Pressemitteilung Nr. 245/02

Regensburg, 11. Dezember 2002

Tschechen und Bayern schützen gemeinsam Gewässer und Landschaft

Die bayerische Land-, Forst- und Wasserwirtschaftsverwaltung unterhält bereits seit Jahren Kontakte nach Tschechien mit dem Ziel Natur und Gewässer durch gemeinsame Projekte im Grenzland besser zu schützen. Die Europäische Union hat der Bayerischen Staatsregierung nunmehr mitgeteilt, dass sie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Umweltschutz für sehr wichtig erachtet und anteilige Kosten für gemeinsame Projekte zur Hälfte übernehmen wird. Vorrangig stehen Projekte zur Verringerung des Nährstoffeintrags und der Algenbildung in die Gewässer auf dem Programm. Darüber hinaus soll die bedrohte Flussperlmuschel vor dem Aussterben bewahrt werden.

Forschungsprojekt zur Reinhaltung des Eixendorfer- und Drachensees

Die Bayerische Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau in Freising führt seit Mai 1999 umfangreiche Untersuchungen zur Feststellung der Herkunft von Nährstoffeinträgen in den Eixendorfer See durch. Die Untersuchungen dienen vorwiegend der Überprüfung der Wirksamkeit gewässerschonender Bewirtschaftungsformen in der Landwirtschaft. Die Umsetzung der Ergebnisse des Forschungsvorhabens soll dazu beitragen die Nährstoffeinträge wesentlich zu verringern helfen und damit die Massenentwicklung von Grün- und Blaualgen in den Sommermonaten zu verhindern. Das Projekt kann nunmehr mit finanzieller Förderung der EU fortgeführt und gleichzeitig auf das Einzugsgebiet des im Bau befindlichen Hochwasserspeichers Drachensee oberhalb Furth i.W. ausgedehnt werden. Das Projekt ergänzt die gleichartigen Bemühungen der Gemeinden zur Reinhaltung der Stauseen durch den Bau weiterer Kläranlagen.

Beratung im Gewässer- und Landschaftsschutz

Bis 2005 werden im Einzugsgebiet der grenzüberschreitenden Gewässer zwischen Eger und Ilz insgesamt 6 Fachleute eingesetzt mit dem Ziel, die Landwirte bei gewässer- und landschaftsschonenden Bewirtschaftungsformen vor Ort zu beraten. An erster Stelle steht die Reduzierung des Nährstoffeintrags in die Gewässer. Besonders erfolgversprechend ist der Einsatz der Berater bei der Aufstellung von Nährstoffbilanzen und Düngeplänen, bei der Werbung für das Anlegen von Uferschutzstreifen und Dauergrünlandflächen auf hängigem Gelände zur Verminderung der Bodenerosion, etc. Die Landwirte können als Ausgleich für den höheren Aufwand bei umweltschonender Bewirtschaftung finanzielle Hilfen nach dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm in Anspruch nehmen.

Die Projektberater arbeiten im Zeitraum von 2003 - 2005 eng mit den Beratungs- und Förderungsabteilungen der Landwirtschaftsämter zusammen. Die Beratung ist kostenlos und unterstützt die Betriebsleiter landwirtschaftlicher Betriebe im Bemühen einer wasser- und landschaftsschützenden Landnutzung.

Erstellung von Landnutzungskarten

Aus dem Weltraum werden via Satellit Landnutzungskarten erstellt und über die Universität Regensburg ausgewertet. Auf diese Weise werden Informationen über den Zustand der Wälder im Grenzland, besonders schützenswerte naturnahe Flächen, erosionsgefährdete Ackerflächen etc. erhalten. Die Ergebnisse dienen der Land- und Forstverwaltung zur Ausarbeitung und Umsetzung von Handlungsstrategien zum gezielten Schutz von Pflanzen, Tieren und Gewässern. Fördermittel im Gewässer- und Landschaftsschutz können dadurch gezielt eingesetzt werden.

Technologietransfer von Bayern nach Tschechien

Die gemeinsamen Projekte dienen nicht nur dazu neue technische Entwicklungen im Umweltschutz zu erproben, sondern auch technisches "know how" im Grenzland zwischen Bayern und Tschechien auszutauschen. Im Vordergrund steht ferner die Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und das Heranführen der tschechischen Umweltverwaltung an die Standards der Europäischen Union.


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