Regierung der Oberpfalz: Presse-Info

Nr. 274: 18.08.2011 
Selbstreguliertes Lernen an Beruflichen Schulen weist den Weg in die Zukunft

Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Anforderungen an den Einzelnen sind so komplex, dass es einer Vielzahl von Kompetenzen bedarf, um die beruflichen Situationen bewältigen zu können. Dies führte dazu, dass in den letzen Jahren eine grundlegende Neuausrichtung in der curricularen Entwicklung erfolgte und neue kompetenzorientierte Lernfeldlehrpläne eingeführt wurden.

Diese Lehrpläne erfordern, dass im Unterricht neben der Fachkompetenz auch Methoden- und Sozialkompetenz vermittelt wird, die die Schüler und Schülerinnen zunehmend in die Lage versetzen, Informationen sowohl selbstständig als auch im Team zu gewinnen, entscheidungsorientiert auf konkrete betriebliche Problemstellungen anzuwenden und Arbeitsergebnisse zu präsentieren.

Um dem Anspruch des kompetenzorientierten Lehrplanes gerecht zu werden, ist eine Neuorientierung in der Unterrichtsgestaltung notwendig. Dem Schüler muss ermöglicht werden, zunehmend seinen Lernprozess eigenverantwortlich und selbstreguliert zu steuern. Dazu benötigt er Arbeitstechniken und Strategien, die ihn bei seinem Lernprozess unterstützten.

Von Seiten der Lehrkraft kann der Prozess des selbstregulierten Lernens mit Hilfe von praxisnahen Lernsituationen unterstützt werden.

Nach dem Prinzip der vollständigen Handlung orientieren sich die Schüler zunächst über die gestellte Aufgabe, beschaffen sich selbstständig Informationen, planen in der Arbeitsgruppe die Vorgehensweise, nehmen eine Rollenverteilung und Zeitplanung vor, stellen die gesammelten Informationen zusammen, präsentieren und bewerten schließlich die Ergebnisse. Abschließend reflektieren die Schüler und Schülerinnen ihre Arbeitsweise und schlagen Verbesserungsmöglichkeiten vor.

Durch derartig selbstregulierte Lernprozesse übernehmen die Schüler eine größere Verantwortung für ihren Lernprozess und eine aktive Rolle. Die damit erworbene Handlungskompetenz befähigt den Einzelnen, sich in gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Situationen sachgerecht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten. Die Lehrkräfte werden zum Lernprozessbegleiter und –berater. Sie initiieren den Lernprozess und halten ihn in Gang.

Für die erfolgreiche Förderung von selbstreguliertem Lernen müssen die Lehrkräfte und Führungsebenen an Beruflichen Schulen bei ihrer neuen Rolle unterstützt werden. Die Regierung der Oberpfalz Abteilung Berufliche Schulen bot daher in den letzten drei Jahren für Schulleitung, Fachbetreuer und Lehrkräfte Informations- und Fortbildungsveranstaltungen an.

So wurden bisher auf sechs mehrtägigen Veranstaltungen über 125 Lehrkräfte aus den Fachbereichen Wirtschaft und Gesundheit sowie den Wirtschaftsschulen im didaktischen Konzept des selbstregulierten Lernens qualifiziert. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen erstellten Lernsituationen und setzten diese im Unterricht ein. Weitere Themenschwerpunkte dieser Fortbildungsreihe waren die Erstellung einer didaktischen Jahresplanung, Umsetzung bestimmter Lern- und Arbeitstechniken, Evaluation von Lernergebnissen, schulorganisatorische Maßnahmen für die Umsetzung von selbstreguliertem Lernen.

Die Regierung der Oberpfalz setzt auch weiterhin auf die verstärkte Kompetenzorientierung des Unterrichts an Beruflichen Schulen mit Hilfe des Einsatzes von Lernsituationen mit dem Schwerpunkt Selbstregulierung. Damit bietet sie unseren Jugendlichen die Voraussetzung für erfolgreiches Lernen im zukünftigen Leben.

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