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Presseinfo

Nr. 326: 04.09.2008 
"Hauptschulinitiative Oberpfalz" auf der Erfolgsspur

Große Erfolgschancen sieht die Regierung der Oberpfalz bei der laufenden Hauptschulinitiative Bayern, die im Regierungsbezirk Oberpfalz in wesentlichen Bereichen bereits Früchte trägt. Der Bereich "Schulen" an der Regierung wird den erfolgreichen Schwung aus den letzten zwei Jahren für das kommende Schuljahr 2008 / 2009 nutzen, um die Ausbildungsreife der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage einer soliden Allgemeinbildung in einer stark berufsorientierten Schule mit vielen Anschluss- und Aufstiegsmöglichkeiten weiter zu stärken. Jedes Talent soll gefördert werden, unterstützende Netzwerke ausgebaut und Abschlüsse ermöglicht werden. Mit großem Engagement arbeiten Regierung, Schulämter, Schulleitungen und Lehrkräfte in Grund- und Hauptschulen zusammen, um lernwirksamen, individualisierenden sowie wertorientierten Unterricht weiterzuentwickeln. Bewährte Kooperationen mit hilfreichen Partnern z.B. aus den Arbeitskreisen Schule - Wirtschaft, den Kammern, den Arbeitsagenturen und vor allem auch mit den Berufsschulen werden gepflegt und ausgebaut.

Bausteine des "Oberpfälzer Weges" in der Hauptschulinitiative

Modularisierung

Individualisierung und Differenzierung sind fest verankert im Unterricht der Oberpfälzer Hauptschulen. Die Modularisierung kann als besondere Form der Differenzierung bezeichnet werden. Dies bedeutet eine zeitlich begrenzte, jahrgangs- und klassenunabhängige Unterrichtung von Lerngruppen auf unterschiedlichem Niveau. Ziel ist die Kompetenzförderung in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch. Erfolgreiche Modellversuche laufen an den Hauptschulen in Erbendorf und in Kümmersbruck.

Zeitlich und inhaltlich begrenzte Lernangebote mit individuellem Zuschnitt wechseln mit regulärem Klassenunterricht. Durch die Modularisierung (im kommenden Schuljahr im überwiegenden Teil der Hauptschulen in der Oberpfalz als Erprobung) erwerben die Schülerinnen und Schüler ? differenziert nach Leistungsfähigkeit ? in klassen- und gegebenenfalls jahrgangsübergreifenden Gruppen grundlegende Kompetenzen und werden auf verschiedenen Niveaustufen gefördert. Diese Rhythmisierung von Klassenunterricht und Modulphasen wurde im letzten Schuljahr schon erfolgreich durch die Arbeit mit Lernschienen in der Oberpfalz erprobt: Lernschienenarbeit meint, dass Schulleitungen den Unterricht in den Kernfächern z.B. Mathematik im Stundenplan parallel organisieren (z.B. alle 7. Klassen haben am Mittwoch in der 3. Stunde Mathematik), um homogene, zeitlich begrenzte Lerngruppenarbeit erfolgreich im Sinne der individuellen Förderung zu ermöglichen.

Ausbildungsreife

Neben dem Erwerb von fachlichen Kernkompetenzen meint Ausbildungsreife in gleichem Maße den Erwerb von Schlüsselqualifikationen, also Selbst- und Sozialkompetenzen wie Kooperations- und Teamfähigkeit, angemessenes Sozialverhalten, Leistungsbereitschaft, Sorgfalt, Daueraufmerksamkeit, Verlässlichkeit und verantwortliches Handeln. Der Ausbildungsreife dienen auch eine frühe Berufsorientierung, Praktika, Projektarbeit und soziales Engagement im Sinne von Werteerziehung. Viele Hauptschulen in der Oberpfalz haben durch dahingehende Anstrengungen in Zusammenarbeit mit vielen Partnern, eine hohe Akzeptanz bei der Wirtschaft erreicht.

