrechtlichen Ausnahmeverordnung (AAV) in der Zeit vom 16. August bis 14. März bzw. 31. März zulässig.

In Naturschutzgebieten ist die Bejagung des Kormorans unverändert ganzjährig verboten.

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