Pressemitteilung Nr. 184/02

Regensburg, 19. September 2002

Breitgefächertes Angebot für Schüler mit besonderem Förderbedarf im Schuljahr 2002/03

Gezielte Hilfen in Förderschulen , jedoch auch im Vorschulbereich, in Grund- und Hauptschulen und in der Berufsausbildung - Neue Wege in der Schulaufsicht


Ein breitgefächertes Angebot steht im Schuljahr 2002/03 für Schüler mit besonderem Förderbedarf bereit: Neben den Förderschulen sorgen mobile sonderpädagogische Hilfen im Rahmen der Frühförderung im Vorschulbereich und Mobile Sonderpädagogische Dienste in den Grund- und Hauptschulen dafür, dass jeder Schüler ein passendes Angebot erhält.

Neue Entwicklungen zeichnen sich im kommenden Schuljahr mit der Errichtung von "Kooperationsklassen" ab. Damit sollen Schüler aus den Förderschulen jahrgangsentsprechend in den "Regelbereich" rückgeführt werden, unabhängig vom jeweiligen Schulsprengel. Lehrkräfte der Mobilen Sonderpädagogischen Dienste werden sie dort zusätzlich begleitend betreuen. Kooperationsklassen werden zunächst in Weiden i.d.OPf. an der Gerhardinger-Grundschule und an der Montessorischule in Regensburg eingerichtet.

Fortgesetzt wird zudem die erfolgreiche Arbeit der Mobilen Sonderpädagogischen Dienste in den Grund- und Hauptschulen. Sie widmen sich Schülern mit besonderem Förderbedarf in den Bereichen emotional-soziale Entwicklung, Sprache, Lernen und auch Motorik. Insgesamt stehen 31 Sonderschullehrer für diese Aufgabe zur Verfügung.

Ein besonderes Anliegen bleibt die Unterstützung der Schulabgänger beim Einstieg in die Berufsausbildung. Für die Entlassschüler aus den Schulen zur individuellen Lernförderung, aber auch für Hauptschüler ohne Abschluss, deren Berufsfähigkeit noch nicht genügend entwickelt ist, bieten die Privaten Berufsschulen zur individuellen Lernförderung in Grafenwöhr ( mit Außenstelle Regensburg ) und Schwandorf-Ettmannsdorf Hilfen an. Spezielle berufsschulspezifische Förderung erhalten Schüler mit Förderbedarf im Bereich Motorik im Berufsvorbereitungsjahr der Privaten Pater-Rupert-Mayer-Schule in Regensburg.

Hilfen schon vor dem Schulbesuch

In den 32 schulvorbereitenden Einrichtungen der Oberpfalz bestehen 81 Gruppen für 766 Kinder mit unterschiedlichstem sonderpädagogischem Förderbedarf. Daneben werden im Vorschulbereich 6 Frühförderstellen für rund 415 Kinder vor allem präventiv wirksam. Die Pädagogische Frühförderung für Kinder mit Förderbedarf im Bereich der allgemeinen, sozialen und sprachlichen Entwicklung wird von der Regierung personell seit Jahren mit Lehrerstunden versorgt. Das weitere pädagogische Personal wird aus Mitteln der Sozialhilfe und der Krankenkassen finanziert. Zudem werden 53 Kinder mit besonderem Förderbedarf im Bereich Sehen von der Frühförderstelle der Schule für mehrfachbehinderte Blinde und Sehbehinderte in Regensburg in den Regierungsbezirken Oberpfalz und Niederbayern betreut.

Ca. 1075 Kinder werden in Regeleinrichtungen durch die mobile sonderpädagogische Hilfe gefördert.

Förderschulen / Schüler

Insgesamt besuchen im Schuljahr 2002/03 4097 Schüler die 8 Sonderpädagogischen Förderzentren und die15 Schulen zur individuellen Lernförderung in der Oberpfalz. Die Zahl der Schüler in der Schule für Körperbehinderte in Regensburg beträgt 261. In den 6 Schulen zur individuellen Lebensbewältigung (Regensburg, Amberg, Cham, Neumarkt i.d.OPf., Irchenrieth, Mitterteich) werden 769 Schüler gefördert; in der Schule für mehrfachbehinderte Blinde und Sehbehinderte (Regensburg) 75. Zwei Schulen zur Erziehungshilfe (Regensburg und Parsberg) unterrichten insgesamt 149 Schüler. Der Unterricht in der Schule für Kranke in Regensburg (mit der Außenstelle in Weiden) und der Hausunterricht für kranke Kinder werden im bisherigen Umfang weitergeführt.

Neue Lehrer und neue Wege in der Schulaufsicht

44 Sonderschullehrer werden in der Oberpfalz neu eingestellt. 16 davon unmittelbar nach ihrer Zweiten Lehramtsprüfung, weitere 28 aus den Wartelisten. Ihre Fachrichtungen: Sprachbehinderten-, Lernbehinderten-, Geistigbehinderten-, Körperbehinderten- und Verhaltensgestörtenpädagogik.

Zur Ausbildung kommen 13 neue Studienreferendarinnen und -referendare in die 4 sonderpädagogischen Studienseminare für Geistigbehindertenpädagogik (8 ), Lernbehindertenpädagogik (3) und Körperbehindertenpädagogik (2) 25 Studienreferendare werden im Laufe des Schuljahres ihre Ausbildung mit der Zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an Sonderschulen beenden.

In der Schulaufsicht wurde durch Beschluss des Bayerischen Landtags ab 1. August 2002 die Schulamtsebene im Förderschulbereich aufgelöst. Mit der Eingliederung der bisherigen Schulräte für die Förderschulen in das Sachgebiet Förderschulen an der Regierung der Oberpfalz wird schulaufsichtlich eine zukunftsweisende Entwicklung eingeleitet. Die Beratung der Lehrkräfte und die innere Weiterentwicklung der Förderschulen in Unterricht, Erziehung und Organisation sollen durch die fachorientierte Neugliederung des Sachgebiets Förderschulen an der Regierung verstärkt werden. Den Schulen und Schulleitungen wird mehr Eigenständigkeit eingeräumt, aber auch deutlich mehr Verantwortung übertragen.

Dem entsprechend werden die Kooperation der Förderschulen mit den allgemeinbildenden Schulen und die Zusammenarbeit der Lehrkräfte an und zwischen den Schulen wesentliche Schwerpunkte der Lehrerfortbildung im Schuljahr 2002/03 sein.


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