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Presseinfo

Nr. 190: 27.08.2004 
Reform der Notengebung in der Grundschule

Bereits in seiner Regierungserklärung vom 6. November 2003 hat der bayerische Ministerpräsident eine Reform der Notengebung angekündigt. Das Reformkonzept für die Grundschule befindet sich seit zwei Jahren in der Entwicklung und wurde bayernweit an 30 Versuchsschulen erprobt. Beteiligt waren aus dem Regierungsbezirk Oberpfalz die Volksschule Michelsneukirchen, die Grund- und Teilhauptschule I Pemfling sowie die Volksschule Rötz im Schulamtsbereich Cham.

Nachdem die Erfahrungen der Versuchsschulen einbezogen wurden, ist der Entwicklungsprozess nun weitgehend abgeschlossen. Die neue Konzeption wird jetzt Eingang in die Grundschulen finden und im Laufe der nächsten beiden Schuljahre stufenweise umgesetzt.

Welche Ziele verfolgt die Reform?

Da die sog. "überfachlichen Kompetenzen" für den Erfolg des Kindes im späteren Leben immer mehr an Bedeutung gewinnen, sollen auch in der Schule Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten stärker gewichtet werden. Diesem Anliegen dienen eine entsprechende Förderung der Kinder - wie im Grundschullehrplan vorgesehen - und die Bewertung im Zeugnis. Deshalb wird die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler künftig noch genauer beobachtet und dokumentiert. Die Lehrkräfte führen während des Schuljahres für jedes Kind einen Beobachtungsbogen, der sich an diesbezüglichen Erziehungszielen orientiert. Im Zeugnis wird das Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten in Teilbereiche aufgegliedert, differenziert beschrieben und auch bewertet.

Wichtiges Ziel der Reform sind außerdem detaillierte, informative Zeugnisaussagen zum Lernstand und Lernfortschritt der Schüler. Daher werden die Fächer Deutsch und Mathematik im Zeugnis in Teilbereiche untergliedert. So können Lehrkräfte auf die jeweiligen Leistungen gezielter eingehen. Die Beschreibung individueller Lernfortschritte und möglicher Förderansätze erfolgt künftig in einem eigenen Zeugnisabschnitt.

Welche konkreten Änderungen sind bereits für das Schuljahr 2004/05 vorgesehen?

  1. Differenzierte Beobachtungen zum Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten
    In allen vier Jahrgangsstufen wird von den Lehrkräften für jedes Kind ein Beobachtungsbogen zum Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten geführt, der den Eltern zu Schuljahresbeginn vorgestellt wird. Der Bogen dient im laufenden Schuljahr auch als Grundlage für Elterngespräche und Elternberatung.
  1. Geänderte Zeugnisse in der 1. und 2. Jahrgangsstufe und Noten am Ende der 2. Jahrgangsstufe
    Im kommenden Schuljahr 2004/05 erhalten bereits die Kinder der Jahrgangsstufen 1 und 2 ihre Zeugnisse in geänderter Form und die Zweitklässler ? allerdings erst am Schuljahresende - in allen Fächern Noten.
    • Für Zwischen- und Jahreszeugnis der Jahrgangsstufe 1 sowie Zwischenzeugnis der Jahrgangsstufe 2 gilt:
      Die Zeugnisse werden wie bisher in Textform erstellt und enthalten keine Noten. Die Formulare sind jedoch schon nach Fächern (Deutsch, Mathematik, ?) unterteilt. Aufgezeigt werden auch individuelle Lernfortschritte des Kindes und eventuelle Förderansätze.
      Das Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten ist bereits in Teilbereiche untergliedert und wird ebenfalls in Textform beschrieben. Grundlage für die entsprechenden Aussagen im Zeugnis ist der von den Lehrkräften während des Schuljahres geführte Beobachtungsbogen.

    • Für das Jahreszeugnis der Jahrgangsstufe 2 gilt:
      Die Kinder erhalten erstmals Noten in allen Fächern. Damit wird auch dem Wunsch vieler Eltern nach einer eindeutigen Feststellung des Leistungsstandes entsprochen. In Deutsch, Mathematik sowie im Heimat- und Sachunterricht wird die jeweilige Gesamtnote durch stichwortartige Leistungsbeschreibungen erläutert. Diese beziehen sich in Deutsch und Mathematik auf Teilbereiche der Fächer. Z.B. erfolgen im Fach Mathematik differenzierte Bemerkungen zu "Geometrie", "Zahlen und Rechnen" und zu "Sachbezogene Mathematik". Die Noten in diesen Bereichen werden jedoch nicht einzeln ausgewiesen.

      Am Ende der Jahrgangsstufe 2 werden alle im Zeugnis genannten Teilbereiche des Sozial-, Lern- und Arbeitsverhaltens ? zusätzlich zur Bemerkung ? in Buchstabenform bewertet. Z.B. sind im Abschnitt ?Sozialverhalten? Aussagen zu den Bereichen ?Soziale Verantwortung ? Kooperation ? Kommunikation ? Konfliktverhalten? zu finden, dazu jeweils eine eigene Bewertung durch die Buchstaben A (ausgezeichnet), B (gut ausgeprägt), C (zufrieden stellend) oder D (nicht zufrieden stellend).

Erst im Schuljahr 2005/06 wird es auch für die Kinder der 3. und 4. Jahrgangsstufe neue Zeugnisse geben, die in Form und Bewertung den Jahreszeugnissen der 2. Jahrgangsstufe entsprechen. Zusätzlich werden stichwortartige Aussagen zu den Leistungen im Fremdsprachenunterricht enthalten sein.

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