Nr. 149: 16.07.2004
Die immer stärkere Differenzierung ist das Problem
Vorausgeschickt sei, dass auch die Regierung der Oberpfalz es als sehr ärgerlich betrachtet, dass Ausbildungsberufe aufgrund bundesrechtlicher Vorgaben immer weiter ausdifferenziert werden. Die fatale Folge ist bekannt: Durch die größer werdende Zahl an getrennt zu beschulenden Ausbildungsberufen kommen die für eine Klassenbildung erforderlichen Schülerzahlen an den bisherigen Schulstandorten nicht mehr zustande.
Man kann und darf in diesem Zusammenhang deshalb auch nicht pauschal von den Werkzeugmechanikern sprechen. Denn es geht um zwei verschiedene Berufe: den des "Werkzeugmechanikers" (als Industrieberuf) und den des "Feinwerkmechanikers - Werkzeugbau" (als Handwerksberuf). Diese beiden Ausbildungsberufe dürfen in der Jahrgangsstufe 12 aufgrund der entsprechenden Vorgaben nicht gemeinsam beschult werden, sondern sind nach Fachklassen getrennt zu unterrichten. Die Begründung hierfür liegt in unterschiedlichen unterrichtlichen Konzeptionen, verschiedenen Lehrplaninhalten und voneinander abweichenden Prüfungsordnungen. Insofern hatte die Regierung der Oberpfalz auch keine Möglichkeit, die im Rahmen der Anhörung vom Landkreis Tirschenreuth vorgeschlagene gemeinsame Beschulung zu realisieren.
Damit beginnt das Problem:
Denn in der künftigen 12. Jahrgangsstufe befinden sich bei den Werkzeugmechanikern nur 4 Schüler aus Weiden und 4 Schüler aus Wiesau. Da diese Schülerzahlen für eine Klassenbildung nicht ausreichen, sollen sie im kommenden Schuljahr die nächstgelegene Berufsschule in Schwandorf besuchen, an der auch 13 Schüler aus Schwandorf und weitere 8 Schüler aus Regensburg in einer Klasse beschult werden.
Bei den Feinwerkmechanikern - Werkzeugbau, künftige 12. Jahrgangsstufe, kommen 8 Schüler aus Weiden und nur 2 Schüler aus Wiesau, aus der gesamten Oberpfalz 27 Schüler, davon 15 Schüler aus Neumarkt. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung auf die Berufsschule Neumarkt mit der Möglichkeit der Blockbeschulung und Heimunterbringung.
Bei beiden Ausbildungsberufen war es demnach auch nicht möglich, dass die "Berufsschul-Allianz" Weiden - Wiesau das Problem eigenständig löst, da beide Schulen zusammen zu wenig Schüler in diesen Ausbildungsberufen haben. Allerdings hat die Regierung der Oberpfalz ihre Entscheidung bewusst nur für das nächste Schuljahr getroffen; denn auch sie hofft darauf, dass sich die Schülerzahlen wieder günstiger entwickeln. Druckversion
Ansprechpartner
Pressestelle der Regierung der Oberpfalz
93039 Regensburg
Dienstgebäude: Emmeramsplatz 8
|