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Presseinfo

Nr. 464: 08.12.2008 
Verordnungsentwurf zur Festsetzung eines Naturschutzgebietes - "Regentalaue zwischen Cham und Pösing" geht in die Anhörung.

Die Regierung der Oberpfalz - höhere Naturschutzbehörde ?beabsichtigt, den zwischen den Orten Pösing und Cham gelegenen Abschnitt des Regentales als Naturschutzgebiet auszuweisen.

Dieses in der Verordnung näher beschriebene Gebiet des Regentales ist naturschutzfachlich in hohem Maße schutzwürdig.

Geomorphologisch stellt dieser Talbereich auf Grund seiner erheblichen Breite und des geringen Gefälles eine Besonderheit im gesamten Verlauf des Regentales dar. Besondere Wertigkeit haben in diesem Gebiet der Regen und die zulaufenden Bäche mit ihren Überschwemmungsgebieten, naturnahe Au- und Bruchwaldreste, extensiv genutzte Teichkomplexe, Feuchtwiesen, Flachmoore und Seggenrieder.

Bedingt durch diese besondere Ausprägung und die an diese Standortfaktoren angepasste traditionelle bäuerliche Landnutzung weist dieser Talabschnitt eine beträchtliche Biotopdiversität mit hoher Artenvielfalt, darunter eine Vielzahl gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Arten auf. So wurden über 500 Pflanzenarten, darunter 76 seltene und z.T. stark gefährdete Arten nachgewiesen. Belegt sind im geplanten Naturschutzgebiet ferner weit über 1000 Tierarten, darunter allein 275 verschiedene Vogelarten, 11 Amphibienarten und 40 Libellenarten. Etwa 280 dieser Arten stehen auf der Roten Liste und einige haben hier ihr einziges Vorkommen in Bayern oder ihren bundes- oder bayernweiten Schwerpunkt.

Mehrere Lebensraumtypen von europaweiter Bedeutung kommen im Gebiet vor. Das geplante Naturschutzgebiet umfasst einen wesentlichen Teil des von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften in die Liste der Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung aufgenommenen Gebietes ?Chamb, Regentalaue und Regen zwischen Roding und Donaumündung?.

Daneben kommt dem Gebiet wegen seiner besonderen Eigenart und hervorragenden landschaftlichen Schönheit hohe Bedeutung für die Erholung und den Naturgenuss zu.

Wegen der im hohen Maße gegebenen Schutzwürdigkeit dieses Gebietes wurde in den Zeiträumen 1989 bis 1998 und 2001 bis 2003 unter der Trägerschaft des Landkreises Cham ein Naturschutzgroßprojekt zur ?Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung? durchgeführt. Hierbei haben öffentliche Gelder in einer Größenordnung von annähernd 10 Mio ? Verwendung gefunden, von denen 10% vom Landkreis Cham, 15 % vom Freistaat Bayern und 75% vom Bund aufgebracht wurden. Für Zwecke des Naturschutzes wurden durch den Landkreis Cham 330 ha Grundflächen erworben. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) besitzt etwa 40 ha, der Bund Naturschutz (BN) 13 ha und der Freistaat Bayern ? Wasserwirtschaftsverwaltung ? etwa 41 ha. Daneben laufen für ca. 400 ha Bewirtschaftungsverträge nach dem Bayer. Vertragsnaturschutzprogramm.

Eine wesentliche Auflage der Förderbewilligung für dieses Projekt ist die Ausweisung eines wesentlichen Teiles des Kerngebietes als Naturschutzgebiet. Dieser Verpflichtung aus Ziff. 12 des Förderbescheides des Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom 19.09.89 wird mit der vorliegenden Verordnung nachgekommen.

Außerdem besteht aufgrund der europarechtlichen Qualität als ?Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung? die gesetzliche Verpflichtung, das Gebiet unter geeigneten Schutz zu stellen und in der Schutzverordnung den Schutzzweck, die dementsprechenden Erhaltungsziele und die dafür erforderlichen Gebote, Verbote und Gebietsbegrenzungen festzulegen.

Das geplante Schutzgebiet wird mit ca 1.480 ha das mit Abstand größte Naturschutzgebiet in der Oberpfalz; von den 565 Naturschutzgebieten in Bayern sind lediglich 5 außeralpine Gebiete größer als das geplante Naturschutzgebiet ?Regentalaue?.

Das geplante Naturschutzgebiet umfasst das bereits bestehende Naturschutzgebiet ?Rötelseeweihergebiet? mit ca 194 ha; diese Naturschutzgebietsverordnung aus dem Jahre 1986 wird mit Inkrafttreten der geplanten Verordnung aufgehoben und in die neue Verordnung integriert.

Die Regierung der Oberpfalz hat jetzt dem Landratsamt Cham, den Städten Cham und Roding und den Gemeinden Pemfling und Pösing die Unterlagen zugeleitet. Interessierte Bürger können dort Einsicht nehmen und Stellungnahmen abgeben. Die Planunterlagen sind auch im Internet unter http://www.ropf.de/leistungen/umwelt/index.htm zu finden.

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