Nr. 197: 03.09.2004
Stand des Förderschulwesens in der Oberpfalz zum Schuljahresbeginn 2004/2005
Der Bayerische Landtag hat sich mit der Novellierung des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (BayEUG )im März 2003 für die Förderschulen als eigenständige Schulart entschieden und deren Bildungsauftrag deutlich akzentuiert: ?Die Förderschulen diagnostizieren, erziehen beraten und fördern Jugendliche, die der sonderpädagogischen Förderung bedürfen und deswegen an einer allgemeinen oder beruflichen Schule nicht oder nicht ausreichend gefördert werden können? (Art. 19 BayEUG).
Der Gesetzgeber hat mit dieser Änderung auch deutlich gemacht, dass integrative und kooperative Maßnahmen verstärkt ausgeweitet werden müssen.
Im Regierungsbezirk Oberpfalz wird im Schuljahr 2004/2005 versucht, die integrativen Bemühungen durch verstärkte präventive Maßnahmen zu ergänzen nach dem Motto: ?Frühe Hilfe ist die beste Hilfe!? Ca. 1700 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf erhalten ab dem 3. Lebens-monat bis zum Schuleintritt durch die mobile sonderpädagogische Hilfe spezielle Anregungen und Unterstützung zur Entwicklung ihrer Gesamtpersönlichkeit und ihrer Fähigkeiten in Hinblick auf ein selbständiges Lernen und Handeln. Etwa 800 Kinder (32 Einrichtungen, 83 Gruppen) werden zusätzlich in Schulvorbereitenden Einrichtungen auf den künftigen Schulbesuch vorbereitet. Es werden für den vorschulischen Bereich insgesamt mehr als 3.400 Lehrerstunden aufgewendet.
Die Zahl der Schüler in den 23 Sonderpädagogischen Förderzentren, in den 3 Schulen zur Lernförderung, in den 6 Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, in den 2 Schulen zur Erziehungshilfe und in den 2 Förderzentren mit den Förderschwerpunkten körperlich-motorische Entwicklung und dem Förderschwerpunkt Sehen u. weiterer Förderbedarf sowie in der Schule für Kranke ist mit 5050 im Vergleich zum Vorjahr (5075) relativ konstant geblieben.
Präventive Zielsetzungen werden in den Sonderpädagogischen Diagnose- und Förderklassen (ca. 900 Schüler in 78 Klassen) verfolgt.
Die pädagogische Wirklichkeit des Miteinander (Integration, Kooperation) von allgemeiner Schule und Förderschule entfaltet sich in folgenden Förderwegen, die konsequent weiterentwickelt werden:
Im Mobilen Sonderpädagogischen Dienst werden im kommenden Schuljahr ca. 1500 Schüler und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Grund- und Hauptschulen sowie an Regelberufsschulen gefördert. Für diese Schüler werden ca. 1100 Lehrerstunden (40 Sonderschullehrer) aufgewendet. Die Mobilen Sonderpädagogischen Dienste haben sich somit in den letzten Jahren zu einer entscheidenden Säule sonderpädagogischer Angebote entwickelt.
Die Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Mitterteich, Amberg, Irchenrieth und Regensburg bilden an Grundschulen ihres Einzugsgebietes insgesamt 6 Außenklassen. Durch die damit mögliche enge Kooperation zwischen Grundschule und Förderschule soll die Integration der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (geistige Entwicklung) forciert werden.
Einen Ausbau erfahren auch die sogn. Kooperationsklassen an Grund- und Hauptschulen. In diesen Klassen werden Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die von einer Förderschule zurück überwiesen worden sind, gemeinsam mit Grund- und Hauptschüler unterrichtet. Im kommenden Schuljahr werden im Regierungsbezirk insgesamt 12 Kooperationsklassen bestehen.
An den privaten beruflichen Schulen zur sonderpädagogischen Förderung steigt die Schülerzahl weiter stark an. Es ist mit ca. 1350 Jugendlichen in 97 Klassen und Gruppen zu rechnen. Etwa ein Drittel dieser Schüler befinden sich in berufsvorbereitenden Maßnahmen, ca. 800 Schüler werden für einen Beruf in 10 Berufsfeldern ausgebildet. Für die berufliche Rehabilitation der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden ca. 2200 Lehrerstunden benötigt.
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