Die Regierung der Oberpfalz hat ein Kooperationsprojekt ?Stärkung der Ausbildungsreife? mit der IHK initiiert. In diesem wurden Einstellungstests in den Fächern Deutsch und Mathematik auf Basis des Amtlichen Lehrplans erarbeitet. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern einen Übergang in die Ausbildung zu ermöglichen. Der im Sommer 2007 geschlossene Pakt des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus mit der Wirtschaft sagt zu, dass ?ausbildungsreifen Schulabgängern der Hauptschulen? ein Ausbildungsplatz angeboten wird. Um unseren Schulabgängern gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass Einstellungstests verschiedenster Art bestanden werden müssen. In zwei ausgewählten Staatlichen Schulämtern (Tirschenreuth und Neustadt a.d. Waldnaab / Weiden) wurden in zwei Arbeitsgruppen mit Lehrkräften, Seminarrektoren und Schulaufsichtsbeamten Einstellungstests erstellt, die sich am Katalog der Mindestanforderungen zur Erreichung der Ausbildungsreife orientieren. Die IHK lässt diese Einstellungstests an ausgewählten Ausbildungsbetrieben von Hauptschulschulabgängen schreiben. Für die Hauptschülerinnen und Hauptschüler ergibt sich damit die Chance, die in der Schule erworbenen Kompetenzen passgenau umzusetzen. Die Tests werden dann mit Unterstützung der Universität ausgewertet und gegebenenfalls optimiert. Die Tests werden zu Beginn des Schuljahres 2008/2009 geschrieben.

Berufliche Orientierung und Praxisbezug

Betriebspraktika für Schüler und Lehrkräfte

Höhere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben neben einem guten Schulabschluss auch mit praktischen Erfahrungen und einem beruflichen Wissen zu tun. Ein verstärkter Praxisbezug ist deshalb auch ein zentrales Element der ?Hauptschulinitiative Oberpfalz?.

Weit über die Hälfte aller Oberpfälzer Hauptschulen haben über das verpflichtende Betriebspraktikum für Schülerinnen und Schüler zusätzliche Praktika angeboten. Aber auch Lehrkräfte nutzen verstärkt den Praxistransfer in die Schule durch Betriebspraktika für Lehrkräfte in verschiedenen Firmen.

Lehramtsanwärter als ?Job-Mentoren? der Hauptschüler.

Die Regierung der Oberpfalz hat in Kooperation mit zwei Seminaren Lehramtsanwärter für Hauptschulen als ?Job-Mentoren für Hauptschüler? eingesetzt. Die Schulabteilung unterstützt Seminarleiter, Lehramtsanwärter und Schüler durch Fortbildungsangebote an der Jugend- und Bildungsstätte in Waldmünchen. Nach Abschluss ihrer Tätigkeit erhalten Lehramtsanwärter ein Portfolio für ihre Arbeit. Lehramtsanwärter übernehmen die Patenschaft für einen Schüler oder eine Schülergruppe. Vorrangige Ziele des Jobmentors sind die Hilfe beim Erreichen des Hauptschulabschlusses, die Förderung der Ausbildungsreife, die Unterstützung bei der Berufsorientierung und der Berufswahl sowie Hilfe bei einer Suche einer passenden Ausbildungsstelle. Diese Maßnahme kommt Schülern zu Gute, die auf dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligt sind: Schüler mit Migrationshintergrund, Schüler, die aufgrund ihrer Leistungen keinen Schulabschluss erreichen werden, Schüler mit besonderen familiären oder persönlichen Problemen sowie Schüler, die noch nicht resigniert haben und die Patenschaft mit einem Job-Mentor wünschen.

Job-Mentoring bietet damit innerhalb der Ausbildung der Lehramtsanwärter einen Einblick in wichtige Aufgabenbereiche eines Hauptschullehrers. Die Arbeit als Pate ermöglicht vielfältige Erfahrungen, so zum Beispiel über das pädagogische und erzieherische Wirken, über die Möglichkeiten und Grenzen des Einflusses auf die Schüler etc. Eigene Erfahrungen aus Praktika, Ferienjobs und andere berufliche Vorerfahrungen können einbezogen werden. Zum Schuljahr 2008/2009 beteiligen sich weitere Hauptschulseminare an dieser Kooperation.

Berufsorientierte Bereiche

Die Berufsorientierung im Rahmen der Hauptschulinitiative wird an zwei Pilotstandorten in der Oberpfalz erprobt: in Wald / Walderbach, Landkreis Cham und in Hirschau / Freudenberg / Schnaittenbach im Landkreis Amberg-Sulzbach. Durch diese können Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe Einblicke in Berufsfelder nehmen, um eine überlegte Wahl des Profils (Wirtschaft ? Technik ? Soziales) vorzubereiten. Im kommenden Schuljahr wird dies ungefähr an der Hälfte unserer Hauptschulen in den Jahrgangsstufen 8 und / oder 9 voraussichtlich möglich sein.

