| Pressemitteilung Nr. 244/02 |
Regensburg, 11. Dezember 2002
Kinderkrippen werden flexibler und nun auch finanziell gefördert
Im November 2001 hat die Bayerische Staatsregierung das "Gesamtkonzept zur kind- und familiengerechten Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen" beschlossen. Ein Baustein davon ist u.a. der zunehmende Ausbau von Kinderkrippen mit staatlicher und kommunaler Förderung. Seit Januar 2002 werden Krippen finanziell gefördert. Neue Krippen werden voll gefördert, d.h. Einrichtungen, die nach dem 1. Januar 2002 in Betrieb gegangen sind bzw. gehen. Für Neubauten werden seit Januar 2002 auch Baukostenzuschüsse geleistet. Bestehende Einrichtungen werden stufenweise in die Förderung aufgenommen. Die im Juni 2002 veröffentlichten Krippenrichtlinien regeln die Fördermodalitäten. Neu ist, dass die Eltern in Abstimmung mit den Einrichtungen die Betreuungszeit "buchen" können, die ihr Kind auch in der Einrichtung regelmäßig verbringt.
Wird das Kind beispielsweise während der flexiblen Bringzeit nicht von 7.00 Uhr, sondern erst von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr betreut, "buchen" die Eltern 5 Stunden Betreuung am Tag. Hiernach richtet sich sowohl der Elternbeitrag, den die Eltern zu zahlen haben, als auch die Höhe der Zuschüsse. In der Vergangenheit gab es hingegen lediglich (verlängerte) Vormittags-, Nachmittags- und Ganztagsgruppen zur Auswahl. Die neue Förderung wird kindbezogen geleistet, das heißt sie orientiert sich an der Zahl und Aufenthaltsdauer der Kinder sowie an deren Betreuungsbedarf, z. B. psychische oder physische Handicaps. Pro Kind gilt ein sogenannter Basiswert, der bei besonderem Betreuungsbedarf angehoben wird. Dieses neue Fördersystem hat den Vorteil, dass die Förderung dem tatsächlichen Aufwand entspricht und dem Träger mehr Flexibilität eingeräumt wird.
Erneuerungen, auch wenn es eine eindeutige Verbesserung wie im Fall der finanziellen Förderung der Kinderkrippen ist, (die bisher nicht gefördert wurden) bringen zunächst immer etwas Unsicherheit und neue Fragestellungen mit sich. Deshalb hat an der Regierung der Oberpfalz eine Informationsveranstaltung zur Krippenförderung stattgefunden. Die Oberpfalz hat bayernweit hier als erster Regierungsbezirk reagiert und alle am Kinderkrippengeschehen beteiligten Personenkreise "an einen Tisch zusammengeholt". Eingeladen waren die Vertreter der freien Verbände, der Kommunen in denen Krippen betrieben werden oder die Interesse haben, eine Krippe zu eröffnen, die Kreisverwaltungsbehörden und die Leiterinnen der 14 Oberpfälzer Kinderkrippen.
Vormittags wurde von Frau Regierungsrätin z.A. Jung vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen ausführlich der Förderweg dargelegt und konkret auf Fragen aus dem Plenum eingegangen. Nachmittags referierte die Fachberaterin für Kindertagestätten an der Regierung der Oberpfalz, Frau Dipl. Sozialpädagogin Astrid Krüger über Qualitätsmanagement in Kinderkrippen. Der fachliche Austausch unter den Praktikerinnen stand hier ebenfalls im Vordergrund. Die Veranstaltung wurde von allen Teilnehmerinnen/Teilnehmern als sehr hilfreich und unterstützend wahrgenommen.
Die Förderung von Kinderkrippen, wie sie nun für die Zukunft umgesetzt werden soll, ist ein Schritt in die richtige Richtung und kann vielleicht dazu beitragen, trotz sinkender Geburtenzahlen einigen Frauen die Entscheidung für ein Kind zu erleichtern.
Für weitere Nachfragen zu dieser Thematik steht Ihnen an der Regierung der Oberpfalz die Fachberaterin für Kindertagesstätten zu Verfügung:
Frau
Dipl. Sozialpädagogin
Astrid Krüger
Sachgebiet 600
Tel: 0941/5680 –606
Fax: 0941/5680 –699
E-Mail: astrid.krueger@reg-opf.bayern.de