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Presseinfo

Nr. 025: 22.01.2010 
Verordnung über das Naturschutzgebiet "Regentalaue zwischen Cham und Pösing" in Kraft getreten

Mit der Veröffentlichung der Verordnung über das Naturschutzgebiet "Regentalaue zwischen Cham und Pösing im Amtsblatt der Regierung der Oberpfalz am 22.01.2010 ist dieser Abschnitt des Regentales rechtswirksam als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Grund für die Unterschutzstellung ist die herausragende Bedeutung des Gebietes als Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Der zwischen Pösing und Cham gelegene Abschnitt des Regentales stellt auf Grund seiner erheblichen Breite und des geringen Gefälles eine Besonderheit im gesamten Verlauf des Regentales dar. Besondere Wertigkeit haben im Gebiet der Flusslauf des Regen und die zulaufenden Bäche mit ihren Überschwemmungsgebieten, naturnahe Au- und Bruchwaldreste, extensiv genutzte Teichkomplexe, Feuchtwiesen, Flachmoore und Seggenrieder.

Bedingt durch diese besondere Ausprägung und die an diese Standortfaktoren angepasste traditionelle bäuerliche Landnutzung weist dieser Talabschnitt eine beträchtliche Biotopdiversität mit hoher Artenvielfalt, darunter eine Vielzahl gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Arten auf. So kommen in diesem jüngsten Naturschutzgebiet Bayerns weit über 1000 Tierarten vor, von denen 280 auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen. Von den mehr als 500 Pflanzenarten sind 76 auf der Roten Liste zu finden. Auf Grund dieser einzigartigen Artenausstattung wird das Gebiet in Fachkreisen bundes- und EU-weit als sehr bedeutsam eingestuft.

Die vorbereitenden Arbeiten für die jetzt erfolgte Ausweisung als Naturschutzgebiet gehen bis Ende der 1980er Jahre zurück, als unter der Trägerschaft des Landkreises Cham ein Förderprojekt des Bundes für Gebiete von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung aus der Taufe gehoben worden ist. Im Verlauf dieses Projektes und mehrerer Folgeprojekte wurden durch den Bund, den Bayerischen Naturschutzfonds und nicht zuletzt durch den Landkreis Cham in den vergangenen Jahren etwa 11 Mio. ? für Zwecke des Naturschutzes in das Gebiet investiert, von denen ein Großteil mittelbar und unmittelbar auch den dort wirtschaftenden Landwirten zu Gute kam. Diese Unterstützung sowie die Identifikation des Landkreis Cham mit dem Projekt haben wesentlich zur Akzeptanz vor Ort beigetragen.

Im Dezember 2008 wurde das offizielle Verfahren zur Ausweisung als Naturschutzgebiet mit der Anhörung von Fachstellen und Verbänden, sowie der öffentlichen Auslegung eingeleitet. Die über 300 eingegangenen schriftlichen Einwändungen und Anregungen wurden ausgewertet und in einem 2-tägigen öffentlichen Erörterungstermin Ende März 2009 mit den Betroffenen diskutiert. Als Ergebnis wurde der erste Verordnungsentwurf überarbeitet, wobei wesentliche Konfliktpunkte hinsichtlich der in erster Linie eingeschränkten landwirtschaftlichen Nutzung entschärft werden konnten.

Die Regentalaue ist mit ihrer Ausdehnung von mehr als 1.400 Hektar das größte Naturschutzgebiet der Oberpfalz. Die Sicherung des Gebietes stellt auch einen Meilenstein zur Umsetzung der im Jahre 2008 vom Bayerischen Ministerrat beschlossenen Biodiversitätsstrategie dar.

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