Erweiterte vertiefte Berufsorientierung

Die Hauptschulinitiative entwickelt die Hauptschule besonders zu einer Schule nahe am Beruf weiter. Um die Verstärkung des Praxisbezugs und die berufsorientierten Bereiche Technik, Wirtschaft und Soziales zu unterstützen, ist eine Kooperation mit externen Partnern unabdingbar und erfuhr in den letzten Jahren eine deutliche Steigerung. Auf breiter Basis kooperieren die Hauptschulen der Oberpfalz mit der Bundesagentur für Arbeit, die wie auch bereits im Schuljahr 2007 / 2008 finanzielle Mittel für Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung für Projekte und ggf. mit weiteren Partnern zur Verfügung gestellt hat. Auch in der Oberpfalz stellen sich deutliche Erfolge der vielfältigen Projekte in der konkreten Umsetzung vor Ort ein.

Kooperationen

Im Juli 2007 wurde zwischen dem Kultusministerium und der Bayerischen Wirtschaft der Pakt ?Hauptschule ? Wirtschaft ? gemeinsam zum Erfolg? geschlossen. Enge Kontakte mit außerschulischen Bildungsträgern unterstützen die Bemühungen, die Zielstellungen der Hauptschulinitiative zu erreichen. Vielfältige Formen der Partnerschaft mit Ausbildungsbetrieben, Patenschaften mit Firmen und Betrieben, Videokonferenzen mit Ausbildungswerkstätten, Meister und Ausbilder in den Klassen, Unterricht an den Werkbänken der Betriebe, Bewerbungstraining und weitere unterstützende Maßnahmen helfen nachhaltig, dass Schülerinnen und Schüler aus der Oberpfalz qualifiziert in eine Ausbildung gehen. Insbesondere geben kooperative Formen der Zusammenarbeit mit Berufsschulen Hilfestellungen zur beruflichen Orientierung und zum Übergang von der Hauptschule zur Berufsschule.

Bei der Intensivierung von Kooperationen geht es auch darum, über attraktive Anschlussmöglichkeiten motivierten, leistungsstarken Schulabgängern alle weiteren beruflichen Bildungswege offen zu halten.

Ausbau der Ganztagsangebote ? Ganztagsklassen

Große Chancen bietet im Sinne einer soliden Allgemeinbildung auf dem Weg zur Ausbildungsreife der bedarfsgerechte, intensive Ausbau der Ganztagsangebote.

Im Schuljahr 2008 / 09 sind an 27 Hauptschulen (Vorjahr: 14) und 4 Grundschulen in der Oberpfalz 64 Ganztagsklassen (Vorjahr: 35) eingerichtet. Diese bieten eine ganztägige, rhythmisierte schulische Betreuung an, in der Phasen des Lernens, Übens, der Entspannung und Freizeit abwechseln. Neben den bestehenden und teilweise erweiterten Angeboten an den bisherigen Hauptschulen genehmigte das Kultusministerium zusätzlich die Pestalozzi-Hauptschule in Weiden i.d.OPf., die Hauptschulen in Kümmersbruck, Alteglofsheim, Wenzenbach, Vohenstrauß, Pirk, Neustadt a.d. Waldnaab, Altenstadt a.d. Waldnaab, Roding, Stamsried, Postbauer-Heng, Berching und Teublitz als neue Standorte für Ganztagsklassen.

Daneben besteht an einer Reihe von Schulen ein offenes Ganztagesangebot mit Hausaufgabenbetreuung, speziellen Fördermaßnahmen und Freizeitaktivitäten am Nachmittag.

Oberpfälzer Hauptschülerinnen und Hauptschüler auf Spitzenplätzen

Entgegen den im Bildungsbericht 2008 bundesweit festgestellten Ergebnissen konnte in der Oberpfalz die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss von 6,10 % auf 4,97 % reduziert werden. Das ist sogar Spitze in Bayern. Die Oberpfalz hat den höchsten Anteil der Schüler mit mittlerem Schulabschluss der Hauptschule und im Vergleich zu den Vorjahren liegt sie in den letzten drei Jahren im stetigen Aufwärtstrend.

Dies zeigt, dass unsere Oberpfälzer Hauptschüler/innen hohe Leistungen erbringen.

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Pressestelle der Regierung der Oberpfalz
Briefanschrift: 93039 Regensburg, Dienstgebäude: Emmeramsplatz 8
Pressesprecher: Markus Roth (Telefon: 0941 5680-1105 oder -1195)
Vertreterin: Kathrin Kammermeier (Telefon: 0941 5680-1152)
Telefax: 0941 5680-1106
E-Mail: presse@reg-opf.bayern.de
Internet: www.regierung.oberpfalz.bayern.de

 
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