| Pressemitteilung Nr. 164/01 |
Regensburg, 19. Juli 2001
35. Bericht zur Grundwasserbeweissicherung Haderbühl liegt vor:
Oberflächenabdichtung der Altdeponie ist voll funktionsfähigDie US-Armee hat den 35. Zwischenbericht zur Grundwasserbeweissicherung an der Deponie Haderbühl im Truppenübungsplatz Grafenwöhr der Regierung der Oberpfalz vorgelegt. Das Ing.-Büro Wolf-Blumenthal aus Nürnberg hat aus 23 Grundwasser- und 2 Sickerwasserproben rund 1000 chemische Untersuchungsparameter bestimmt und unter Berücksichtigung einer nunmehr 9-jährigen lückenlosen Untersuchungsreihe ausgewertet. Der Gutachter stellt fest, dass keine weitergehenden Sicherungsmaßnahmen an der Deponie erforderlich sind.
Die Deponie besitzt keine Verbindung zum Grundwasser
Das Grundwasser im Bereich der Deponie ist in den Wintermonaten um ca. 70 cm angestiegen. Dieser Anstieg ist jahreszeitlich bedingt, wobei die Unterkante des Müllkörpers weiterhin einen deutlichen Abstand zum Grundwasserspiegel aufweist. Eine Auslaugung von Schadstoffen durch die Deponie unterströmendes Grundwasser kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
Trinkwasserversorgung der Stadt Grafenwöhr nicht gefährdet
Die Grundwasserfließrichtung im Abstrom der Deponie hat sich erwartungsgemäß bestätigt. Ein eventueller Schadstoffzustrom zur örtlichen Wasserversorgung ist auf Grund der Fließverhältnisse ausgeschlossen.
Keine weiteren Sicherungsmaßnahmen an der Deponie erforderlich
Die Schadstoffbelastung im Grundwasserabstrom der Deponie ist im wesentlichen durch Schwermetalle (Kupfer, Quecksilber und stellenweise Blei) sowie durch Chlorid und die Toxizität gegenüber Daphnien verursacht. Der Umfang der Schadstoffbelastung hat sich im Vergleich zur Herbstuntersuchung, mit Ausnahme deutlich niedrigerer Quecksilberwerte, erwartungsgemäß nicht wesentlich verändert. Die Länge der Sickerwasserfahne im Grundwasserabstrom zur Deponie beträgt nur etwa den 1-2 fachen Durchmesser des derzeitigen Deponiegeländes, d.h. die Grundwasserbelastung ist als relativ kleinräumig zu betrachten. Die Auswertung der aktuellen Messdaten im Vergleich mit den langjährigen Messreihen zeigt die Wirksamkeit der getroffenen Sicherungsmaßnahmen.
Daphnientests werden ordnungsgemäß durchgeführt
Dem Wasserwirtschaftsamts Weiden und der Regierung der Oberpfalz sind seit mehreren Jahren zu niedrige Messergebnisse verschiedener Gutachterlabors bei der Durchführung der Daphnientests aufgefallen. Wir haben mehrfach in verschiedenen Pressemitteilungen auf Messfehler hingewiesen und gleichzeitig gelegentliche Kontrolluntersuchungen durchführen lassen. Die Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen haben wir in unsere Bewertung der Messdaten einfließen lassen. Der derzeitige Gutachter hat im Benehmen mit dem Bayer. Landesamt für Wasserwirtschaft einen Methodenabgleich durchgeführt, so dass die aktuellen Messdaten gesichert sind.
Der Vorwurf über den Presseweg, dass die Regierung der Oberpfalz auf Grund fehlerhafter Messdaten die Grundwasserbelastungen im Umfeld der Deponie Haderbühl falsch eingeschätzt hätte ist somit schlichtweg falsch. Die Regierung der Oberpfalz hat auch verschiedene Gutachter auf fehlerhafte Daphnientestergebnisse hingewiesen und wiederholt Korrekturen verlangt. Eine örtliche Bürgerinitiative hat dies mehrfach als Einflussnahme der Regierung auf die unabhängigen Gutachter angeprangert.
Grundwasserbeweissicherung wird fortgesetzt
Nachdem sich die Belastungssituation im Grundwasser weiter entspannt hat konnte dem Vorschlag des Gutachters hinsichtlich einer Verringerung der Untersuchungshäufigkeit zugestimmt werden. Die 25 Messstellen werden nunmehr im Frühjahr und Herbst im Auftrag der US-Armee chemisch untersucht und die Daten in einem Jahresbericht ausgewertet. Die Regierung der Oberpfalz wird in gewohnt sachlicher und objektiver Weise auch weiterhin aktuell die Öffentlichkeit über die weiteren Ergebnisse informieren.