Pressemitteilung Nr. 141/02

Regensburg, 26. Juli 2002

Erste Erfahrungen mit den Orientierungsarbeiten in der Grundschule:
erfolgreicher Probelauf in der 3. Jahrgangsstufe

Die Einführung der Orientierungsarbeiten in der 2. und 3. Jahrgangsstufe der Grundschule hat seit Januar dieses Jahres die Gemüter von Lehrkräften, Eltern und Schülern bewegt. Viele Fragen zum Konzept und zur Durchführung wurden laut, die Meinungen waren von völliger Zustimmung über Skepsis bis Ablehnung geteilt.

Bei den Orientierungsarbeiten handelt es sich um bayernweit einheitliche Aufgaben in den Fächern Deutsch und Mathematik für Schüler der 2. und 3. Jahrgangsstufe. Die Durchführung dieser Arbeiten ist ab dem Schuljahr 2002/03 in allen 3. Klassen verpflichtend, ab dem Schuljahr 2003/04 zusätzlich auch in allen 2. Klassen. Die Ergebnisse dienen dazu, Leistung, Stärken und Schwächen der Klasse bzw. einzelner Schüler nach landeseinheitlichen Bewertungsmaßstäben feststellen und den Unterricht noch gezielter auf die jeweiligen Erfordernisse abstimmen zu können. Sie sind auch hilfreich bei der Beratung der Eltern über den Lern- und Leistungsstand ihrer Kinder. Die Arbeiten werden jedoch nicht benotet und die Ergebnisse fließen nicht in das Zeugnis ein.

Ende Juni / Anfang Juli 02 startete der mit Spannung erwartete erste Probedurchlauf der Orientierungsarbeiten für die 3. Jahrgangsstufe, an dem sich alle entsprechenden Schulen freiwillig beteiligen konnten. Insgesamt nahmen 68% der bayerischen Grundschulen teil – ein aufgrund vielfach im Vorfeld geäußerter Kritik überraschend hohes Ergebnis. In der Oberpfalz lag die Beteiligung mit 77% sogar deutlich über diesem Durchschnittswert. Innerhalb des Regierungsbezirks differierten die Werte, bezogen auf die zehn Oberpfälzer Schulamtsbereiche, von 63 bis sogar 100%.

Erste Stellungnahmen nach Abschluss der Arbeiten ließen auch in der Oberpfalz erkennen, dass Lehrkräfte und Schulleiter mit Aufgabenstellung, Schwierigkeitsgrad, Umfang und Zeitvorgaben im Wesentlichen zufrieden waren. Positive Rückmeldungen gab es von Seiten jener Eltern, die - ebenso wie viele Lehrkräfte - die Orientierungsarbeiten als zusätzliches Diagnose- und Beratungsinstrument sehen.

Da keine Benotung erfolgte, standen die Kinder bei der Bearbeitung der Aufgaben weniger unter Leistungsdruck und zeigten sich motiviert, wobei einige Schüler die Vergabe von Noten sogar vermissten.

Insgesamt wurde die Erprobungsphase erfolgreich durchlaufen. Schulen, die in diesem Schuljahr die Chance genutzt haben, bereits Erfahrungen mit den Orientierungsarbeiten zu sammeln, können durch ihre Rückmeldung aktiv an der Weiterentwicklung der Aufgaben für die nächsten Jahre und der teils noch erforderlichen terminlichen Koordinierung mitwirken. Auf die Beteiligung beim Probelauf für die 2. Jahrgangsstufe gegen Ende des kommenden Schuljahres darf man gespannt sein.

Interessierte Eltern können sich beim Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus (Suchbegriff: Orientierungsarbeiten) ausführlich informieren und auch die in diesem Schuljahr für die 3. Jahrgangsstufe erstellten Aufgaben einsehen.


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